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Auch neue Besitzer lassen Schloss Neese verfallen : Ein ruinöser Dornröschenschlaf

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Es könnte so schön ruhig in der Gemeinde zugehen, wenn da nicht ein verwunschenes Schloss wäre. So beginnt eine Geschichte, die sich seit der Wende zu einem Ärgernis der besonderen Art entwickelt hat: das Schloss Neese.

svz.de von
erstellt am 24.Nov.2011 | 06:04 Uhr

Prislich | Es könnte so schön ruhig in der Gemeinde zugehen, wenn da nicht ein verwunschenes Schloss wäre. So beginnt eine Geschichte in der Gemeinde Prislich, die sich seit der Wende für Bürgermeister Günter Klink und die Gemeindevertreter zu einem Ärgernis der besonderen Art zusammengesponnen hat: das Schloss Neese. Einst ein Ort von Reichtum und Wohlstand eines Gutbesitzers, dann Gasthaus mit Tanzvergnügen unter staatlicher Regie und später eine Wohnstätte unter kommunaler Verwaltung bis zum Jahre 1994. Es folgte der rasante Niedergang, wie Bürgermeister Klink im Gespräch mit der SVZ berichtete.

Das ganze, ehemalige Areal mit Schloss, Teich und Grünflächen entpuppte sich nach der Wende als Puzzle mit 17 Eigentümern, skizziert der Bürgermeister die bis heute gültigen Besitzverhältnisse. Allerdings könnten die Ländereien ohne Probleme gekauft werden. Die Kommune konnte den herrschaftlichen Besitz nicht vor dem Verfall retten, entschloss sich für den Verkauf. Klink: "Von den weltweit 500 Interessierten, erschienen zur Auktion im Jahre 2000 insgesamt 50. Für ganze 1000 Euro ging der Zuschlag an einen Investor aus Irland, von dem die Gemeinde allerdings nur unter Druck die fällige Grundsteuer erhielt." Der Verfall der Immobilie ging allerdings ungebremst weiter.

Plötzlich, vor gut einem Jahr, flatterte ein Schreiben einer Berliner Immobilienfirma auf den Tisch des Bürgermeisters. Diesem konnte er entnehmen, dass das Grundstück, auf dem Schloss und Teich zu finden sind, an ein in Berlin lebendes Doktoren-Ehepaar verkauft worden sei. Was Bürgermeister Klink nicht wusste, wie die SVZ jedoch auf Nachfrage bei dem Spandauer Vermittler erfuhr, seien die Verkaufsgespräche bis zum Zuschlag "ein Drama" gewesen. Und was die Prislicher ebenso nicht wissen können, ist die Auskunft des Immobilien-Anbieters, dass das promovierte Ehepaar Stolte nicht in Berlin, sondern im englischen Leeds lebt und wohnt.

Diese Information passt bestens zu den Erfahrungen von Bürgermeister Klink: Als einzige Bewegung an dem ehemaligen Prachtbau kann er die Briefwechsel vorweisen. Das Objekt löst wohl keine Begierden mehr aus und versinkt vielleicht endgültig im ruinösen Dornröschenschlaf.

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