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Ludwigsluster Tageblatt

11. Dezember 2017 | 16:27 Uhr

Ludwigslust : Ein stetiger Kampf

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gruppe der Anonymen Alkoholiker Ludwigslust blickt auf 20-jähriges Bestehen zurück

von
erstellt am 30.Sep.2014 | 07:00 Uhr

Anne-Lene kam von der Insel Usedom, um darüber zu berichten, wie sie ihr Leben als Alkoholikerin in den Griff bekommen hat. Karin aus Hamburg erzählte aus der Sicht einer Angehörigen, wie der Alltag mit einem Alkoholiker aussieht. Erfahrungsberichte, Meinungstausch, Gespräche und Vorträge – all das stand auf dem Programm der Zusammenkunft der Gruppe Anonyme Alkoholiker (AA). Von Männern und Frauen, die es geschafft haben, vom Alkohol loszukommen, und die jeden Tag aufs Neue den Kampf führen müssen.

Seit 20 Jahren besteht die Selbsthilfegruppe in Ludwigslust – Anlass, sich zu treffen und die vergangene Zeit Revue passieren zu lassen. Doris verlas die Präambel der AA. Einer Gemeinschaft von Männern und Frauen, die miteinander ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen, um ihr gemeinsames Problem zu lösen und anderen zur Genesung vom Alkoholismus zu verhelfen, heißt es dort. Die einzige Voraussetzung für die Zugehörigkeit ist der Wunsch, mit dem Trinken aufzuhören.

Zwei Gründer der Gruppe, Peter und Reinhard, konnten an diesem Tag nicht dabei sein – sie waren beruflich bzw. krankheitsbedingt verhindert, sagte Rudolf, der Sprecher der Ludwigsluster AA-Gruppe. „Reinhard schickte per E-Mail die besten Wünsche zum Jubiläum unserer AA-Gruppe, Peter ist im Krankenhaus, wurde dort am Herzen operiert.“

Peter aus Geesthacht hatte 1994 die Gruppe mitgegründet. Rudolf war nach eigener Aussage schon eineinhalb Jahre trocken, als er am 17. September 1994 zum Meeting mit Gleichgesinnten nach Ludwigslust zum Alten Forsthof fuhr. Hier traf sich die AA-Gruppe im Meetingraum, der anfangs noch spartanisch war – kleines Büro, drei Stühle und ein Schreibtisch. Später dann, so fuhr Gruppensprecher Rudolf fort, fand die Gruppe ein Domizil im Stift Bethlehem. Dort stand das Familienzimmer zur Verfügung.

„Wir haben sehr oft mit der Teilnahme gehadert, weil unsere AA nur aus fünf bis acht Freunden bestand. Es gab Zeiten, wo wir nur zu zweit oder allein das Meeting besetzt haben. Aber es muss immer jemand da sein, wenn einer Hilfe braucht. Es kamen in der Vergangenheit auch viele zu uns, die wegen Trunkenheit im Straßenverkehr ihren Führerschein verloren hatten. Aber wenn diese Freunde ein Jahr lang trocken sind, haben wir ein Jahr gewonnen. Die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe zählt bei der MPU, der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung.“ Erfreulich sei, dass ein ganzer Teil von den Freunden, die bei der AA waren, heute trocken sind und weiter Lkw fahren, freut sich Sprecher Rudolf.

Die Ludwigsluster Freunde waren in den vergangenen 20 Jahren in Stadt und Region sehr aktiv – bei der Organisation von Veranstaltungen für den MV-Tag, von Begegnungen in der Sporthalle und von Info-Veranstaltungen. Auch auf verschiedenen Ebenen im Kreis hätten sie mitgearbeitet. „Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch stellen im Kreis ein großes Problem dar“, sagt AA-Sprecher Rudolf. Dennoch umfasst der Stamm der Ludwigsluster Gruppe nur sechs bis acht Freunde. Da ist es erfreulich, dass zum Jubiläumstreffen in der VS-Stätte am Alten Forsthof 23 Freunde gekommen waren. Wer Hilfe braucht, kann jederzeit zu den Gruppentreffen – mittwochs um 19.30 Uhr im Alten Forsthof – kommen.

Rudolf bedauert, dass zur Jubiläumsveranstaltung der AA-Gruppe kein einziger Vertreter aus Kommunalpolitik oder Verwaltung gekommen war. Genügend Einladungen seien verschickt worden, aber die Resonanz blieb aus.

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