Ludwigslust/Parchim : Ein Schuh für die Velo Classico

Vintage-Liebhaber: So werden Radfahrer im September die Route durchs Parchimer Land genießen.
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Vintage-Liebhaber: So werden Radfahrer im September die Route durchs Parchimer Land genießen.

Schuh-Designer Kay Gundlack kreiert Fußkleid für Rad-Event, doch historische Vorbilder sind rar.

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26. August 2015, 07:00 Uhr

Kunden und Geschäftspartner von Schuhdesigner Kay Gundlack, der vor fast zehn Jahren seine Werkstatt im Zentrum der früheren Schuhmacherstadt Parchim eröffnet hat, haben Weltruf: Entertainer Thomas Gottschalk, Violonist David Garrett oder Stardesigner Luigi Colani gehören zu ihnen. Als Schuhdesigner kennt der 41-Jährige ihre Vorstellungen und Wünsche von einer individuell gefertigten Fußbekleidung sehr genau. Umso größer ist die Herausforderung, der sich Kay Gundlack dieser Tage stellt. „Als ich davon hörte, dass die Velo Classico Germany am 19. und 20. September hierzulande stattfinden wird, wollte ich dafür gerne auch einen eigenen Beitrag leisten“, sagt er. Die Vintage-Radveranstaltung, bei der es keine Rangliste, keine Zeitmessung oder Wertung gibt, sondern die alte Kultur des Radfahrens abseits der heutigen Perfektion im Fokus steht, lässt seiner Fantasie freien Lauf.

Kay Gundlack hat sich entschlossen, für die Velo Classico Germany 2015 einen speziellen Fahrrad-Schuh zu kreieren. Da die Teilnehmer nicht nur mit alten Stahlrössern, die über Rahmenschaltung und offene Bremszüge verfügen, sondern auch im Look der 1930er-Jahre antreten, um auf einer 40, 80 bzw. 150 Kilometer langen Strecke von Ludwigslust aus den Landkreis bis nach Parchim zu entdecken, kommt nur ein Schuh infrage, der historischen Ansprüchen gerecht wird. Und damit stand Kay Gundlack vor einem Problem. „Es gibt kaum Vorlagen, wie ein echter Fahrradschuh vor knapp hundert Jahren ausgesehen hat“, sagt der Experte. Umfangreiche Recherchen waren nötig. Da in der Ferienzeit gerade Kay Gundlacks Sohn Janick in der Werkstatt des Vaters einen Ferienjob gefunden hat und sich mit dem Computer bestens auskennt, durchstöberte der 14-Jährige das Material im Internet und wurde fündig.

Zusammen haben beide einen Fahrradschuh im klassischen Design früherer Zeiten entworfen. „Der Schuh muss sportlich sein und schick aussehen“, ist Kay Gundlack wichtig. Als Material hat er ein spezielles Rindsleder ausgewählt, dass über einen hohen Fettanteil verfügt und rustikal wirkt. Wichtig ist dem Experten, dass der Schuh über den Knöchel reicht und damit dem Fahrradfahrer Stabilität gibt. Auch der Absatz ist funktionell gestaltet. Da Kay Gundlack den späteren Träger nicht kennt, hat er Leisten in der Größe 43 angefertigt und wird nun mit seinem Fahrradschuh Nummer 1 beginnen. Kay Gundlack stellt das Paar Farradschuh den Organisatoren der Velo Classico Germany kostenlos zur freien Verfügung. „Wir sind sehr gespannt, wer letztendlich damit unterwegs ist.“ Er kann sich durchaus vorstellen, dass weitere Fahrradschuhe folgen könnten.

Kay Gundlack liebt ebenso wie Sohn Janick den Drahtesel. Der 14-Jährige ist am liebsten mit dem Dirt Bikes – einem stabilen Mountainbikes mit meist kleineren Rahmen – im Wald unterwegs. Der Vater setzt sich gelegentlich aufs Rennrad, um Entspannung vom Job in der Schuhwerkstatt zu finden.

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