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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 20:56 Uhr

Eldena : Ein Kilo Bananen auf Rezept

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Diese und andere Begebenheiten finden sich in dem neuen Buch von Autorin Elke Ferner mit dem Titel „Anekdoten zur DDR“

von
erstellt am 21.Okt.2014 | 11:37 Uhr

„Anekdoten zur DDR“ heißt das neue Buch von Elke Ferner, zu Hause in Güritz, seit Mai 2014 Bürgermeister der Gemeinde Eldena. Erschienen zum Jubiläum des Mauerfalls, der sich am 9. November zum 25. Mal jährt. Und dieses Buch wird die Autorin, die sich schon seit Jahren bei den „Ludwigsluster Schreiberlingen“ einen Namen gemacht hat, am 15. November um 14 Uhr im Gemeindehaus Eldena den Mitgliedern der Ortsgruppe der Volkssolidarität vorstellen. „Gut ein Jahr lang habe ich an dem Buch gearbeitet“, erklärt Elke Ferner, Jahrgang 1955. „Hier habe ich vieles aufgeschrieben, was ich als Kind erlebt habe, in der Jugend, in der Studienzeit, im Berufsleben. Die Themen dieser Anekdotensammlung sind vielfältig. Sie reichen von den Problemen beim Hausbau in der DDR, über die Schwierigkeiten, Wohnraum zu bekommen, das Problem Alkohol, die Versorgung und die letzten Jahre der DDR bis hin zur Maueröffnung, zu den ersten Kontakten mit den Menschen im Westen, über die Zeit der Wende und der Währungsunion bis hin zum Alltag im wiedervereinten Deutschland. „Ich habe schon immer geschrieben, Tagebücher geführt, bestimmte Begebenheiten aus DDR-Zeiten festgehalten. Für mich ist es wichtig, aufzuklären, und zwar beide Seiten, denn der Westen hat anders gelebt als der Osten“, formuliert es Elke Ferner. „Wir müssen uns unterhalten, um uns zu verstehen. Wir müssen Verständnis füreinander aufbringen.“

Und Elke Ferner, die in der Zeit von 1988 bis 1994 Bürgermeisterin in der kleinen Gemeinde Warsow nahe Schwerin war, erinnert sich noch genau an die Zeit des Mauerfalls, an die Wende. „Als Bürgermeister hatte man auch in dieser Zeit Verantwortung zu tragen, dass der Konsum geöffnet war, auch wenn man nicht wusste, wie viele Kraftfahrer denn noch da waren, weil sich viele bereits in den Westen aufgemacht hatten“, so Elke Ferner. Vieles, was in den „Anekdoten zur DDR“ zu entdecken ist, stammt auch aus Gesprächen mit Freunden. Da gab es zum Beispiel für den kranken zweijährigen Sohn einer Freundin ein von der Kinderärztin 1981 in Schwerin ausgestelltes Rezept auf Bananen. Denn der Kleine brauchte mit seiner Bronchitis dringend Vitamine und der Kampf um die begehrten Südfrüchte war kein leichter...

„Das Buch erscheint zur richtigen Zeit, im 25. Jahr der Grenzöffnung. Ich hätte es viel früher auch nicht gemacht. Auch, um Abstand zu gewinnen, denn es waren ereignisreiche Jahre, die ich nun in dieser Form als Zeitzeugnis aus der DDR einer großen Öffentlichkeit vorstellen möchte.“ Elke Ferner schwebt vor, dieses Buch auch in den alten Bundesländern vorzustellen, so zum Beispiel Kontakte nach Niedersachsen, zum Beispiel in das benachbarte Dannenberg, zu knüpfen, dort Lesungen zu veranstalten. „In diesem Jahr hatte ich Besuch aus Oldenburg, die bei einer Lesung in meinem Garten in Güritz dabei waren. Sie nahmen gleich mehrere Exemplare mit. Ihrer Meinung nach dürfte das Buch auch für die Menschen in den alten Bundesländern interessante Lektüre sein.“

Elke Ferner möchte mit ihren Aufzeichnungen ein Stück Geschichte bewahren. „Anekdoten zur DDR“ soll helfen, Verständnis für die Menschen, die dort leben, aufzubringen. Es soll die Menschlichkeit wahren und mehr Brücken bauen und Gräben schließen.

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