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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 12:26 Uhr

Dömitz : Ein Haus verschwindet

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Landkreis muss Abriss zunächst zahlen. Ähnliche Probleme auch anderenorts

von
erstellt am 27.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Für den Abriss des „Fritz Reuter“ in Dömitz muss voraussichtlich der Steuerzahler aufkommen. „Der Landkreis trägt zunächst die Kosten, weil wir an die Eigentümerin derzeit nicht herankommen“, erklärte Andreas Wißuwa, Fachdienstleiter Bauordnung in der Kreisverwaltung. „Wir versuchen natürlich, das Geld wiederzubekommen. Aber mal reagiert die Dame auf Schreiben von uns und mal nicht.“ Rund 20 000 Euro kostet der Abriss, in dessen Zuge das Grundstück allerdings nicht komplett beräumt werden soll. „Weiter monatlich die Kosten für den Zaun zu bezahlen, den wir zur Absicherung haben aufstellen lassen, wäre auf Dauer noch teurer geworden“, so Wißuwa.

Damit ist in Dömitz nach dem alten Amtsgericht und dem Fachwerkhaus in der Torstraße 1 innerhalb weniger Jahre das dritte Gebäude von der Bildfläche verschwunden. Doch alle befanden sich im Besitz privater Eigentümer. „Wenn man sie zu Investitionen zwingen wollte, müsste die Stadt eine Satzung haben, in der ein Baugebot festgeschrieben ist“, erklärte Andreas Wißuwa. „Doch selbst dann wäre es nur schwer durchsetzbar.“ Im Landkreis gebe es derzeit keine Kommune mit entsprechenden Regelungen.

Eine ähnliche Situation wie in Dömitz gibt es nach Angaben des Fachdienstleiters auch in Goldberg oder Brüel. „In Städten, in denen die Wirtschaft floriert, haben wir diese Probleme weniger“, so Wißuwa. Dort würden Investoren oder die Kommunen selbst Immobilien sanieren. So würden zum Beispiel in Grabow und Ludwigslust sehr viele Sanierungen realisiert werden. Anderswo bleibt irgendwann nur noch der Abriss. Für solche Sicherungsmaßnahmen gibt der Landkreis jährlich 70 000 bis 100 000 Euro aus. „Die Quote, wie viel wir von den Eigentümern zurückbekommen, geht gegen Null“, so Andreas Wißuwa.

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