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Ludwigsluster Tageblatt

17. Oktober 2017 | 22:56 Uhr

Wöbbelin : Ein Zollstock von den Borussen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Karl-Heinz Gottschalk sammelt seit Jahrzehnten Messstäbe / Bislang lagern 380 Stück in seinen zwei Schaukästen

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 09:15 Uhr

Aus beruflichem Nutzen wurde eine Sammlerleidenschaft: Karl-Heinz Gottschalk aus Wöbbelin ist Besitzer von 380 Zollstöcken. Die allermeisten wurden noch nicht einmal auf ganzer Länge auseinandergeklappt. Und doch weiß der 60-jährige Berufskraftfahrer über fast jeden dieser Messstäbe eine kurze Geschichte zu erzählen.

Heinz, wie er in der Familie und von Freunden kurz genannt wird, ist von Grund auf ein akkurater Mensch. Was beim Besuch des Sammlers sofort ins Auge fällt, ist die Ordnung. Ob es auf dem Grundstück, in der Garage, im kleinen Gewächshaus oder in den beiden Werkstätten ist – Ordnung erspart Heinz das Suchen. Griffbereit und an seinem Platz muss alles immer sein. Das legt er auch seinen beiden Söhnen ans Herz, wenn die sich mal etwas beim Vater ausleihen. Im eigenen Wohnhaus garantiert seine Ehefrau Heidemarie dafür. „Sie kann das viel besser als ich. Und bei ihrem Arbeitstempo würde ich auch nur im Wege stehen“, überlässt Heinz Gottschalk dieses Terrain gern seiner besseren Hälfte.

Wenn allerdings jemand seine Zollstocksammlung besichtigen möchte, dann ist Heinz immer mit dabei. Zum einen muss er die Klemmhalterungen beider Schaukästen öffnen, damit überhaupt einer der in Reih’ und Glied aneinandergereihten Zollstöcke herausgenommen werden kann. Zum anderen befinden sich einige echte Raritäten darunter, die Heinz nie aus den Augen verliert. Einen dieser besonderen Messstäbe hat ihm ein Arbeitskollege aus Dortmund mitgebracht: einen Zollstock vom BVB, der Borussia aus Dortmund. Auch ein anderer ist ein Geschenk. Der zeigt auf ganzer Länge, dass dieser Zollstock vom ehemaligen Formel-1-Piloten Ralf Schumacher herausgegeben worden war. „Zwei echte Schmuckstücke“, freut sich Karl-Heinz Gottschalk über seine beiden Zollstock-Kostbarkeiten besonders.

„Eigentlich habe ich die meisten Zollstöcke als Zugaben bei Einkäufen erhalten“, erzählt der Wöbbeliner über seine Sammelleidenschaft. Auch seine beiden Söhne und Freunde versorgten ihn mit Nachschub. Erst kürzlich zu seinem 60. Geburtstag gab es gleich ordentlich Zuwachs.

„Als ich im Hamburger Hafen angefangen habe zu arbeiten, waren mir einige Raritäten in die Hände gefallen. Die habe ich immer mit nach Hause genommen und weggelegt. Irgendwann waren es so viele, dass ich die Dinger stapeln musste. Weil ich so schnell nichts wegwerfe, habe ich mir dann erst einen Schaukasten selbst gebaut und dann musste ja auch noch der zweite her.“

Gefragt, wie viele und wie lange er Zollstöcke noch sammeln will, antwortet Heinz schmunzelnd: „Naja, bei 400 ist noch nicht Schluss. Wenn es sein soll, dann baue ich noch einen Schaukasten an. Bald bin ich ja Rentner.“

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