Wertgegenstände aus Kirche in Leussow entwendet : Einbrecher stehlen goldene Kunst

Diese vier Apostel- Figuren....
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Diese vier Apostel- Figuren....

Traurig zeigt Pastorin Melanie Ludwig in der Kirche auf die Haken, die einst die Konsole der beherbergten, von denen die Figuren der Apostel Paulus, Petrus, Matthäus und Johannes von den Wänden genommen wurden.

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12. November 2010, 10:12 Uhr

Leussow | Traurig zeigt Melanie Ludwig auf die leeren Haken, die einst die Konsole beherbergten, von denen die Figuren der Apostel "Paulus", "Petrus", "Matthäus" und "Johannes" von den Wänden genommen wurden.
Doch während die junge Frau im Altarraum steht, wandern ihre Augen immer wieder zu dem Fenster am rechten Eingang des Gotteshauses. In der Zeit vom 27. Oktober bis 1. November ist dort nämlich jemand gewaltsam hineingekommen. Hat sich durchgezwängt auf etwa 1.60 Meter Höhe. Ohne Einladung. In der Nacht. "Wahrscheinlich waren es sogar mehrere Täter", sagt die Pastorin, die seit März dieses Jahres für die etwa 850 Menschen der verbundenen Kirchgemeinde Leussow-Redefin als Seelsorgerin verantwortlich zeichnet.

Ebenfalls aus dem Altarraum stahlen die Täter zwei etwa 90 Zentimeter hohe bronzene Kerzenleuchter sowie ein Gemälde Martin Luthers. "Die hölzernen Apostel-Figuren sind Schnitzereien und stammen aus dem Jahre 1884. Sie sind goldfarben und etwa 70 Zentimeter hoch", berichtet die Pastorin weiter, die noch immer fassungslos ist, dass es Mensche gäbe, die bei ihren Raubzügen selbst vor Kirchen nicht halt machten. "Zuerst wollte ich das gar nicht glauben, als mir Kirchgemeindemitglied Werner Lottermoservon dem Einbruch berichtete, den er entdeckt hatte, als er die Sterbeglocke läuten wollte", erinnert sich Melanie Ludwig. "Die Menschen, besonders die Älteren unter ihnen, sind entsetzt. Schließlich wurde ihnen ein unschätzbares Stück Kirchengeschichte gestohlen." Die entwendeten Kunstgegenstände seien 1884 dank einer guten ernte von Kirchgängern gespendet worden und hätten sich bis zum Diebstahl im Besitz der Leussower befunden. "Wie können Menschen mit so einer unheiligen Tat nur leben?", fragt sich derzeit sicher nicht nur die schockierte Pastorin.

Das Kriminalkommissariat in Ludwigslust ermittelt jetzt wegen Diebstahls im besonders schweren Fall und bittet in diesem Zusammenhang auch die Bevölkerung um Mithilfe. Von den Tätern fehlen bislang jede Spur, war gestern von Revierleiter Christian Eichwitz zu erfahren. Insbesondere sucht die Polizei Zeugen, die im fraglichen Zeitraum im Bereich der Kirche oder im Ort verdächtige Personen beziehungsweise Fahrzeuge wahrgenommen haben. Hinweise nimmt Kripo in Ludwigslust, die übrigens von einem gezielten Einbruch ausgeht, (Telefon 03874/ 4110) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Auch dem Oberkirchenrat wurde, so Melanie Ludwig weiter, der Einbruch gemeldet. Auch dort herrsche großes Unverständnis über diese Tat.

"Manche Leussower haben es so empfunden, als wäre in ihre eigene Wohnung eingebrochen worden", berichtet die Pastorin nach Gesprächen mit Einheimischen. Sie könnten noch immer nicht glauben, dass jemand so mit dem Allerheiligsten ihrer Kirche umgehe.

"Die Gegenstände möchten wir gerne wiederhaben", sagt Melanie Ludwig. Dabei geht es ihr nicht allein um den materiellen Wert, der auf etwa 13 000 Euro beziffert wird. Sie hofft auf eine Gewissensregung bei dem oder den Langfinger(n).

"Der idelle Wert der gestohlenen Sachen lässt sich gar nicht beziffern. Denn viele Menschen aus der Region fühlen sich persönlich mit den Kunstgegenständen verbunden. Sie waren seit 1887 immer in der Kirche. Was eine Botschaft für sie hatte, ist nun weg", versucht Melanie Ludwig eine Gemütsbeschreibung.

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