Ludwigslust : Ein „Mankell“ aus der Telefonzelle

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Ludwigslust kauft von der Telekom fünf ausrangierte Häuschen und baut sie zu Mini-Büchereien um / Reger Bücher-Austausch erwünscht

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09. Juni 2016, 07:00 Uhr

Bring ein Buch. Nimm ein Buch. Das Prinzip der öffentlichen Bücherboxen will jetzt auch die Stadt Ludwigslust in die Tat umsetzen. Mit Geld aus dem Förderprogramm „Leader“ kauft die Verwaltung von der Telekom für knapp 2500 Euro fünf ausrangierte Telefonzellen, die zu kleinen Büchereien umgebaut werden. Die Idee dafür kommt aus der Stadtvertretung. Melitta Roock (Die Linke) hatte im letzten Sommer gleich zwei Vorschläge, die, wie sie sagt, die Innenstadt weiter beleben und gut zu Ludwigslust passen könnten: Einen schwenkbaren großen Bilderrahmen am Bassin ähnlich wie in Schwerin neben dem Schloss und die im Stadtgebiet verteilten Bücherboxen. Beides wird die Stadt nun verwirklichen. Die Telefonboxen werden noch diesen Sommer an fünf Plätzen stehen. In Kummer an der Bushaltestelle „Unter den Eichen“, am Alexandrinenplatz, vor der Kita Parkviertel in der Johann-Georg-Barca-Straße, Am Schlossgarten nahe der Lennéschule und in der Schulstraße neben der Techentiner Grundschule. „Wir wollen mit den Bücherboxen auch die erreichen, die sonst eher die Bibliothek meiden“, sagt Bibliothekarin Anke Ballhorn. „Man braucht keinen Ausweis, zahlt keine Gebühren, bekommt keine Mahnung und kann das Angebot rund um die Uhr nutzen.“

Die Fundamente für die fünf Häuschen stehen bereits. Ende Juni weiß Jens Gröger vom Fachbereich Bau im Rathaus auch, wann die Telefonzellen geliefert werden. „Der Auftrag für das Aufstellen ist schon vergeben“, sagt er. „Jetzt suchen wir noch Tischler für den Innenausbau.“ Die ersten Bücher stellt die Stadtbibliothek in die Regale. „Wir haben noch einen ganz guten Fundus“, sagt Anke Ballhorn. „Wäre aber schön, wenn auch die Ludwigsluster Bücher vorbeibringen.“

Bring ein Buch. Nimm ein Buch. Wie gut das Prinzip funktionieren kann, zeigt die öffentliche Bücherbox in Bockup bei Malliß. Seit zwei Jahren stehen hier in einer Bushaltestelle knapp 300 Bücher. „Im Dorf gab es erst Befürchtungen, hier würden sich nun Vandalen austoben“, sagt Andreas Herzau, der die Bushaltestelle gemeinsam mit Renate Ruhne eingerichtet hat. Aber das Gegenteil sei der Fall. „Die Leute kümmern sich, räumen auf und schützen die Bücher vor dem Regen.“ Gerade erst hat er sich wieder ein Buch ausgeliehen. Den amerikanischen Krimi „Nachtschwarz“. „Spannend und überraschend gut.“

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