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Ludwigsluster Tageblatt

24. September 2017 | 21:34 Uhr

Ludwigslust : Ein Fest für die Stiftskirche

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Vor 150 Jahren wurde Gotteshaus geweiht / Landespastor Martin Scriba: Kirchbau war öffentliches Ja zum Engagement der Diakonissen

Draußen spielte der gemischte Posaunenchor aus Brenz, Neustadt-Glewe, Ludwigslust und Möllenbeck unter Leitung von Elfriede Neumann, während sich im Inneren der Stiftskirche im Stift Bethlehem die Reihen füllten. Gestern wurde das 150. Kirchweihfest mit einem Festgottesdienst begangen.

„Vor 150 Jahren schloss der damalige Pastor des Stiftes, Friedrich Wilhelmi, zum ersten Mal die Kirchentür auf, durch die wir gerade gekommen sind. Und er führte 23 Diakonissen, unter ihnen die Gründerin des Stiftes, Helene von Bülow, aus dem alten Betsaal in die neue Kirche“, erklärte Stiftspropst Jürgen Stobbe zur Begrüßung der Mitarbeiter der Westmecklenburg Klinikum „Helene von Bülow“ GmbH und des Stiftes Bethlehem sowie anderer Freunde der Stiftskirche. Seit ihrer Einweihung sei diese Kirche das Zentrum für das geistliche Leben im Stift, aber auch darüber hinaus. Propst Stobbe hob die 615 Frauen hervor, die in den vergangenen 150 Jahren ihr Leben als Diakonissen in den Dienst der Nächstenliebe gestellt haben. Außerdem wurden bisher zehn Oberinnen und zwölf Stiftspröpste vor dem Altar der Kirche in ihren Dienst berufen. „Inzwischen sind unzählige Mitarbeiter, Schüler, Auszubildende, Vikare, Religionspädagogen, ehemalige Freunde und nicht zuletzt Patienten aus unserem Krankenhaus, die hier Gottesdienste feiern, persönlich und virtuell mit uns verbunden. Diese Kirche ist eine besondere Kirche, in die Menschen kommen, die sich von dem Raum berühren lassen, ohne dass sie eine kirchliche Bindung spüren“, ergänzte Jürgen Stobbe. Beim gestrigen Gottesdienst erklangen Lieder, die auch zum Einweihungsgottesdienst vor 150 Jahren gesungen worden waren. „Aus alten Überlieferungen ist genau bekannt, wer in welcher Reihenfolge in diese Kirche eingezogen ist, unter anderem auch Großherzog Friedrich Franz II.“, so Landespastor Martin Scriba in seiner Festpredigt. Der Bau dieser Stiftskirche sei seiner Ansicht nach ein öffentliches Ja zum Engagement der Diakonissen gewesen. Daher könne sich die Stadt Ludwigslust glücklich schätzen, gleich mehrere ganz unterschiedliche Räume für Gebete und Versammlungen nutzen zu können.

Im Anschluss an den Festgottesdienst präsentierte Andrea Stobbe im Festsaal einen Abriss der Historie der Stiftskirche, verbunden mit der Eröffnung einer Ausstellung mit den Originaldokumenten der Kirchengründung. Im Herbst 1847 hatte Helene von Bülow eine Büdnerei erworben und dort ein Kinderhospital eröffnet. Am 3. November 1851 erfolgte dann die Gründung des Stiftes Bethlehem und die Einführung Helene von Bülows als dessen erste Oberin. Der Wunsch nach einer eigenen Kirche erfüllte sich wenige Jahre später. Am 26. Mai 1862 wurde der Grundstein gelegt, am 1. Mai 1864 die Kirchweihe gefeiert.

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