Ludwigslust : Eine Bildungsstätte für kleine Naturtalente

<strong>Neulinge beim</strong> Experimentieren am Tag der offenen Tür in der Kita 'Naturtalent'.<fotos>wabe</fotos>
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Neulinge beim Experimentieren am Tag der offenen Tür in der Kita "Naturtalent".wabe

Die neue Kita „Naturtalent“ am Techentiner Weg in Ludwigslust fällt schon durch ihr großzügiges Äußeres auf. Der Verein WABE e. V. Hamburg hat sich über die Lindenstadt erstmals auf den Weg nach MV gemacht.

svz.de von
01. Juni 2012, 09:32 Uhr

ludwigslust | Die neue Kita "Naturtalent" am Techentiner Weg in Ludwigslust fällt schon durch die runde Form des Gebäudes auf. Doch auch was im Innern praktiziert wird, ist etwas anders als das Erwartete. Bei einem Tag der offenen Tür konnten sich Eltern, Großeltern und all jene, die es werden wollen, mit den Angeboten vertraut machen.

In den Funktionsräumen fanden attraktive Mitmachangebote statt. In der hauseigenen WABE-Kita-Küche konnten frische Waffeln gebacken und Schnittchen belegt werden. Der Natur- und Technikbereich lud im Innen- und Außenbereich mit vielen praktischen Experimenten zum Staunen und Forschen ein. In der Holzwerkstatt konnten kleine Bilderrahmen angefertigt werden. Über den gesamten Zeitraum stand im Bewegungsraum die Bewegungsbaustelle nach Elfriede Hengstenberg zur praktischen Erprobung zur Verfügung.

Und das sind die täglichen Angebote für "Naturtalente": Eine Kinderküche für die Entwicklung motorischer Fähigkeiten, eine Holzwerkstatt zum Kennenlernen von Werkzeugen, ein Raum für Naturwissenschaften (Mathe, Physik, Chemie, Biologie), Kneipp, Bewegungsmaterial nach Elfriede Hengstenberg, im Krippenbereich Bewegungsmaterial nach Emmi Pikler; ein Atelier sowohl im Kindergarten- als auch im Krippenbereich. Die Bibliothek und Medienwerkstatt im Kita- und Hortbereich wächst gerade. In die Planung der Elemente sind die Pädagogen einbezogen gewesen, sie haben die Arbeit der Architekten unterstützt.

Erst am 8. März dieses Jahres war Eröffnung der Einrichtung, und so bot sich hier erstmals Gelegenheit, etwas näher hinzuschauen. Während der Krippenbereich schon gut laufe, wolle man die Werbetrommel auch für den Kita- und Hortbereich rühren, ergänzt Kerstin Gebert, die Leiterin der Einrichtung, ein weiteres Ansinnen des Tages der offenen Tür.

Die Kita "Naturtalent" ist die erste Einrichtung des Vereins WABE e.V. in MV. Das Team praktiziert das Konzept der offenen Arbeit und hat dazu 10 000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Kerstin Gebert findet die offene Arbeit ganz toll und will sich als frühere Fachberaterin selbst noch einmal in der Umsetzung versuchen. Was verbirgt sich hinter dem WABE-Verein? Interessierte Pädagogen aus unterschiedlichen Bereichen der Sozialarbeit haben 2001 gemeinsam den Verein gegründet. WABE steht für "Wohnen, Arbeiten, Betreuen und Entwickeln". Ziel ist, neue Impulse in ausgewählte Bereiche der sozialen Arbeit zu tragen. Seit der Vereinsgründung im Jahr 2001 ist WABE von anfangs acht Mitarbeitern in vier Einrichtungen auf über 290 Mitarbeiter in 23 Projekten gewachsen. Der Verein ist anerkannter Kinder-und Jugendhilfeträger mit Sitz in Hamburg.

Das Konzept der offenen Arbeit verfolgen auch andere Kindereinrichtungen in der Stadt Ludwigslust, wie Ines Jammer-Lühr, Leiterin des Fachbereiches Gesundheit und Soziales in der Stadtverwaltung, bestätigt.


WABE: Pädagogik unter dem Symbol der Biene
Antworten von Claudia Janson, WABE Hamburg

Das Symbol von WABE e.V. ist eine Biene: Was hat es damit auf sich?

Claudia Janson: Eine Biene überlebt nur in der Gemeinschaft ihres Volkes. Jede arbeitet mit, gibt ihr Wissen weiter, verhält sich aufmerksam und sozial. Unsere Kitas unterstützen die ihnen anvertrauten Kinder dabei, sich individuell zu entwickeln, zu lernen, mit den eigenen Stärken und Schwächen umzugehen und sich dabei als unentbehrlichen Teil der Gemeinschaft zu begreifen.

Auf welchem pädagogischen Verständnis basieren die Kindertageseinrichtungen von WABE e.V.?

Wir arbeiten nach dem Konzept der Offenen Arbeit. Hier gibt es große Unterschiede in der Interpretation und Umsetzung. Offene Arbeit wird in der Praxis durch Funktionsräume und Mitarbeiter, die nach dem Fachfrauenprinzip gezielte (Förder-)Angebote für künstlich zusammengestellte Kindergruppen anbieten, dargelegt. Die Offene Arbeit, die in unseren Kitas praktiziert wird, stellt die Interessen und Bedürfnisse der einzelnen Kinder als die Grundlage für das pädagogische Handeln in den Vordergrund.

Ihre Einrichtungen verfügen über unterschiedliche Profile bzw. unterscheiden sich in ihrer Ausrichtung (z.B. Musik-Kita, interkulturelle Kita). Mit welchem Hintergrund?

Jede Kita entwickelt ihr Profil in Abhängigkeit zum sozialen Umfeld und den regionalen Besonderheiten und orientiert sich an den zusätzlichen Interessen, besonderen Fähigkeiten und Zusatzqualifikationen der Kita-Verantwortlichen.

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