Ludwigslust : Ein offenes Wort über Drogen

Andrea Schott (r.) und Ilona Jungbluth (hinten l.) sprechen mit den Berufsschülern über Drogen.
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Andrea Schott (r.) und Ilona Jungbluth (hinten l.) sprechen mit den Berufsschülern über Drogen.

Andrea Schott von der Polizei spricht am Beruflichen Bildungszentrum über falsche Vorstellungen und Verharmlosungen

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16. Mai 2017, 17:00 Uhr

Andrea Schott braucht nur fünf Minuten, bis sie die ungeteilte Aufmerksamkeit der Jugendlichen hat. Am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum in Ludwigslust steht das Thema Drogen auf dem Plan. Die Polizistin kommt nicht mit erhobenem Zeigefinger daher und sie ist auch nicht besserwisserisch. Aber schon innerhalb weniger Minuten wissen die Berufsschüler: Die Frau kennt sich aus, sie weiß Bescheid. Immer mehr gleicht sich die Messlatte an, bis die Präventionsbeauftragte und die jungen Leute, die in den Bänken sitzen, sich auf Augenhöhe begegnen. Andrea Schott bekennt, sie sei einmal Punk gewesen. Ein bisschen ist das an ihrem Outfit immer noch zu erkennen. Andrea Schott weiß, was an den Schulen in Westmecklenburg in puncto illegale Drogen läuft.

Sie gehört zur Polizeiinspektion Schwerin und ist in ganz Westmecklenburg unterwegs. Sie wird an diesem Tag mit den Berufsschülern über die rechtliche Situation in Sachen Drogen sprechen und dabei besonders auf die Arbeit und die Fahrerlaubnis eingehen. Sie wird die Themen der Jugendlichen aufgreifen. Sie wird den Unterschied zwischen Eigenbedarf und geringer Menge aufzeigen und sie wird mit falschen Vorstellungen aufräumen: Alkohol ist viel schlimmer als Drogen. Das ist zum Beispiel ein oft gefälltes Fehlurteil. Andrea Schott ist ganz Polizistin und wird darum die Drogendelikte als Kontrolldelikte kennzeichnen.

Sie ist auch Beraterin und als solche mit Eltern und Lehrern sehr oft in Kontakt. „Wir haben zu verzeichnen, dass die Thematik an den Schulen oftmals noch negiert wird. Zu den falschen Meinungen gehört der Glaube, die jungen Leute würden durch Fremde an die Drogen herangeführt. Es sind im Gegenteil fast immer Freunde“, so die Präventionsbeauftragte. Eltern würde die Situation sehr oft unterschätzen. Ein Schnitt von 20 Prozent Teilnahme bei Elternabenden zu der Problematik spreche Bände. Dagegen spricht eine andere Zahl: 30 bis 40 Prozent aller Neunt- und Zehntklässler haben laut Statistik schon einmal Erfahrungen mit Drogen gemacht.

Organisiert hat das Projekt Schulsozialarbeiterin Ilona Jungbluth, deren Stelle von der Volkssolidarität Südwestmecklenburg getragen wird. Sie spricht aus Erfahrung: „Wir wissen, dass es bei dem Drogenthema einen großen Aufklärungsbedarf gibt. Deshalb wird es immer wieder aufgegriffen. Es stößt auf großes Interesse bei den Pädagogen“, so die Schulsozialarbeiterin. Sie geht zum Beispiel mit den Förderschülern ins Suchtzentrum in der Ludwigsluster Kanalstraße. Dort lernen die jungen Leute, wo sie sich bei Problemen hinwenden können. Sie schreiben am Ende des Projektes auch eine Arbeit, unter anderem, um Begrifflichkeiten zu festigen, wie zum Beispiel eine gesetzliche Grundlage, das Betäubungsmittelgesetz.

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