zur Navigation springen

Schlossgarten Ludwigslust : Ein stiller Star in Europa

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ludwigsluster Schlossgarten wird Zweiter bei Verleihung des Europäischen Gartenpreises - nur die „Hestercombe Gardens“ sind schöner

von
erstellt am 13.Sep.2016 | 06:30 Uhr

Schon die Nominierung des Ludwigsluster Schlossgartens für den Europäischen Gartenpreis war eine kleine Sensation. Noch nie zuvor sei eine Parkanlage aus Mecklenburg-Vorpommern für diesen Preis vorgeschlagen worden, so Dietmar Braune, Diplom-Gartenbauingenieur der Staatlichen Schlösser und Gärten. Seit Freitag nun steht fest: Nur ein Park in Europa kann Ludwigslust noch toppen. Die „Hestercombe Gardens“ in der südwestenglischen Grafschaft Somerset. Der britische Park gewann in der Kategorie „Beste Weiterentwicklung eines historischen Parks“. Ludwigslust schaffte es auf Platz zwei, genauso wie der Royal Botanic Garden Edinburgh. Dietmar Braune kennt zufällig die beiden Parks in England und Schottland. „Es ist wirklich eine Ehre für Ludwigslust jetzt dazu zu gehören, und es ist natürlich eine große Würdigung der Arbeit aller Landschaftspfleger hier vor Ort.“

Braune war am Freitag nach Nordrhein-Westfalen ins Schloss Dyck gereist. Nichts ahnend, wie die Verleihung ausgehen würde. Sehr international, ja fast oscarpreisverdächtig sei es auf der Verleihung zugegangen, erzählt Braune, der seine Dankesrede dann auch auf englisch halten musste. Zuvor war Ludwigslust in der Laudatio als ein Park in „hervorragendem Pflegezustand“ gewürdigt worden. Mit wundervollem Parkblick, kunstvollen Wasserspielen und einem einzigartigen Raumgefüge mit entsprechenden Sichtachsen.

In den vergangenen 20 Jahren hat MV nachhaltig in die Wiederherstellung dieses Gartendenkmals investiert. So seien 5,6 Millionen Euro in die Restaurierung der Parkarchitektur, der Skulpturen, der Weg- und Platzflächen investiert worden. Historische Wasserläufe, Brücken und Durchlässe wurden saniert , die pflanzliche Parkstruktur wieder hergestellt.

Die Fachleute vom Europäischen Gartennetzwerk hat vor allem die behutsame und authentischen Restaurierung überzeugt. „Eine Restaurierung möglichst dicht am Originalzustand ist eine ganz besondere Detektivarbeit“, so Braune auf der Preisverleihung. „Es gibt kaum bildliche Darstellungen und auch Zeitzeugen kann man nicht mehr befragen. Diese Kärrnerarbeit ist den allermeisten Gartenbesucher nicht bewusst, umso schöner ist es daher, wenn Experten diese Anstrengungen würdigen.“

Für Christian Grüßen, den Projektkoordinator des Europäischen Gartennetzwerkes, sind Gärten wie der in Ludwigslust „stille Stars“, deren Beliebtheitsgrad mit dem Gartenpreis über die Grenzen hinaus weiter steigen werde. Auch im Finanzministerium ist die Nachricht gestern mit großer Freude aufgenommen worden. Ministerin Heike Polzin sieht die Würdigung als „ein Zeichen dafür, dass dieses Kleinod europaweit nun in der ersten Liga spielt“.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen