Baumaßnahmen Ludwigslust : Ein „Opfer“ für die Lenné-Schule

Das größte Vorhaben für 2017 – der Umbau der Lenné-Schule.
Das größte Vorhaben für 2017 – der Umbau der Lenné-Schule.

Damit Umbau in diesem Jahr beginnen kann, soll Bau des Stadtteilspielplatzes verschoben werden. Fördermittel reichen nicht für beides

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21. April 2017, 21:00 Uhr

An der Regionalschule „Peter Joseph Lenné“ könnten noch in diesem Jahr, vielleicht sogar schon in den Sommerferien, die Bauleute anrücken. Dafür muss die Stadt allerdings ein anderes Vorhaben – den Bau des Stadtteilspielplatzes hinter dem Lindencenter – verschieben. Am kommenden Mittwoch entscheidet die Stadtvertretung darüber. In dieser Woche hatten bereits vier Ausschüsse mehrheitlich dafür gestimmt.

Die Lenné-Schule soll für rund 2,4 Millionen Euro umgebaut werden. Geplant sind unter anderem die Überdachung des Innenhofes des Gebäudes (Atrium), der Umbau des Kellers, Computerausstattung und die Gestaltung der Außenanlage. Die Stadt hatte auf eine 75-prozentige Förderung gehofft. Doch das Landesförderinstitut signalisierte jetzt, dass den beiden Ludwigsluster Anträgen – Schule und Stadtteilspielplatz – nicht in der gewünschten Förderhöhe entsprochen werden kann. „Das Geld reicht nicht. Alle Antragsteller müssen mit Förderquoten klarkommen, die so nicht geplant waren“, erklärte Bürgermeister Reinhard Mach. Allerdings habe Ludwigslust den Vorteil, mit zwei Anträgen in den ersten Förderaufruf gegangen zu sein und so dem Vorschlag des Landesförderinstituts folgen zu können, eines der Projekte zu verschieben. Zusammen mit den Fördermitteln, die es für die Freizeitanlage hätte geben können, würde man dann beim Schulumbau die erhofften 75 Prozent nahezu erreichen.

Das eine oder andere Ausschussmitglied hatte mit dem Deal seine Probleme. „Damals habe ich gefragt, was wir tun, wenn die Förderquote von 75 Prozent nicht kommt“, erinnerte Torsten Hinrichs (AfL) an die Diskussion, als das Projekt auf den Weg gebracht worden war. „Die Antwort lautete: Dann bauen wir nicht.“ Uwe Langmaack (AfL) fügte hinzu, dass die 75-prozentige Förderquote auch im Beschluss über den Schulumbau stehe. „Jetzt ist die Situation eingetreten, dass wir sie nicht bekommen, und nun heißt es, dass wir die Investition doch beschlossen haben.“ Er sei nicht gegen die Lenné-Schule, aber gegen diese Art und Weise. Frank Engel (AfL) hat auch generell Probleme mit dem Vorhaben. „Wir investieren ja trotz Förderung noch rund eine Million Euro selbst“, sagte er. „Gleichzeitig haben wir aber die Aufgabenstellung, Kita- und Hortplätze zu schaffen, und Probleme mit der Grundschule Techentin, die wir lösen müssen.“ Er sehe die Priorität bei der Techentiner Schule und der Fritz-Reuter-Schule.

Bürgermeister Mach erinnerte daran, dass das Projekt Lenné-Schule im beschlossenen Haushaltsplan 2017 und im beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) mit höchster Priorität enthalten sei. Würde man das Spielplatz-Projekt nicht verschieben, würde es Probleme geben, den Schulumbau durchzufinanzieren. „Dann müssten wir einen Nachtragshaushalt machen und würden damit in diesem Jahr nicht mehr zum Bauen kommen.“

Reiner Altenburg (SPD) betonte, dass er bedenkenlos zustimmen könne. „Wollen wir sagen, dass wir die Lenné-Schule sterben lassen und stattdessen in den Spielplatz investieren?“ Gerd Laudon (Die Linke) merkte an: „Bei allem, was wir für die Grundschulen machen wollen, dürfen wir nicht vergessen weiterzudenken. Die Schüler wachsen doch hoch.“ Am Ende folgte die Mehrheit den Pro-Argumenten.

Stimmt die Stadtvertretung zu, hofft die Stadt, kurzfristig den Bewilligungsbescheid über die 1,55 Millionen Euro aus dem EU-Programm „Efre“ zu bekommen. Dann können die Arbeiten ausgeschrieben werden.  

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