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Ludwigsluster Tageblatt

17. Dezember 2017 | 22:38 Uhr

Ludwigslust : „Ein Hoch auf uns“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Geschafft: Zehn Förderschüler erreichen Berufsreife und feiern ihren anerkannten Schulabschluss

svz.de von
erstellt am 17.Jul.2015 | 07:00 Uhr

Keine Tränen sollten fließen. Bei der Feierstunde im Landratsamt ist das Lehrern, Eltern und Schülern noch gelungen. Aber Stunden später, als die Schüler erleichtert mit ihren Familien an den Tischen im „Dragoner“ Platz nehmen und aus der Musikanlage der Song „Ein Hoch auf uns“ schallt, muss Franzis Mutter doch eine Träne verdrücken. Lehrerin Renate Möller hatte sich den Titel für die 10 BR 1 gewünscht: „Weil er so wunderbar zu eurer Klasse passt“, sagt sie. „Hier geht jeder für jeden durchs Feuer. Im Regen steht niemand allein“, singt Andreas Bourani. Jasmin, Michelle und Lehrerin Renate tanzen und die ganze Klasse klatscht. Klassenlehrerin Kathrin Rakow verteilt nebenbei Sektgläser. Am Tresen knallen Korken. „Ich stoß auf Euch an“, sagt Kathrin Rakow. „Danke an alle. Ihr habt mich sehr überrascht.“ Damit meinte sie das Abschlussgeschenk, für das alle Schüler zusammengelegt hatten und Tom den Hauswirtschaftsunterricht schwänzte, weil er es kaufen durfte. Überrascht hat die 10 BR 1 ihre Lehrerin aber auch in ihrem letzten Schuljahr. „Sie waren alle fleißig und haben ihre Chance genutzt.“

Ein ganzes Schuljahr lang hat SVZ die Schüler der 10 BR 1 an der Ludwigsluster Förderschule begleitet. Till, Tom, Tobi, Josi, Jasmin, Tobias, Domenic, Brian, Franzi, Michelle und Hannes. Sie hätten, wie sonst üblich, die Förderschule auch nach der 9. Klasse ohne Abschluss verlassen können. Aber die Elf hängten freiwillig ein Jahr dran für den Hauptschulabschluss. Mit Erfolg. Zehn Schüler haben bestanden, drei von ihnen mit „Gut“. Die meisten haben ihre Lehrverträge bereits unterschrieben. Tom (17) beginnt schon am 1. August seine Ausbildung zum Fahrzeug-Lackierer. Franzi fängt eine Bäckerlehre bei Allwörden in Ludwigslust an. Hannes, Brian und Tobi haben Lehrverträge mit Landwirtschaftsbetrieben, Till wird Metallbauer in Eldena. Ob Jasmin im Einzelhandel arbeitet, entscheidet sich in den Ferien. Josis Traum vom Wachschutz muss noch warten. Erst nächstes Jahr werden in Schwerin wieder Fachkräfte für „Schutz und Sicherheit“ ausgebildet. Die Wartezeit will sie mit einer Einstiegsqualifizierung bei einer Sicherheitsfirma überbrücken.

Dass sich ab jetzt die Wege der Zehntklässler trennen, sei zwar „nicht so schön“, sagt Tom. „Ich freue mich aber auch sehr auf meine Lehre.“ Man sei ja nicht aus der Welt. „Unser Klassenchat auf Whatsapp bleibt bestehen“, sagt Tom. „Wer da rausgeht, wird schnell zurückgeholt.“

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