Ludwigslust : Ein Stück Sternberger Kuchen

Eva Klooth nahm ein Stück Sternberger Kuchen mit nach Stralsund.  Fotos: Neumann
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Eva Klooth nahm ein Stück Sternberger Kuchen mit nach Stralsund. Fotos: Neumann

Zoo- und Museumspädagogen bewundern fossilienreiches Gestein bei Fortbildung im Ludwigsluster Natureum

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28. August 2015, 07:00 Uhr

Torsten Menz hat ein kleines Schatzkistchen mit nach Ludwigslust gebracht. Im Natureum zeigt er seine darin aufbewahrten Fundstücke Dr. Wolfgang Zessin, dem Experten für Fossilien von der Naturforschenden Gesellschaft Mecklenburg e.V. (NGM). „Ich habe sie bei Spaziergängen am Ostseestrand entdeckt“, erzählte der Schweriner Lehrer. „Donnerkeil, Koralle, Seeigel, Bernstein zum Beispiel.“

Auch wenn Torsten Menz Fossilien sehr interessant findet, ist sein Spezialgebiet doch ein anderes. Der Lehrer unterrichtet an der Sternwarte Schwerin, einem von inzwischen 18 außerschulischen Lernorten in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Er gehörte zu jenen Lehrern und Museumspädagogen von naturwisschenschaftlichen Lernorten außerhalb von Schulen, die sich in dieser Woche zu einer Fortbildung im Natureum im ehemaligen Fontänenhaus am Ludwigsluster Schloss getroffen hatten. Sie kamen von den Zooschulen Schwerin und Rostock, aus dem Ozeaneum Stralsund, dem Wildpark Güstrow oder dem Greifswalder Tierpark.

„Anliegen ist es, dass sich die Kollegen gegenseitig kennenlernen und sich über ihre Arbeit austauschen können“, erklärte Holger Siegesmund, Vorsitzender des Landesverbandes der Zoo- und Museumspädagogen und an der Zooschule Schwerin tätig. Dafür treffen sie sich jedes Jahr an einem anderen außerschulischen Lernort. „So bekommt man nach ein paar Jahren ein rundes Bild.“ Das Natureum sei etwas Besonderes, weil es quasi aus einer Bruchbude aufgebaut worden war.

Nachdem NGM-Vorsitzender Uwe Jueg das Museum vorgestellt und Dr. Wolfgang Zessin über Fossilien gesprochen hatte, besichtigten die 21 Frauen und Männer die Ausstellung. „Die Südsee in Mecklenburg“, sagte Dr. Zessin mit Blick auf einen ausgestellten 28 Millionen Jahre alten Nautilus, einer Tiergattung, die zur Klasse der Kopffüßer gehört. „Heute gibt es ihn nur noch im Indischen Ozean“, so der promovierte Paläontologe, der seit fast 60 Jahren Sammler ist und in dieser Zeit mehr als 100 neue Arten und Gattungen beschreiben konnte.

Eva Klooth nutzte die Gelegenheit, um ihren Fossilienbestand auszubauen. Sie suchte sich ein Stück vom Sternberger Kuchen, einem fossilienreichen Gestein, aus. „Ich kannte den Sternberger Kuchen schon, hatte aber noch keinen“, sagte die Museumspädagogin vom Deutschen Meeresmuseum Stralsund. „Er passt gut zum Thema Fossilien, das wir in Projekttagen und -wochen mit Kindern ab der siebten Klasse behandeln.“ Der Sternberger Kuchen ist versteinerter Meeresboden, der hauptsächlich in der Region Sternberg gefunden wird.

Schwerpunkt der Bildungsarbeit des Stralsunder Meeresmuseums zu Fossilien ist allerdings die Rügener Schreibkreide. Wie sie zu diesem Thema mit den Kindern und Jugendlichen arbeitet, stellte Eva Klooth dann am Nachmittag ihren Kollegen vor. Die präsentierten Unterrichtsbeispiele sollen helfen, das Potenzial der außerschulischen Lernorte im Interesse der Schüler weiterzuentwickeln, so Holger Siegesmund.

Uwe Jueg freute sich über den Besuch seiner Kollegen und dass „unser Fontänenhaus so überregional eingebunden ist“. Auch das Natureum ist ein außerschulischer Lernort, an dem der Ludwigsluster Lehrer Projekttage für Schulklassen gestaltet. Mit vier Wochenstunden allerdings im viel geringerem Umfang als die meisten seiner Kollegen.  

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