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Ludwigsluster Tageblatt

23. August 2017 | 16:04 Uhr

Grabow : Ein Denkmal für Guste Trahn

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Grabower Original und weitere Persönlichkeiten der Stadt sollen an markanten Stellen Einheimischen und Gästen Geschichte erzählen

Guste Trahn, ein Grabower Original, soll nun 45 Jahre nach ihrem Tod durch die Stadt Grabow eine besondere Ehrung erfahren. Ein Gipsmodell in Miniaturausgabe, das sie mit Schaufel und Handwagen zeigt, steht bereits im Foyer des Rathauses. Bald soll eine Plastik entstehen, die im Stadtbild von Grabow Einheimische und Besucher der bunten Stadt an der Elde mit besonderen Aspekten der Stadtgeschichte bekannt macht.

Auguste Trahn, geboren am 8. Juli 1885 in Kolbow und getauft auf den Namen Auguste Frieda Bertha Boldt, war ein Original und eine Bereicherung im Grabower Alltag. „Sie hatte, wie man heute sagen würde, eine Marktlücke entdeckt, indem sie in Grabows Straßen die Pferdeäpfel auffegte und daraus ein gut florierendes Geschäft machte. Das war die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Einheimische und Flüchtlinge hatten ihre Obst- und Gemüsegärten oder Beete auf den Chausseestreifen. Alle brauchten Mist! Aus dieser Zeit kennen wir sie alle, die wir damals Kinder oder junge Leute waren, und es ist erstaunlich, wie fest sie in unserer Erinnerung geblieben ist“, ist einem Vortrag von Elisabeth Stolzenburg zu entnehmen, die sich der Geschichte um Guste Trahn angenommen hat. In ihren letzten Lebensmonaten war die bekannte Grabowerin im Altenheim in der Goethestraße
untergebracht. Dort schloss Guste Trahn am 29. April 1969 für immer ihre Augen.


Das Modell stammt vom Künstler Bernd Streiter


„Das Gipsmodell von Guste Trahn hat der Künstler Bernd Streiter aus Mödlich gefertigt, er hat u.a. auch die Bronzeskulptur der Bertha Klingberg in Schwerin und den Fiek’n-Brunnen in Hagenow geschaffen. So etwas ähnliches haben wir auch für unsere Stadt überlegt, wollen an markanten Stellen bedeutende Grabower Persönlichkeiten ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. So haben wir uns mit unserem Sanierungsträger, der GOS, überlegt, Reliefs im Stadtsanierungsgebiet aufzustellen. Damit wollen wir unseren Besuchern und Touristen an drei bis fünf Stellen einige interessante Aspekte der Stadtgeschichte nahebringen, ohne dass sie gleich eine ganze Führung machen müssen“, erläutert Bürgermeister Stefan Sternberg die Grundidee dieses Vorhabens.

„Seit gut zwei Jahren bemühen wir uns gemeinsam mit Elisabeth Stolzenburg und der Bibliothek darum, dass für ein Kunstwerk dieser Art gesammelt wird, das Guste Trahn ehrt, die ein Grabower Unikum ist. In Vorbereitung auf eine Bauausschussitzung hat Bernd Streiter seine Vorstellungen dargelegt. Von den Mitgliedern des Gremiums erhielt der Künstler den Auftrag, der Stadt Grabow nicht nur eine gemalte Version zu schaffen, sondern eine filigran gehaltene Figur, die an einer schönen Ecke der Stadt einen Blickfang darstellt. Das könnte in der Stadtinsel sein, wo sich mehrere Punkte zum Aufstellen von Kunstwerken anbieten würden. „Aber da sind wir erst am Anfang“, so Bürgermeister Sternberg. „Das Gipsmodell ist die Arbeitsgrundlage für weitere Ideen. Wir arbeiten dabei Hand in Hand mit dem Museum und dem Bauausschuss. Neben dem Gipsmodell gibt es noch zwei gezeichnete Bilder, die einen Bezug haben zum Grabower Hafen sowie zum früheren Grabower Bürgermeister Franz Floerke und dem Dichter Fritz Reuter.“ Das sind ebenfalls erste Entwürfe, aber der Bauausschuss der Stadt hat die Verwaltung ermächtigt, weiterzumachen und mit der Städtebausanierung dieses Projekt voranzutreiben.

Für die Finanzierung des Vorhabens gibt es über die GOS einen separaten Titel. „Bis zu fünf kleine Denkmäler, auf einem Granitsockel verankert, könnten entstehen. Wenn die Entwürfe fertig sind, entscheidet dann die Stadtvertretung im Herbst darüber. Läuft alles planmäßig, können wir uns eine Umsetzung dieses künstlerischen Vorhabens bis zum Grabower Lichterfest 2015 vorstellen“, ergänzt der Bürgermeister. Guste Trahn könnte als Relief zum Beispiel auf dem Pferdemarkt stehen, Floerke und Reuter als Denkmal in der Nähe des Heimatmuseums. Auch für die Hafen- und Handwerksmotive werden sich entsprechende Standorte finden. Die Grabower dürfen also gespannt sein, wie sich die Sache weiter entwickelt.

 

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erstellt am 26.Apr.2014 | 09:00 Uhr

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