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Ludwigsluster Tageblatt

18. Dezember 2017 | 21:42 Uhr

Grabow : Ein Ehrenplatz für Guste Trahn

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Innerhalb des Projekts „Kunst im Raum“ wird als nächstes eine Skulptur des bekannten Grabower Originals in Auftrag gegeben

von
erstellt am 10.Aug.2017 | 09:00 Uhr

Mit Guste Trahn wird das Projekt „Kunst im Raum“ in der bunten Stadt an der Elde fortgesetzt. Begonnen hatte alles im Jahre 2013 als die Idee entstand, Grabower Originalen ein Denkmal zu setzen. Dem Bauausschuss der Stadt wurden Kohlezeichnungen vom Künstler Bernd Streiter vorgestellt. Sie zeigten Skizzen von Grabower Persönlichkeiten, die die Stadt zu ihrer Lebzeit prägten. „Insgesamt sollen fünf Skulpturen auf Granitsockeln an markanten Stellen im Stadtbild aufgestellt werden, die Einheimischen und Gästen einige interessante Aspekte der Stadtgeschichte erzählen sollen: Sowohl Persönlichkeiten als auch Figuren, die an die reiche Handwerks- und Industriegeschichte erinnern“, so Bürgermeister Stefan Sternberg.


Bernd Streiter fertigt die Bronzefigur


Die erste Figur konnte im April 2016 enthüllt werden. Die Kleinplastik, die den langjährigen Bürgermeister der Stadt Grabow, Dr. Franz Floerke, und den berühmten Mecklenburger Heimatdichter Fritz Reuter darstellt, bildete den Projektauftakt. Erschaffen vom brandenburgischen Künstler Bernd Streiter, sind die Freunde in der Bronzeskulptur auf dem Kirchenplatz zwischen Kirche und Rathaus nun wieder vereint.

Mit Guste Trahn soll nun ein weiteres Grabower Original, fast 50 Jahre nach ihrem Tod, einen würdigen Platz im Stadtbild erhalten und eine besondere Ehrung erfahren.

Das Gipsmodell der berühmten Grabowerin, das sie mit Schaufel und Handwagen zeigt, hat Bernd Streiter nun erstmal wieder aus dem Rathaus geholt und in seine Werkstatt nach Lenzen gebracht. „Da waren einige doch ganz schön überrascht, als ich das Modell wieder weggetragen habe“, so der Künstler aus der Prignitz. „Das Rathaus hat sich schon sehr mit dem Modell angefreundet. Aber ich werde das jetzt erst einmal überarbeiten. Als ich das Gipsmodell damals fertigte, musste ja alles sehr schnell gehen, um die Stadtvertreter von der Sache zu überzeugen“ , ergänzt Bernd Streiter. „Ich warte nun auf den positiven Bescheid vom Bürgermeister, dass es losgeht. In den nächsten sechs Wochen könnte das dann soweit sein.“

Kathleen Bartels von der Stabsstelle des Bürgermeisters hofft auch, dass die Bewilligung der Fördermittel recht zeitnah kommt und das Projekt dann Gestalt annehmen kann.

Ist die Skulptur erschaffen, soll sie dann einen Platz an einem historischen Ort erhalten: Gegenüber dem Museum Grabow, der früheren Pfeffernuss- und Bisquitfabrik von Gustav Ritter und „Geburtsstätte“ der berühmten Grabower Küsschen, an der Rehberger Brücke. Die Bronze soll gen Ludwigslust zeigen – die sieben Kilometer lange Strecke in die Ludwigsluster Lindenkonditorei ging Guste Trahn allwöchentlich zu Fuß. 

Auguste Frieda Bertha Boldt, geboren am 8. Juli 1885 in Kolbow, entdeckte nach dem 2. Weltkrieg eine Marktlücke, als sie Pferdeäpfel auffegte und an Einheimische und Flüchtlinge verkaufte, die ihre Obst und Gemüsebeete auf den Chausseestreifen anlegten. Daraus entwickelte sich ein gut florierendes Geschäft und Kleingärtner ohne eigene Kleintierhaltung wurden ihre Kunden. In den 1950er bis 1960er Jahren hatte Guste Trahn einen festen Platz im Grabower Stadtbild – mit Besen, Schaufel und Handwagen bei jedem Wetter und immer mit übergroßen Schuhen. Eine Wagenladung Pferdedung kostete fünf Mark, Lieferung frei Haus.

Legendär ist ihr „loses Mundwerk“ – Guste hatte in jeder Situation einen passenden, unpassenden oder gar abfälligen Kommentar „up Platt“ parat.

Ihre letzten Lebensmonate verbrachte die bekannte Grabowerin und zweifache Witwe im Altenheim in der Goethestraße und verstarb dort am 29. April 1969.


Viele Partner wollen das Denkmal realisieren


Um das Grabower Unikum Guste Trahn als bedeutende Grabower Persönlichkeit ins Blickfeld zu rücken, sind zahlreiche Partner bemüht, das Denkmal zu realisieren. Dazu gehört auch die Grabowerin Elisabeth Stolzenburg. In vielen Vorträgen und zuletzt auch in dem Exposé von 2011 „Erinnerungen an das Grabower Original Guste Trahn“ hat Elisabeth Stolzenburg von Geschichten und persönlichen Begegnungen mit Guste Trahn berichtet. Dabei sammelte Elisabeth Stolzenburg Spenden für die Umsetzung der Skulptur. In der Stadtbibliothek wurde ebenfalls im Rahmen von Guste-Trahn-Veranstaltungen für das Denkmal gesammelt. So kamen rund 1700 Euro an Spenden für die Bronze zusammen.

Der Sanierungsträger GOS mbH, mit dem die Stadt Grabow seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet, setzt für dieses Vorhaben Mittel der Städtebauförderung über das Land MV ein.

Auch die Stadtvertretung der Stadt Grabow befürwortet dieses Vorhaben und unterstützt das Projekt mit großem Einsatz. So wurden im Haushalt 2017 Mittel für die Umsetzung eingeplant.

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