Eine Stadt in Rot-Weiss : Ein echter Monet mitten in Dömitz

Ein Garten nach den Vorstellungen von Claude Monet mitten in Dömitz: Mit vielen Unterstützern und Sponsoren konnten Hobby-Gärtnerin Brunhild Junge und Unternehmer Dirk Ranft diesen Traum umsetzen.
Ein Garten nach den Vorstellungen von Claude Monet mitten in Dömitz: Mit vielen Unterstützern und Sponsoren konnten Hobby-Gärtnerin Brunhild Junge und Unternehmer Dirk Ranft diesen Traum umsetzen.

Brunhild Junge bepflanzt die Elbestadt in Rot-Weiß und will so triste Ecken verschwinden lassen Unterstützung kommt von vielen Seiten

svz.de von
11. Juli 2018, 12:00 Uhr

Eigentlich wollte Brunhild Junge nur ein paar Blumen in Dömitz pflanzen. In Rot und Weiß natürlich, passend zum Stadtwappen. Damit die Ecken und Wege der Elbestadt nicht mehr so trist und grau aussehen. Aus dieser Idee und den ersten Pflanzen im eigenen Wohngebiet ist in den vergangenen Monaten ein Projekt entstanden, das die Dömitzerin mit der Hilfe vieler Unterstützer versucht zu stemmen. Und die ersten Ecken in Dömitz blühen tatsächlich schon.

Auf der Terrasse von Familie Junge stapeln sich Pflanzen, Blumenerde, Gießkannen und kleine Gartengeräte: Spenden und teilweise auch selbst gekauftes Material, damit Brunhild Junge ihren Traum vom blühenden Dömitz umsetzen kann. „Die Idee kam mir beim Stammtisch der Initiative Leben und Kultur Anfang des Jahres. Und alle haben gesagt, mach’ das mal“, erinnert sich die 66-Jährige. Mitstreiter konnte sie für ihr Projekt nicht finden, doch aufgeben war keine Option. „Denn da hatten sich bereits die ersten Leute gemeldet, die etwas spenden wollten.“ Und so entstand die erste Bepflanzung in Rot-Weiß: Drei Pflanzringe auf dem Kirchplatz.

Brunhild Junge setzt auf winterharte Pflanzen, damit die Blumenpracht im neuen Jahr gleich wieder blühen kann. Seitdem hat die Rentnerin noch ein Beet am Festungseingang angelegt, Blumenkübel im eigenen Wohngebiet bepflanzt und auch Beete am neuen Penny-Markt angelegt. „Die Leute sind vorher immer über das Rasenstück getrampelt. Jetzt sieht die Ecke viel freundlicher aus und vielleicht benutzen die Dömitzer jetzt auch wieder den Gehweg“, so Brunhild Junge.

Von der Stadt Dömitz bekam die Hobby-Gärtnerin grünes Licht für ihre Aktion, mehr jedoch nicht. „Leider kann man mir kein Wasser zur Verfügung stellen. Aber die Mitarbeiter vom Bauhof helfen, wo sie können, das finde ich toll“, erklärt Brunhild Junge. In Dirk Ranft fand die ehemalige Erzieherin einen weiteren tatkräftigen Unterstützer. „Er ist meine rechte Hand, ohne ihn ginge vieles nicht.“ So half der Dömitzer Unternehmer auch bei der letzten Pflanzaktion. Gemeinsam mit Zehntklässlern vom Gymnasialen Schulzentrum schuf Brunhild Junge gegenüber vom Slüterplatz an der B 195 einen farbenfrohen Garten nach dem Vorbild des französischen Malers Claude Monet. „Er hat in Giverny einen tollen Garten angelegt, so einen wollte ich immer haben. Und jetzt ist er eben mitten in Dömitz entstanden“, erklärt Brunhild Junge. Von der Firma Metallbau Ehbrecht aus Dömitz bekam sie eine Brücke als Leihgabe für den Garten, demnächst wird auch noch ein Rosenbogen aufgestellt. „Mein Traum ist, dass Frischvermählte auf dieser Brücke und in diesem Garten ihre Hochzeitsfotos machen können.“

Seitdem der Garten fertig ist, fährt Brunhild Junge jeden Tag mindestens einmal in die Stadt zum Gießen. „Anpflanzen ist die eine Sache, man muss sich auch richtig kümmern.“ Der Zweckverband ZkWAL hat ihr jetzt 30 000 Liter Wasser zur Verfügung gestellt, die über einen Hausanschluss in der Nähe des Gartens abgerechnet werden. „Das Wasser ist immer noch mein größtes Problem. Am Anfang habe ich mein Auto mit Gießkannen vollgeladen und habe das Wasser in der Stadt verteilt.“ Doch Brunhild Junge hat bereits neue Ideen, wie sie an Wasser rankommen und ihr Projekt „Eine Stadt blüht auf in Rot-Weiß“ vorantreiben kann. „Es hat mich bisher schon viele Tränen und Schweiß gekostet, aber es macht auch einfach Spaß und man sieht die Erfolge an jeder Ecke in der Stadt.“ Deshalb will sie weiter nerven und ständig nachfragen, bis sie die nötige Unterstützung bekommt, wie sie selbst sagt. Und im Herbst will sie dann einen neuen Aufruf starten, um Mitstreiter für ihre Aktion zu finden.

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