ludwigslust : Eine Mini-Tour zum Mut machen

Die Teilnehmer der 7. Etappe der Mut-Tour 2015 machten auch in Ludwigslust Station.
Die Teilnehmer der 7. Etappe der Mut-Tour 2015 machten auch in Ludwigslust Station.

Deutschlands einziges sportliches Antistigma-Projekt zum Thema Depression machte mit sechs Aktiven auch in Ludwigslust Station

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05. August 2015, 07:00 Uhr

„Ludwigslust ist ein schöner Ort mit vielen Sehenswürdigkeiten, unser Projektleiter Sebastian Burger hat die Stadt als Station auf unserer Tour mit ausgewählt. Und da viele unserer Teilnehmer aus den alten Bundesländern kommen, war das auch sehr bildend und informativ“, so Josef Kraus. Der 48-Jährige war bei der diesjährigen Mini-Mut-Tour 2015 mit dabei. Es ist Deutschlands einziges sportliches Antistigma-Projekt, das sich mit dem Thema Depression befasst. In diesem Jahr gab es acht kleinere Etappen statt einer großen Tour, die es wieder 2016 geben wird. „Die 7. Etappe führte uns von Wittenberge über Wismar bis Lübeck. Ludwigslust lag da mit auf unserer Strecke, die von schönen Landschaften geprägt ist.“

Insgesamt drei Tandem-Teams machten sich auf den Weg, innerhalb von vier Tagen hatten die sechs Aktiven zwischen 250 und 300 Kilometern zurückzulegen. Menschen mit Depressiv-Erfahrungen und ohne waren für diese Zeit eine Gemeinschaft. „Kennengelernt haben wir uns am Abend zuvor, einen Tag später ging es von Wittenberge aus los nach Lübeck.“ In den vier Tour-Tagen erlebten die Männer und Frauen die wohltuende Wirkung des Sports, der Natur und des Miteinanders. Die Tagesstrecken betrugen rund 55 km. Auf der siebten Tour durchquerten die Radler auf ihrem Weg nach Lübeck u.a. die Orte Ludwigslust, Schwerin, Wismar, Boltenhagen/ Klütz und Travemünde.

„Übernachtet haben wir immer im Freien, im Zelt. Auf einer Lichtung, auf einer Wiese. Wir kamen bei unseren Aufenthalten auch immer mit vielen Leuten in Kontakt, hatten Info-Material und Flyer mit. Im Gespräch ging es uns darum, die Depression als Erkrankung zu entstigmatisieren und um darauf aufmerksam zu machen, dass Menschen mit Depressionserfahrung Menschen wie du und ich sind“, so Josef Kraus, der selbst mit Depressionen zu kämpfen hatte und aus diesem Grund auch Frührentner wurde.

In diesem Jahr radelten 24 Tandem-Teams auf acht Etappen quer durch Deutschland und zeigten, dass es wichtig ist, offen über Depression zu reden und dass Sport helfen kann. Die Mut-Tour möchte helfen, offen über dieses Thema zu sprechen und Diskriminierung zu überwinden. Erneut hatten die Soziologin und Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil sowie Willi Lemke, Sonderberater für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden für den Generalsekretär der Vereinten Nationen als Schirm-Eltern die Patenschaft für das Projekt übernommen.

„Anders als in den Vorjahren haben wir uns 2015 für das Mini-Tour-Konzept entschieden, um das Mitfahr-Angebot möglichst niedrigschwellig zu halten“, erklärt Sebastian Burger, der Initiator der Tour. So trauten sich deutlich mehr Menschen zu, für einen kurzen Zeitraum miteinander die Natur zu erleben und sich zu bewegen.

Darüber hinaus benötigt man für das Mitradeln deutlich weniger Urlaubstage, insbesondere dann, wenn sich die Etappen in den Monaten Mai und Juni über Feiertage erstrecken, so Burger.

Und sicher wird bei der großen Mut-Tour im nächsten Jahr auch Josef Kraus wieder mit dabei sein - radeln mit Gleichgesinnten für eine gute Sache.

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