Ludwigslust : Eine Mutter dankt der Polizei

Ein Taucher suchte vor zwei Wochen den Uferbereich Am Bassin ab. Fotos: archiv / andreas münchow
Ein Taucher suchte vor zwei Wochen den Uferbereich Am Bassin ab.

Kriminalbeamte klärten brutalen Überfall auf 36-Jährigen auf: Eine Ludwigslusterin richtet Dankschreiben an Ermittler.

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14. März 2014, 07:00 Uhr

Die Frau sitzt auf ihrer Couch, betrachtet immer wieder das Foto. Es zeigt einen jungen Mann , der offensichtlich schwerste Kopfverletzungen erlitten hat, im Krankenbett. Der Mann ist der 36-jährige Sohn der Frau. Er war im Januar Opfer eines brutalen Überfalls in Ludwigslust geworden und hilflos in der Schlossstraße aufgefunden worden (SVZ berichtete). Die Mutter bangt seitdem um ihren Sohn. Gleichzeitig ist sie aber auch dankbar dafür, dass derjenige, der ihrem Jungen das angetan hat, ermittelt werden konnte.

Kriminalhauptkommissar Lothar Richter von der Ludwigsluster Polizei hat in diesem nicht alltäglichen Fall ermittelt. Schon kurz nach dem Verbrechen hatte er der Mutter des Opfers versprochen, alles zu tun, um den oder die Täter zu fassen. Der Polizist hat sein Versprechen gehalten. Im Zuge der Aufklärung kamen im Teich Am Bassin nahe des Denkmals für die Opfer des KZ Wöbbelin sogar Polizeitaucher zum Einsatz. „Für die Polizei ist der Fall aufgeklärt. Den größten Teil der Akten konnten wir bereits der Staatsanwaltschaft übergeben“, sagt Lothar Richter gegenüber SVZ. Wie die Kripo ermittelte, waren bei der brutalen Attacke zwei junge Männer zugegen. Einer von ihnen gilt als Haupttäter.

In einem Brief an die Polizei dankt die Mutter des Opfers jetzt den Beamten. Zu Beginn ihres Schreibens erinnert sie nochmals an die Tat in der Nacht zum 19. Januar 2014, in der ihr Sohn Opfer des Gewaltverbrechens und Raubüberfalls wurde. Aufgrund der schwersten inneren Kopfverletzungen befinde er sich derzeit in einem komatösen Zustand. „Nach vorliegendem Kenntnisstand hat die Kriminalpolizei Ludwigslust nach akribischer Ermittlungsarbeit nunmehr die verantwortlichen Täter ermitteln können“, schreibt die Mutter. „An dieser Stelle möchte ich meinen ganz persönlichen Dank an all diejenigen Personen aussprechen, die mit ihrer aufklärenden Mithilfe zum vorliegenden Fahndungserfolg beigetragen haben.“

Dann richtet sich die Mutter in ihrem Brief direkt an den verantwortlichen Ermittler in diesem Fall. „Mein ganz besonderer Dank gilt der professionellen Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei Ludwigslust unter Führung von Herrn Kriminalhauptkommissar Lothar Richter. Sie gaben mir von Anfang an das Gefühl, diesen Vorfall außerordentlich ernst zu nehmen und im Rahmen all Ihrer kriminaltechnischen Möglichkeiten aufklären zu wollen. Es ist beruhigend zu wissen, dass Menschen, die zu solch einer Tat im Stande sind, endlich gefasst wurden. Ich hoffe insbesondere, dass die Justiz den verantwortlichen Tätern für ihr brutales und feiges Vorgehen in dieser Nacht eine angemessene Haftstrafe aussprechen wird.“ Unterschrieben ist der Brief mit: „Worte einer lebenslang bestraften Mutter“.

Wie Kriminalhauptkommissar Lothar Richter betont, ist der Erfolg auf die Ermittlungstätigkeit der Polizei und auf Hinweise aus der Bevölkerung zurückzuführen. Richter: „Im Laufe der Ermittlungen in dieser Sache haben sich Hinweise auf weitere Straftaten ergeben, für die beide Verdächtige und weitere Personen in Frage kommen. Dabei geht es um Diebstahlsdelikte in Ludwigslust, Schwerin und Hamburg. Die Ermittlungen dazu sind noch im Gange.“

Der Ermittlungserfolg der Polizei kann den 36-Jährigen sicher nicht wieder gesund machen. Für die Mutter aber mag es Trost und auch ein Zeichen der Hoffnung sein, zu wissen, dass es Menschen wie den Polizisten Lothar Richter gibt, die sich Verbrechen in den Weg stellen.

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