dömitz : Ein Ruhesitz für Renate Vollbrecht

Gehstock mit Klappsitz: Renate Vollbrecht darf sich nun auch mal Ruhe gönnen, meint Pastor i.R. Harold Kunas zu seinem Geschenk.
Gehstock mit Klappsitz: Renate Vollbrecht darf sich nun auch mal Ruhe gönnen, meint Pastor i.R. Harold Kunas zu seinem Geschenk.

Besonderes Geschenk zum Abschied für die scheidende Bürgermeisterin

svz.de von
04. Juli 2014, 08:22 Uhr

Ein Abschied (fast) ohne Tränen: Nachdem Renate Vollbrecht am Donnerstag die Stadtvertretersitzung eröffnet hatte, zog sie sich in die Zuschauerreihen zurück. Und trotzdem gehörte der Abend doch noch einmal irgendwie ihr. Zu Recht.

Drei Wahlperioden bzw. 15 Jahre lang hatte Renate Vollbrecht die Geschicke der Stadt gelenkt und dabei viel erreicht. „Nach den turbulenten Zeiten mit der früheren Stadtvertretung hat sie es geschafft, die Stadt in ruhige Fahrwasser zu leiten und ein konstruktives Miteinander zu schaffen“, sagte Stadtvertreter Andreas Schulz. „Das ist nicht nur bei den Bürgern angekommen, sondern auch im Landkreis und im Land. Dömitz hat in dieser Zeit positive Bekanntheit erlangt.“

Viele hätten sich gewünscht, dass die 64-Jährige noch ein bisschen weitermacht. Doch frühzeitig hatte sie signalisiert, dass 2014 Schluss ist. Dass sie diesen Entschluss bis heute nicht bereut, war ihr am Donnerstag anzumerken. „Es fühlt sich gut an, die Stadtvertretersitzung als Bürgerin zu verfolgen“, sagte Renate Vollbrecht. Sie habe selbst entschieden, nicht mehr zu kandidieren, und wollte es so. „15 Jahre in der Kommunalpolitik haben ihre Spuren hinterlassen, so dass es Zeit war, in den Ruhestand zu gehen und für neue Kräfte Platz zu machen.“ Neue Leute würden auch neue Ideen einbringen.

Der Zeitpunkt hätte kaum passender sein können. Zum 1. Juli ist auch ihr Ehemann, der in Dömitz einen Metallbaubetrieb führte, in die Rente gegangen. „Ich freue mich auf unseren Garten und auf die Familie“, sagte Renate Vollbrecht. „Ich kann Dinge tun, ohne auf die Zeit schauen zu müssen und ohne darüber nachzudenken, ob ich nicht vergessen habe, irgendetwas zu erledigen.“

Noch sind nicht alle Ziele, die sich Renate Vollbrecht vor fünf Jahren für ihre dritte Amtsperiode gesteckt hatte, erreicht. Damals hatte sie gehofft, dass im Jahr 2010 eine neue Hohe Brücke gebaut wird, um die Altstadt insbesondere vom Schwerverkehr zu entlasten. Passiert ist es bislang noch nicht. Aber derzeit sieht es so aus, als würden die Bauarbeiten im kommenden Monat beginnen.

Auch die leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Dömitz-Malliß, Iris Weber, lässt die Bürgermeisterin nur ungern in den kommunalpolitischen Ruhestand ziehen. „Wir haben sehr, sehr gut zusammengearbeitet“, betonte sie.

Mit einem besonderen Geschenk war Pastor im Ruhestand Harold Kunas aus Braunschweig angereist. „Du warst von kleinauf an in Dömitz, wusstest alles und kanntest alle“, sagte Kunas, der vor gut drei Jahren nach einem Vierteljahrhundert in der Kirchengemeinde Dömitz in den Ruhestand gegangen war, zu Renate Vollbrecht. Mitgebracht hatte er einen Gehstock mit Klappsitz. „Du darfst dich jetzt auch mal hinsetzen. Gönne dir die Ruhe“, so der Pastor i.R..

Schon nicht mehr im Amt erledigte Renate Vollbrecht noch eine letzte Amtshandlung: Sie überreichte Rathaus-Schlüssel und Sitzungsglocke an ihren Nachfolger Helmut Bode.

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