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Ludwigsluster Tageblatt

17. Oktober 2017 | 20:58 Uhr

neustadt-glewe : Ein Sprung bis zum Seepferdchen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kinder, darunter zwei Mädchen aus der Schweiz, erlernen mithilfe ehrenamtlicher Schwimmlehrer in Neustadt-Glewe das Schwimmen

Beine anhocken, grätschen, strecken, wieder zusammen - und das Ganze wieder von vorne. So erlernen die Kinder beim Schwimmkurs des ASB am Neustädter See die richtige Beinarbeit. Insgesamt 18 Jungen und Mädchen wollen in dieser Woche das Schwimmen erlernen oder eine höhere Schwimmstufe erreichen. Dabei kommt es vor allem auf die richtige Technik und eine große Portion Mut an.

Die vierjährige Anni zieht ohne jegliche Schwimmhilfe eine Bahn im tiefen Bereich des Neustädter Sees. Vor ihr schwimmt Lehrer Sven Müller, von der Brücke aus unterstützt Lehrerin Gabi Badel-Stiehler und gibt Anweisungen. „Schön die Arme ausstrecken und ganz ruhig atmen“, so die Rettungsschwimmerin. Nach 25 Metern hat Anni einen Teil ihrer Seepferdchen-Prüfung geschafft. Als nächstes folgt noch der Sprung ins Wasser und schon ist das Abzeichen geschafft. Mutti Sandra Lübeck ist stolz auf ihre Tochter. „Sie wollte gerne schwimmen lernen. Mein Mann und ich sind Wassersportler, deswegen ist es uns aufgrund der Sicherheit eh wichtig, dass die Kindern früh schwimmen können.“

Dass diese Einstellung nicht alltäglich ist, weiß Schwimmlehrerin Gabi Badel-Stiehler. „Leider müssen wir immer wieder feststellen, dass viele Kinder nicht schwimmen können. Selbst im Alter von neun oder zehn noch nicht.“ Da diese Entwicklung besorgniserregend ist, liegen der ehrenamtlichen Rettungsschwimmerin und ihren Kollegen die Schwimmkurse besonders am Herzen.

Eher zufällig sind die Schwestern Madita und Finja im Schwimmkurs gelandet. Denn die Mädchen leben eigentlich in der Schweiz. „Wir waren am Montag hier zum Baden und haben den Schwimmkurs beobachtet. Und da dachte ich, dass wäre doch auch was für meine Enkelinnen“, erklärt Opa Hagen Klinger, bei dem die Schwestern derzeit Ferien machen in Neustadt-Glewe. Die siebenjährige Madita, die in diesem Jahr zur Schule kommt, konnte schon vor dem Kurs ein wenig schwimmen und steht jetzt kurz vor dem Seepferdchen. Vor dem letzten Sprung zögert das Mädchen noch ein wenig, doch Schwimmlehrerin Gabi Badel-Stiehler hat die passenden Worte parat und letztendlich springt Madita mutig in den See.

„Ich finde es besser, dass die Kinder das Schwimmen in einem See und nicht im Schwimmbad erlernen. Hier herrschen einfach andere Bedingungen und man kann auch schon mal von einem Fisch berührt werden“, so Gabi Badel-Stiehler.

Als der Schwimmkurs am frühen Nachmittag vorbei ist, halten Madita und Anni stolz ihre Seepferdchen-Abzeichen in der Hand. Diese wollen sie sich nun an ihre Badehosen nähen lassen, damit sie von den Rettungsschwimmern stets gesehen werden können.

Wer auch das Schwimmen erlernen oder eine höhere Schwimmstufe machen möchte, kann sogar noch in diesen Ferien an Kursen in Neustadt-Glewe und Dreenkrögen teilnehmen. Informationen dazu gibt es beim ASB.

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