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Ludwigsluster Tageblatt

23. September 2017 | 16:50 Uhr

Brunow : Ein ganzes Dorf als Gastgeber

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Brunow hatte zum zweiten Mal zum Dorftrödel- und Handwerkermarkt eingeladen. Agrargenossenschaft öffnete Hof für Besucher.

von
erstellt am 10.Jul.2017 | 20:30 Uhr

„Ist die nicht schön? Ich liebe solche alten Sachen.“ Mit einer Schmuckschatulle in der Hand spaziert Susanne Wondruschka von einem Gehöft zurück auf die Brunower Ringstraße. Das Kästchen ist nicht ihre erste „Beute“ an diesem Tag. Ein altes Regal und eine Butterdose hat ihr Mann schon im Auto verstaut. Der Brunower Dorftrödel- und Handwerkermarkt, der am Sonntag seine zweite Auflage erlebte, ist wie gemacht für die 53-Jährige. „Es ist total schön hier. Ein schönes Dorf, schöne Verkaufsstände“, sagt die Marnitzerin. „Das ist bei solchen Veranstaltungen nicht immer so. Manchmal wird man auch enttäuscht.“

Überall im Runddorf haben Einwohner ihre Gärten und Höfe für Besucher geöffnet, haben vor den Häusern und an den Straßen Trödelmarktstände aufgebaut. Dieter Page bietet Bücher, Zeitschriften, Deko-Artikel, Messer, Kassetten und einiges mehr an. „Vieles stammt aus einer Haushaltsauflösung. Es wäre schade gewesen, alles wegzuschmeißen“, sagt der Brunower. Auch ein Ledersessel, der eigentlich zur Couchgarnitur gehört, hat einen neuen Besitzer gefunden. „Der Sessel war kaum genutzt werden, und nachdem ich mir einen Fernsehsessel gekauft hatte, musste er raus“, erzählt Dieter Page. Was auf der Auktionsplattform im Internet nicht geklappt hatte, funktionierte beim Dorftrödelmarkt hervorragend. Ums Geld geht es dem Brunower dabei nicht. „Es geht um den Spaß und darum, auch mal ein bisschen zu entrümpeln.“

Und während im ganzen Dorf geschaut, geschlendert und gefeilscht wird, zeigt Silvio Krüger vom Vorstand der Agrargenossenschaft Brunow eG den Besuchern die Ställe für die Jungrinder und die Schweine. Unter dem Motto „Regionale Produkte und Vermarktung – ein Gewinn für Konsumenten, Produzenten und für die ländliche Region“ hatte der Betrieb seine Tore geöffnet. „Zweimal in der Woche werden Schweine zum Schlachthof in Parchim gefahren, Rinder nach Bedarf“, erklärt Silvio Krüger. „Die Schweinehälften kommen dann zurück nach Grabow und werden dort von unseren Fleischern verarbeitet.“ In der ehemaligen Fleischerei Gollnick hatte die Genossenschaft im vergangenen Jahr ein Ladengeschäft und eine Metzgerei eröffnet. Rund 40 Schweine werden dort pro Monat verarbeitet. „Ist denn schon ein weiterer Laden geplant?“, wollte eine Besucherin aus Parchim wissen. Das musste Silvio Krüger verneinen. Aber am Sonntag konnten die Gäste Fleisch und Wurst aus der Produktion der Brunower Genossenschaft im Bauernmarkt nebenan kaufen – oder frisch gegrillt gleich essen.

Nicht nur bei den Brunowern selbst konnten die Besucher schauen und kaufen. Auch rund 20 Handwerker, Kunsthandwerker und Gärtner hatten ihre Stände aufgebaut. „Wir haben aufgepasst, dass auch wieder ein paar neue dabei sind“, sagt Anja Bartels, die das Dorf-Event in Zusammenarbeit mit der Gemeinde als Veranstalter und dem Dorfförderverein auf die Beine gestellt hatte. „Aber eigentlich ist es von allen organisiert worden. Das ist hier so: Wenn man fragt, machen alle mit.“

 

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