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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 10:40 Uhr

Dömitz : Eine Mammutaufgabe für Dömitz

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kommandantenhaus auf der Festung muss dringend saniert werden / Bürgermeister kämpft um Unterstützung durch das Land

von
erstellt am 05.Jan.2015 | 09:51 Uhr

Die Stadt Dömitz ist ohne beschlossenen Haushaltsplan in das neue Jahr gestartet. Schuld ist das Kommandantenhaus, das Hauptgebäude auf der Festung. Es muss dringend saniert werden – eine Mammutaufgabe, die eine kleine Stadt wie Dömitz nicht allein stemmen kann. Erst wenn klar ist, ob und wie das Großvorhaben zu finanzieren ist, sollen die Stadtvertreter den Haushalt 2015 verabschieden.

Ohne Hilfe von außen wird es nicht gehen – und die Bitte um solche ist nach Ansicht von Bürgermeister Helmut Bode durchaus legitim. Immerhin ist die Festung Dömitz eine der wenigen sehr gut erhaltenen Flachlandfestungen des 16. Jahrhunderts in Norddeutschland und als solche nicht nur für die Stadt von großer Bedeutung. „Eigentlich würde sie als Kulturerbe in Landesbesitz gehören“, betont der Bürgermeister. „Für eine Stadt wie Dömitz mit 3000 Einwohnern, einschließlich der Ortsteile, ist sie drei Nummern zu groß.“ Jedes Jahr laufen Kosten von knapp 260 000 Euro, inklusive der Abschreibungen, auf. „Das ist ungefähr so, als würde man der Stadt Schwerin das Schloss aufhalsen“, so Helmut Bode.

Die Sanierung des Kommandantenhauses würde die Möglichkeiten der Dömitzer endgültig übersteigen, selbst wenn die beantragten Fördermittel vom Bund fließen. Bei geschätzten Sanierungskosten von 5,7 Millionen Euro müsste die Stadt 1,9 Millionen Euro als Eigenanteil aufbringen. „Völlig unmöglich“, sagt Helmut Bode, der inzwischen begonnen hat, Klinken in Schwerin zu putzen. Die erste war die Türklinke von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). „Ich bin mit einem guten Gefühl aus dem Gespräch gegangen, auch wenn natürlich noch keine finanzielle Unterstützung zugesagt wurde“, betont Helmut Bode. Till Backhaus wolle noch im Januar ein Treffen mit allen beteiligten Ministerien organisieren, um gemeinsam einen Weg zu finden, den Eigenanteil der Stadt mitzufinanzieren. „Es kann nicht sein, dass die Stadt freiwillige Aufgaben streichen muss, um die politische Forderung nach Erhalt der Festung zu erfüllen, die ein Aushängeschild für das ganze Land ist“, so Bode. Der Bürgermeister hofft, dass die Weichen im Februar gestellt werden.

Viel Zeit bleibt auch nicht mehr. Das Kommandantenhaus befindet sich in einem „katastrophalen baulichen Zustand“. So gebe es handdicke Risse im Mauerwerk, so Bode. „Wenn die Mauern nicht so dick wären, wären sie wohl schon zusammengefallen.“ Noch sei das Gebäude nicht einsturzgefährdet – „aber wenn wir den jetzigen Zustand belassen, wie er ist, wird es dazu kommen“, stellt der Bürgermeister klar.

„Die ältesten Teile des Kommandantenhauses sind über 760 Jahre alt“, erklärt Jürgen Scharnweber, Leiter des Museums Festung Dömitz. Das betreffe den unteren Teil des Turmes und den Pulverkeller. Der Pulverkeller habe zum Palas der einstigen Burg gehört. Dessen Ruine wurde mit genutzt, als um 1560 der mecklenburgische Herzog Johann Albrecht I. die Anlage zur Festung erweitern ließ. „Das Kommandantenhaus war bis 1894 als solches genutzt worden, bis der Garnisonsstatus hier aufgehoben wurde und das Militär abzog“, so Scharnweber. Später befanden sich unter anderem Wohnungen und Verwaltungsräume in dem Gebäude. Ab 1953 baute Jürgen Scharnwebers Vater darin das Museum auf.  

 

 

 

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