Ludwigslust : „Ein Mensch, der zur Region passt“

Nach 24 Jahren verabschiedet sich Landrat Rolf Christiansen aus der Kreispolitik.
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Nach 24 Jahren verabschiedet sich Landrat Rolf Christiansen aus der Kreispolitik.

Nach dem Verzicht auf die Landrats-Kandidatur: Respekt für den geordneten Rückzug Rolf Christiansens aus der Kreispolitik

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04. Januar 2018, 21:00 Uhr

Sein angekündigter Abschied war das überragende Thema am Mittwochabend auf dem ersten Neujahresempfang im Landkreis in Wittenburg. Landrat Rolf Christiansen (SPD) hatte erst wenige Stunden zuvor angekündigt, zur Wahl am 27. Mai nicht mehr anzutreten. In Wittenburg nutzte er die Gelegenheit, sich erstmals öffentlich vor den Gästen dazu zu äußern: „Ich bin schon traurig darüber. Es wäre schön gewesen als Mecklenburger 31 Jahre als Landrat im Amt zu sein.“

Schon vor dem offiziellen Teil hatte die Nachricht durch die Meldung unserer Zeitung längst die Runde gemacht. Einhelliger Tenor: Betroffenheit, Respekt vor der Entscheidung aber auch vor seinen Leistungen. Das spiegelt sich dann auch in den Reaktionen seiner politischen Gegner wider. So bedankt sich Kreistags-Fraktionschef Wolfgang Bohnstedt (Die Linke) für Christiansens „langjährige Tätigkeit, für sein Engagement zum Wohle der Einwohner des Landkreises, für seine konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit unserer Fraktion sowie sein zielstrebiges Wirken in den unterschiedlichsten Funktionen in Mecklenburg-Vorpommern und über die Landesgrenzen hinaus. Wir wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt vor allem Gesundheit, Kraft für neue Aufgaben und viel Freude im Kreise seiner Familie.“

Nicht unerwartet kam der Verzicht von Rolf Christansen auf eine Kandidatur dagegen für Kreistagsmitglied Heiko Böhringer (AfL): „Sein politisches Agieren hat in der letzten Zeit nicht unbedingt dazu geführt, seine Chancen auf eine erneute Amtszeit zu steigern“, so Böhringer. Er macht unter anderem Christiansens inkonsequentes Handeln als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Klinikums Westmecklenburg mit dafür verantwortlich, dass das Ludwigsluster Stift seinen hervorragenden Ruf verloren habe. Aber auch Böhringer zeigt Respekt vor Christiansens Entscheidung. „Es ist zu begrüßen, dass er sich weiter als geachteter und respektierter Bürger einbringen will. Er ist ein Mensch, der in die Region passt.“

Rolf Christiansen kündigte an, sich bis zum Ende seiner Amtszeit am 12. Oktober für den Landkreis zu engagieren. „Ich werde mich bis zum Schluss für die Interessen der Menschen einsetzen und notfalls auch heftig streiten“.

Im Rennen um den Landratsstuhl sind Stefan Sternberg (SPD) und Klaus-Michael Glaser (CDU) gesetzt. Die Linke im Landkreis will am Wochenende 20./21. Januar darüber diskutieren, ob sie einen eigenen Kandidaten aufstellt.

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