Festspiele MV : Ein Sommer voller guter Angebote

Zu dem Kleinkunstfestival am 12. und 13. August werden 18 000 Besucher erwartet – und es gibt nur noch 200 Tickets.  Auf 25 Bühnen treten 60 Künstler aus 14 Ländern auf.
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Zu dem Kleinkunstfestival am 12. und 13. August werden 18 000 Besucher erwartet – und es gibt nur noch 200 Tickets.  Auf 25 Bühnen treten 60 Künstler aus 14 Ländern auf.

Das „Kleine Fest im großen Park“ in Ludwigslust als größtes Open Air der Festspiele MV wird immer gefragter.

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02. Juni 2016, 06:00 Uhr

Es ist mehr als ein lieb gewonnenes Ritual, das sich im Ludwigsluster Rathaus immer im späten Frühjahr abspielt. Die „Festspiele Mecklenburg-Vorpommern“ künden mit der Vorstellung des Programmes für das „Kleine Fest im großen Park“ ihr Kommen in der Region an. Für das Fest, das erst am 12. und 13. August stattfinden wird, ist längst keine Werbung mehr nötig. Die Veranstaltung ist trotz der 9000 Karten pro Tag de facto ausverkauft. Doch die Festspiele wollten sich gerade auch in Ludwigslust nicht auf den „seidenen Kissen des Erfolgs ausruhen“, wie es Intendant Dr. Markus Fein gestern ausdrückte. Man wolle sich immer weiter verbessern. Und deswegen werde es in diesem Jahr fünf weitere Acts auf zwei bis drei zusätzlichen Bühnen geben. Bei gleich bleibender Kartenzahl diene das der Entzerrung. Und so können sich die Karteninhaber auf 31 Ensembles und fünf Walking Acts freuen. Insgesamt kommen damit 60 Künstler aus 14 Nationen in den Park, für 19 Ensembles wird es eine Premiere in Ludwigslust sein. So viele Neuvorstellungen gab es noch nie in einem Jahr. „Eingesammelt“ hat diese Spitzenteams der Kleinkunst auf Weltniveau wie immer der Künstlerische Direktor Harald Böhlmann auf seinen weltweiten Touren.

Und die Veranstalter der nach wie vor publikumswirksamsten Veranstaltung der Festspiele widmen sich im Sinne ihrer Gäste noch einem ganz anderen Thema. Die Zahl der Toiletten soll deutlich erhöht werden, um die Wartezeiten der Bedürftigen in Grenzen zu halten.

Reinhard Mach, Bürgermeister in Ludwigslust, erinnerte seine Bürger und viele Gäste aus der Region noch einmal daran, dass es überhaupt nicht selbstverständlich sei, in jedem Jahr so viele Künstler der Weltklasse in der Stadt begrüßen zu können. Womit längst nicht nur das Fest im Park gemeint ist. Denn ab 24. Juni sind die Festspiele Dauergast im Landkreis und auch im benachbarten Niedersachsen. Bei aller Verteilung im ganzen Land, stellen die Veranstaltungen im Landkreis doch einen besonderen Schwerpunkt dar. Gut ein Drittel aller Besucher des Jahres werden auf Veranstaltungen der Festspiele im Kreis gezählt. Das liegt nicht nur am Fest im Park sondern auch an den großen Konzerten im Landgestüt Redefin. Von denen wird es auch in diesem Jahr wieder drei in der bewährten Kombination aus Picknick, Vorführung des Gestüts und Konzert geben. „Weltstars in Redefin“ heißt diese Serie, die am 23. Juli mit der Ausnahmepianistin Hélène Grimaud und dem Australian Youth Orchestra beginnen wird. Am 20. August folgt dann die argentinische Starcellistin Sol Gabetta mit dem Gstaad Festival Orchestra. Am 3. September bestreitet das Orchestre National de France das Finale mit dem Stargeiger Renaud Capuçon.

Doch auf die großen, bewährten Veranstaltungen allein wollen sich die Festspiele nicht beschränken. Dr. Markus Fein: „Wir wollen nicht endlos wachsen, nicht noch viel mehr Veranstaltungen anbieten. Wir sind schon das zweit- oder drittgrößte Festival in Deutschland und unter den Top Ten in Europa. Wir wollen unserem Namen und dem Anspruch gerecht werden und auch die kleineren Spielorte im Land besuchen und das mit hervorragenden Künstlern.“

Im nahen Niedersachsen ist es Konau, das neben Bleckede hinzukommt. Grabow ist mit seinem Schützenhaus wieder dabei. Das Wittenburger Rathaus kommt als Spielort zu Ehren, natürlich ist die Hagenower Synagoge dabei. Auch die Zarrentiner Kirche hat es auf die Liste der Spielstätten geschafft wie auch das Ludwigsluster Schloss mit seinem neuen Goldenen Saal. Und bei allen Kosten bleibt es dabei, dass das Festival sich zu wesentlichen Teilen aus Eintrittsgeldern finanziert und ohne große, öffentliche Förderung auskommt. Natürlich gibt es Partner und viele Sponsoren. So sichern die Festspiele mit der Sparkasse, der Stadt und dem Landkreis das sechsstellige Risiko eines Totalausfalls des Festes im Park ab. Doch den Fall hat es bisher ja noch nie gegeben.

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