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Dömitz: Einweihung der neuen Zugbrücke : Ein Prost auf die neue Brücke

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Ihre erste Belastungsprobe hat die neue Zugbrücke der Festung Dömitz erfolgreich bestanden. Mehrere tausend Besucher gingen am Pfingstsonntag über das Bauwerk, das Wanderburschen in nur zehnwöchiger Bauzeit errichtet hatten.

Dömitz | So belagert wurde die Festung in Dömitz schon lange nicht mehr. Dicht gedrängt stehen die Menschen vor der Brücke, die sich über den tiefen, fast wasserlosen Graben spannt. Doch um in die alte Anlage zu kommen, braucht es an diesem Pfingstsonntag Geduld. Soldaten des Königlich preußischen Mansfelder Pionierbataillons oder des Lützower Freicorps 1813 versperren ebenso den Weg, wie die mit einer Schere bewaffnete Renate Vollbrecht, die Bürgermeisterin von Dömitz, die von Minister Till Backhaus, Landrat Rolf Christiansen und Diakon Christophorus Baumgart flankiert wird. Zudem ist da ja auch noch die Zugbrücke. Ihr sperriges Holz steht senkrecht und verschließt das Eingangsportal. Zwischen Brücke und Festungsinsel klafft ein Loch. Hier kommt keiner rüber.

"Früher, im alten Rom", sagt Moderator Norbert Bosse, "da gaben sich die Architekten besonders viel Mühe beim Brückenbau." Immerhin hätten sich die Planer unter die Brücke stellen müssen, wenn sie erstmals überschritten wurde. Darauf, so Bosse, wolle man an diesem Tag verzichten. Aber auf einen Segen und das Durchschneiden eines Bandes, darauf wird nicht verzichtet. Gewehrschüsse und Kanonendonner lassen alle zusammen zucken. Böller für die neue Brücke. Dann rasseln die dicken Eisenketten und die Brücke senkt sich. Der Weg in die Festung ist frei.

Drei Wanderburschen sitzen auf der Holzbank und prosten sich zu. Ein Bier nach erledigter Arbeit, das haben sie sich verdient. Daniel kommt aus der Schweiz, Christoph vom Niederrhein und Moritz aus dem Schwarzwald. Die drei Zimmerleute gehören zu den rund 20 Handwerkern, die sich in Dömitz getroffen haben, um für Kost und Logis das zu machen, was sie bisher noch nie gemacht haben: eine Zugbrücke bauen. "Das werde ich wohl auch nie mehr machen, denn wann bekommt man dazu schon mal die Gelegenheit?", sagt Christoph. Diese Arbeit, die sei schon etwas sehr besonderes gewesen. Man habe nach altem Vorbild gebaut, das Ganze mit neuen Maschinen umgesetzt. "Eine spannende Sache", ist sich das Trio einig. Auf der Bühne würdigt gerade Hubert Maus, der Vorsitzende des Fördervereins Festung Dömitz die Geldgeber, all die Sponsoren und auch die Firmen, die kein Geld für ihre Arbeit genommen haben. Einmal mehr lobt Maus, der nie gedacht hätte, das zwischen Idee und Einweihung nur zweieinhalb Jahre liegen werden, das Engagement der Handwerker. Sie waren da, als Fördergelder gesichert und die Planungen abgeschlossen waren und das THW eine Ersatzbrücke für die Zuwegung montiert hatte. Zehn Wochen reine Bauzeit für die neue Brücke. Die Arbeit an der Brücke hat Daniel, Christoph und Moritz für einige Zeit zusammengeführt, doch am Mittwoch werden sich ihre Wege wieder trennen.

Noch drei Vernatsaltungen bei den Norddeutschen Tagen

Die "Dömitzer Elbmusikanten", die Volkstanzgruppe "Schüddel de Büx" aus Greifswald, der Shanty-Chor "De Jeetzelstaker" aus Hitzacker und der Kultur- und Heimatverein Stavenhagen - sie alle sorgen dafür, dass hinter der Brückeneinweihung auch die 7. Norddeutschen Tage nicht zu kurz kommen. Bei diesem länderübergreifenden Event in Norddeutschland soll die Elbe als verbindender Fluss Kommunen, Vereine und Bürger in diese Veranstaltung aktiv mit einbinden. Das klappt auch in diesem Jahr, wovon sich Ministerpräsident Erwin Sellering überzeugen konnte, denn als der Schirmherr dieser Veranstaltung gegen Nachmittag ein Grußwort spricht, haben die Organisatoren schon tausende von Besuchern auf der Festung gezählt.

Die Traditionsverbände werden nicht müde, in Reih und Glied ihre Runden zu ziehen, die Händler des Handwerker- & Kunstmarktes preisen ihre Waren an und die Wandergesellen prosten sich noch einmal zu. Ihr Job ist zu Ende - aber die Norddeutschen Tage gehen noch weiter.

Die 7. Norddeutschen Tage werden fortgesetzt mit den Veranstaltungen am Sonnabend, 25. Juni in Lenzen und Damnatz an der Elbe sowie am Sonntag, 3. Juli im Vielanker Brauhaus.

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erstellt am 13.Jun.2011 | 04:33 Uhr

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