zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

24. Oktober 2017 | 07:46 Uhr

Wöbbelin : Ein Herz für die Biene

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Till Backhaus feiert mit Wöbbeliner Grundschule ein Fest zu Ehren des bedrohten Honiglieferanten.

svz.de von
erstellt am 20.Jun.2014 | 10:23 Uhr

„Ich wäre gerne eine Drohne“, sagt Till Backhaus (SPD) über sich, und erntet ein Schmunzeln bei denen, die wissen, wofür eine Drohne da ist. Bienen findet der Landwirtschaftsminister einfach faszinierend und bezeichnet sich selbst deshalb als Bienenfreund: „Es ist einfach unglaublich, wie sie ihren Jahresablauf organisieren.“ Sie teilen die Arbeit untereinander auf und bereiten sich sorgsam auf den Winter vor. „Und dabei brauchen sie nicht einmal ein Navi“, sagt Backhaus. Er selbst hatte sich erst vor Wochen bei einem Termin im Kreis Güstrow mit seinem Navi verfahren.

Und der Minister gibt zu bedenken, dass es für Menschen wohl unvorstellbar sei, mit 60 000 Familienmitgliedern unter einem Dach zu wohnen und sich dabei auch noch abzusprechen. Stimmt.

In der Grundschule „Theodor Körner“ in Wöbbelin bei Ludwigslust hat er gestern mit den Erst- bis Viertklässlern das Bienenfest gefeiert: „Die Biene nimmt den dritten Platz, gleich hinter dem Rind und dem Schwein ein.“

Die Grundschule hat sich dem Thema Honigbiene verschrieben. Mit zwei Bienenhotels, einem Bienenwagen und einer eigens für die Tiere angelegten Streuobstwiese als Bienenweide setzen sich Schulleiterin Jana Podlipnik und ihre Schützlinge für die Blütenbestäuber und Honiglieferanten ein. „Die Honigbiene ist gefährdet und wir wollen nicht, dass sie ausstirbt“, sagt die Schulleiterin. Agrarminister Backhaus ist begeistert von dem Engagement der Wöbbeliner. Schließlich sei die heimische Flora zu 75 Prozent von der Bestäubung der Bienen abhängig. „Ohne sie würde es Äpfel oder Birnen gar nicht geben“, sagt Backhaus, der behauptet, bei sich zu Hause nur mit Honig zu süßen.

560 Tonnen Honig kommen jährlich aus MV. „Trotzdem übersteigt die Nachfrage bei weitem das Angebot“, so der Agrarminister. Immerhin vernascht rein statistisch jeder 1,2 Kilogramm jährlich.

Grundproblem für die Biene ist der Futtermangel. Die in MV oft einseitig betriebene Landwirtschaft, wie der verbreitete Anbau von Raps, sorge im Spätsommer nach der Blütezeit, für einen Nahrungsmangel. Dabei sieht Backhaus die Lösung greifbar nahe: „Die Menschen sollten nur einen Teil ihres Rasens stehen lassen. Er muss nicht immer Englisch aussehen.“ Klee sei schließlich eine wichtige Futterquelle für die Honigbiene. Dafür will sich der Minister jetzt einsetzen.

Durch das Engagement der Schüler hofft Backhaus, ein paar Imker gewinnen zu können. In seinem Ruhestand will er selbst sein Bienenvolk gründen: „Ich könnte mir vorstellen, drei bis vier Völker zu haben.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen