Ludwigslust : Ein Hingucker für Sammler

Dr. Wolfgang Zessin (r.) führt die Besucher in die Ausstellung ein, die die geologischen Schätze des Natureums zeigt.  Fotos: Neumann
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Dr. Wolfgang Zessin (r.) führt die Besucher in die Ausstellung ein, die die geologischen Schätze des Natureums zeigt. Fotos: Neumann

Ludwigsluster Natureum zeigt geologische Schätze aus eigenem Fundus. Ein Vellahner Grundschüler nutzt die Eröffnung zur Recherche für seine Jahresarbeit.

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24. März 2016, 12:00 Uhr

„Trilobiten“ schreibt Erik in sein kleines Heft. „Das sind ausgestorbene Käfer aus den Meeren“, erklärt der Zehnjährige und fängt an, das Etikett des nächsten Fundstückes in der neuen Sonderausstellung des Natureums zu entziffern. Ein schwieriger Name nach dem anderen landet in seinem Heft. Auch als die anderen Gäste der Eröffnung der Ausstellung „Geologische Schätze aus dem Natureum Ludwigslust“ den Raum schon verlassen haben, forscht der Viertklässler weiter. Schließlich hat er eine Mission.

Als Dr. Wolfgang Zessin, der stellvertretende Vorsitzende der Naturforschenden Gesellschaft Mecklenburg (NGM), am Dienstagabend die von ihm gestaltete Schau eröffnet, ist Erik Frielinghaus der mit Abstand jüngste Gast. Die Ausstellung soll einen kleinen Einblick in die geologische Sammlung des Natureums, des jüngsten Naturmuseums des Landes, geben. Das Spektrum reicht von winzigen versteinerten Schalen früherer Einzeller über versteinerte Muscheln und Stücke vom „Sternberger Kuchen“ bis hin zu einem großen Mammutknochen, der in der Kiesgrube Zweedorf entdeckt worden war. „Wir sehen aber nur einen kleinen Ausschnitt aus unserer Sammlung, die insgesamt aus rund 20 000 Objekten besteht“, erklärt Dr. Wolfgang Zessin. Die Mineralien, Fossilien und Gesteine stammen aus Nachlässen und Schenkungen von verschiedenen Sammlern aus Norddeutschland, unter anderem von den verstorbenen Dr. Gerhard Krille und Walter Hildebrandt. Zessin ruft die aktiven Sammler auf, ihren Fundus eines Tages auch in ein Museum wie das Natureum zu geben. „Was kann einem Sammler Besseres passieren“, meint der Jasnitzer. „Hier sind eine ganze Reihe geologisch Interessierter vereint, die mit der Sammlung weiter arbeiten, sie Stück   für   Stück   aufarbeiten und dazu publizieren.“

Die jetzt eröffnete Sonderausstellung birgt auch für Experten manche Überraschung. „Mich hat die um die 25 Millionen Jahre alte Schnecke aus Kikindemark erstaunt“, erzählt Karina Thiede aus Parchim. „Ich wusste gar nicht, dass man so etwas dort finden konnte.“ Die Grube, in der das Fossil einst entdeckt worden war, gebe es nicht mehr.

Karina Thiede ist Diplomgeologin und seit ihrem siebten Lebensjahr selbst begeisterte Sammlerin. Eine Leidenschaft, die sie mit ihrem Mann teilt. „Wir sind regelmäßig unterwegs und haben selbst eine große Sammlung, vor allem ,Sternberger Kuchen’“, erklärt die Parchimerin. Beim „Sternberger Kuchen“ handelt es sich um versteinerten Meeresboden, der – wie der Name es schon verrät – hauptsächlich in der Region Sternberg gefunden wird.

Auch Erik hat inzwischen alle Ausstellungsstücke begutachtet und sich Notizen gemacht. „Ich schreibe meine Jahresarbeit über Mineralien und Gesteine“, erklärt der Viertklässler, der selbst auch schon ein eifriger Sammler ist. In den Februarferien war seine Familie extra in den Harz gereist, damit der Zehnjährige in der Schule auch ein paar Anschauungsstücke vorweisen kann. „Der Malachitüberzug bildet sich nur, wenn Kupfer vorhanden ist“, erklärt er einen seiner dortigen Funde. Seine Erkenntnisse aus Ludwigslust muss er nun nur noch zu Papier bringen. „Acht Seiten habe ich schon, zehn soll die Jahresarbeit mindestens haben.“ 

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