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Ludwigsluster Tageblatt

17. Dezember 2017 | 20:50 Uhr

Ludwigslust : Ein facettenreiches Gefährt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Der Verein Jonglirium e.V. bastelt mit der Kinder-und Jugendwerkstatt des Zebef an neu interpretierten Kunstfahrrädern

Schrauben, schweißen, hämmern – die typischen Dinge, die man erwartet, wenn man in eine Werkstatt kommt. Jedoch erwartet die Ferienkinder aus Ludwigslust und Umgebung in der Kinder-und Jugendwerkstatt des Zebef eine besondere Woche.

Grund dafür ist der Berliner Verein „Jonglirium e.V.“. Felix Fischer und Alexej Hermann sind eine Woche zu Gast in Ludwigslust. Sie bauen mit den Kindern und Jugendlichen aus alten Einzelteilen Kunst- bzw. Zirkusfahrräder auf. Aber auch bei klassischen Reparaturen am eigenen Fahrrad stehen die beiden Männer mit Rat und Tat zur Seite. Unterstützt werden die Berliner außerdem von Rita Güldenpenning, Thomas Seifert und Daniel Radke, die sonst gemeinsam die Geschicke in der Werkstatt des Zebef leiten.

Der 30-Jährige Felix Fischer ist ausgebildeter Sonderpädagoge mit Schwerpunkt Zirkus, Kunst und Kultur. Er hat den Verein vor sieben Jahren mit Freunden gegründet. „Jonglirium e.V.“ steht für ein kreatives Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen im Bereich Musik, Theater, Zirkus und Handwerk. Die Anfänge des Vereins lassen sich auf das soziale Zirkusprojekt „2wheels4change“ zurückführen. Im Jahre 2010 machte sich eine internationale Gruppe aus Artisten, Pädagogen und Sozialarbeitern mit dem Fahrrad auf den Weg von Deutschland bis in die Mongolei – auch Felix war dabei. Auf dem Weg arbeiteten sie mit Kindern, die auf der Straße oder in Waisenhäusern lebten.

Im Rahmen der Ferienspiele besucht Felix Fischer diese Woche nun zum dritten Mal die Kinder-und Jugendwerkstatt in Ludwigslust. Sein Kollege Alexej, den Felix seit etwa vier Jahren kennt, ist zum ersten Mal mit dabei. Die jungen Männer finden es gut, auch mit Kindern und Jugendlichen in offenen Bereichen zu arbeiten. „Die Atmosphäre hier ist super, es gibt keinen zeitlichen Druck, dass irgendwas unbedingt fertiggestellt werden muss“, so Alexej Hermann. „Man kann viele neue Ideen entwickeln, aber vor allem geht es darum, wie ein Fahrrad anders aussehen könnte.“ Gemeinsam mit den Kindern haben die erfahrenen Fahrradbastler im Voraus Entwürfe gezeichnet.

„Einige sind sehr selbstständig bei der Sache, manche benötigen ein paar unterstützende Hinweise. Trotzdem lassen wir jedem seinen kreativen Freiraum“, erklärt Felix Fischer. Alexej baut mit Dustin zum Beispiel gerade an einem Zirkusfahrrad. „Da kommt nachher noch eine große Fahne dran, damit man auf der Straße auch auffällt“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Der 32-Jährige gebürtige Russe hat in Hamburg Kunst studiert und sich danach auf Film spezialisiert. Dieser Bereich, erzählt er, ist für ihn aber mehr eine Berufung, während Projekte im Rahmen des Vereins „Jonglirium e.V.“ eine Herzensangelegenheit für ihn sei.

Die neu interpretierten Fahrräder können die Kinder nach einem erfolgreichen Umbau sowohl zum gewöhnlichen Fahrradfahren, aber auch für kleine Kunststücke nutzen.

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