Grabow : Ein Treffen für die „Angels“

Erinnerungsfoto an das Regionaltreffen des Angelman-Vereins in Ziegendorf.  Fotos: Andrea Pohl
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Erinnerungsfoto an das Regionaltreffen des Angelman-Vereins in Ziegendorf. Fotos: Andrea Pohl

Betroffene Eltern und Mitglieder des Angelman-Vereins tauschen sich aus

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01. Juli 2019, 05:00 Uhr

Leopold und Maja kennen sich bereits. Deshalb scheint es auch dieses Mal für das Mädchen kein Problem zu sein, auf das Alpaka zuzugehen. Im vergangenen Jahr lernten sich die Beiden beim Sommerfest des Pflegedienstes Henning in Grabow kennen. Maja nimmt das Tier sogar bei den Zügeln. Maja ist besonders, Maja ist ein „Angel“ wie Mama Andrea Pohl über ihre Tochter sagt. Maja hat das Angelman-Syndrom. Eine genetische Veränderung im Bereich des 15. Chromosoms. Geistig wie körperlich sind die „Angels“ eingeschränkt. Auch Maja. Sie wird unter anderem nie sprechen können. Andrea Pohl weiß von der Erkrankung ihrer Tochter, seitdem Maja neun Monate alt ist. Seitdem sind viele Jahre vergangen. Die Familie zieht von Lübeck zurück in die mecklenburgische Heimat, nach Grabow. Dort finden sich alle zurecht, mittlerweile sind sie zu viert. Bruder Hannes wird dieses Jahr eingeschult (wir berichteten).

Erinnerungsfoto an das Regionaltreffen des Angelman-Vereins in Ziegendorf.  Fotos: Andrea Pohl
Erinnerungsfoto an das Regionaltreffen des Angelman-Vereins in Ziegendorf. Fotos: Andrea Pohl
 

Gemeinsam mit ihrer Familie ist Andrea Pohl dieses Mal in Ziegendorf unterwegs. Dort auf dem Ferienhof „Mecklenburg“ findet das Regionaltreffen des Angelman-Vereins statt. Das Treffen hat Andrea Pohl organisiert, sie ist die Regionalleiterin des Vereins für den östlichen Bereich. „Ich möchte, dass mehr Menschen wissen, was das Angelman-Syndrom ist“, erklärt die Grabowerin. Ihr Mann Sven und sie wussten es damals nicht. Nach dem ersten Schock informierten sie sich, wollten Maja ein schönes Leben bereiten. Sie treten dem Angelman-Verein bei. Andrea Pohl übernimmt immer mehr Aufgaben, wird Regionalleiterin.

In Ziegendorf finden sich 17 „Angels“ mit ihren Familien ein. Verbringen das gesamte Wochenende miteinander, tauschen sich aus. „Unser jüngster Angel ist drei Jahre alt, der älteste 52“, erzählt Andrea Pohl. An der Geschichte vom 52-jährigen Maik aus Sachsen, der mit seiner Schwester nach Ziegendorf kam, zeigt sich, wie wichtig es ist, über das Syndrom aufzuklären. „Maik hat erst mit 50 Jahren die Diagnose Angelman-Syndrom erhalten“, erzählt die Regionalleiterin des Vereins gegenüber unserer Redaktion. Nur ein Zufall führt zur Diagnose. „Sein behandelnder Arzt hat einen Bericht über das Angelman-Syndrom gelesen und Parallelen zu Maik erkannt. Das zeigt, wie wichtig Öffentlichkeitsarbeit ist“, sagt Andrea Pohl. Die Grabowerin wird weiterhin Aufklärung betreiben.

Als Angel-Mama weiß die Grabowerin auch, wie wichtig solche Treffen untereinander sind. „Der Verein ist von Eltern für Eltern“, sagt Andrea Pohl. Doch auch Forschung und Medizin schließen sich an, schließlich wurde das Syndrom erst 1965 entdeckt – durch Harry Angelman, dem Namensgeber des Syndroms.

Dankbar ist Andrea Pohl nicht nur dem Ferienpark, sondern auch Familie Holter. „Der Ferienpark ist wirklich gut geeignet für ein Regionaltreffen.“ Und die Alpakas von Familie Holter waren ebenfalls die tierischen Stars des „Angel“-Treffens.

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