Ludwigslust : Ein Hauch von Japan in der Schule

Sieht ganz schön schwer aus: Pierre Congard (stehend) und Patrick Bölckow demonstrieren in der Förderschule Ludwigslust eine Aikido-Übung.
Sieht ganz schön schwer aus: Pierre Congard (stehend) und Patrick Bölckow demonstrieren in der Förderschule Ludwigslust eine Aikido-Übung.

Aikido-Meister Pierre Congard zeigt Schülern der Ludwigsluster Förderschule einige Übungen der japanischen Kampfsportart

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12. Juni 2018, 05:00 Uhr

Ein Hauch von Hollywood weht durch die Sporthalle der Schule an der Bleiche in Ludwigslust. Die Übung, die Patrick Bölckow gemeinsam mit seinem Meister Pierre Congard vorführt, hat etwas vom Kino-Klassiker Matrix. Wer sich so verbiegen kann, hat wohl Gummi als Knochen. Oder lange trainiert. Pierre Congard, Träger des 6. Dan und Gründer der Aikido-Schule Schwerin, macht diesen Sport seit 40 Jahren. Der 28-jährige Patrick trainiert die japanische Kampfkunst auch schon seit elf Jahren.

„Allerdings mit Unterbrechung“, erzählt er in der Schule an der Bleiche. Verletzungsbedingt musste er aussetzen, angefangen hatte er bereits als Kind im Alter von acht Jahren. Doch ohne Aikido geht für Patrick Bölckow irgendwie nichts. „Ich habe bereits als Kind gemerkt, wie mich der Sport stärkt. Es ist auch gut als Selbstverteidigung.“ Sich selbst verteidigen, musste der Schweriner allerdings noch nicht. Zum Glück.

Mit fester Stimme spricht Pierre Congard die Förderschüler an. Alle hören gespannt zu, lassen sich nur wenig ablenken. Sie sind vom Franzosen fasziniert. Barfuß betreten alle die Sporthalle. Setzen sich hin, im Schneidersitz, wie sie es gewohnt sind. Ganz anders Pierre Congard und Patrick Bölckow. Sie sitzen auf ihren Fersen. „Es gibt eine wichtige Regel im Aikido“, sagt Pierre Congard. „Dein Rücken muss immer gerade sein.“ Das Atmen falle leichter – und ganz wichtig – einen möglichen Gegner habe er so auch besser im Blick.

Schon die zweite Übung hat es in sich: Aus dem Fersensitz aufstehen und wieder hinsetzen. Alles ohne Hilfe der Hände. Gleichgewicht ist gefragt. Bei Pierre Congard sieht alles ganz leicht aus. Warum hat die Schule den Aikido-Meister eingeladen? „Wir wollten unseren älteren Schülern einmal etwas Besonderes liefern“, erklärt Schulleiter Andreas Kluß.

Jedes Jahr findet an der Schule an der Bleiche für alle Kinder und Jugendlichen zum Kindertag ein Fest statt. Dieses Mal wurde das Fest aber verschoben – es war einfach zu heiß. „Streetsoccer wollten wir dieses Jahr nicht schon wieder machen“, sagt Andreas Kluß. So wurde kurzerhand Pierre Congard von der Aikido-Schule eingeladen. Prompt sagte der Franzose zu. „Ich war schon einmal hier, vor vier, fünf Jahren“, erzählt der Aikido-Meister. Seine Kampfkunst hat er direkt in Japan erlernt.

Spielend leicht sehen die Übungen bei Pierre Congard aus. Er sitzt auf dem Fußboden, stellt ein Bein auf, die rechte Schulter geht durch den linken Arm und er rollt über die rechte Schulter, dann andersherum. Die Schüler haben dabei noch ihre Schwierigkeiten. Probieren sich dennoch immer wieder aus. Pierre Congard und Patrick Bölckow helfen, geben Tipps. Wie im Matrix-Klassiker: Meister Morpheus hilft seinem Schüler Neo. Ein Hauch von Hollywood eben.

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