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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 15:02 Uhr

Ludwigslust : Ein Hoch auf die Jungs vom Bau

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Anwohner feiern ihre sanierte Nummerstraße mit Bauarbeitern / Abschnitt wird nächste Woche als Einbahnstraße für Verkehr freigegeben

Eine Straße tischt auf: Anwohner der sanierten Nummerstraße haben gestern Nachmittag Stühle und Tische auf den Gehweg gestellt und die Bauarbeiter zu sich herüber gewunken. „Herzlich willkommen“, begrüßte sie Regina Prey. „Wir wollen heute Danke sagen. Für Ihre tolle Arbeit und das gute Miteinander.“

Offiziell wird der Abschnitt zwischen B 5 und Schlossstraße erst nächste Woche freigegeben. „Aber wenn erst der Verkehr hier durchrauscht, macht das Feiern ja nur halb so viel Spaß“, so Regina Prey. Für die Jungs vom Bau hatten die Nachbarn Bouletten gebraten, Kuchen gebacken, Kaffee gekocht und Salate geschnippelt. Bauleiter Jörg Weichbrodt fühlte sich ein bisschen in alte Zeiten versetzt. „In der DDR haben wir mit den Anwohnern immer ein Wasserfest gefeiert, wenn wir eine Leitung frisch verlegt hatten.“ Heute dagegen werde immer nur noch gemeckert. „So geduldige und zufriedene Nachbarn wie hier erlebe ich eher selten.“

Genau seit einem Jahr arbeiten Weichbrodt und seine Jungs in der Nummerstraße. „Das war eine sehr anspruchsvolle Aufgabe“, sagt sein Chef Dirk Steckmann, Geschäftsführer der Firma MUT. „Wir haben mit vielen Naturstoffen gearbeitet. Außerdem ist die Fahrbahn sehr schmal. Da kann man schon stolz auf seine Leute sein.“ Steckmann freut sich über den Mut der Stadt, hier etwas Anspruchsvolles umzusetzen. „Man hätte ja auch einfach eine Schwarzdecke ziehen können.“ Knapp eine halbe Million Euro hat die Sanierung gekostet, 65 Prozent davon kommen aus dem Topf der Städtebauförderung. Auf dem zweiten Bauabschnitt jenseits der B 5 stecken die Bauarbeiter schon mitten im Kanalbau. Bis Jahresende soll der Abschnitt fertig sein. Bis dahin wird auch neu bepflanzt. Dort, wo früher die hohen Lindenbäume standen, werden 32 schwedische Mehlbeerbäume und zwischen den gepflasterten Parktaschen werden Rosenbüsche und Lavendelsträucher gepflanzt. „Schön ist sie geworden unsere Straße“, sagte Anwohnerin Ilona Heißner. Und augenzwinkernd zu den Jungs am Tisch: „Uns wird etwas fehlen, wenn ihr uns um 7 Uhr nicht mehr aus den Betten rumpelt.“ Auch für Regina Preys Mann Peter werden die Tage jetzt ruhiger. Er war fast täglich unten auf der Straße, hatte jeden Baufortschritt fotografiert und immer Zeit für einen Schwatz mit Baggerfahrer Peter. Der hatte übrigens gestern seinen letzten Arbeitstag. Wegen der eigenen Party zu Hause war der Baggerfahrer nicht in der Nummerstraße. „Schade“, so Prey. „Mit ihm hätte ich gern auf die Rente angestoßen.“

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