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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 18:51 Uhr

Alt Krenzlin : Ein Dank aus kleinen Händen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bei Verkehrssicherheitsaktion von Verkehrswacht und Polizei vor der Kita „Spatzennest“ in Alt Krenzlin überwiegt vorbildliches Verhalten.

von
erstellt am 05.Sep.2016 | 17:47 Uhr

„Ich weiß, ich war nicht angeschnallt. Das tut mir leid.“ Eine junge Mutti geht gleich in die Offensive, als sie am Montagmorgen die beiden Beamtinnen vor der Kita „Spatzennest“ in Alt Krenzlin entdeckt. Die Polizeiobermeisterinnen Melanie Wegendorf und Sandra Hahndorf hatten aber an diesem Morgen ohnehin nicht vor, Strafzettel zu verteilen. Beide arbeiten im Bereich der Prävention bei der Polizeiinspektion – und so stand an diesem Morgen die Ermahnung und Erinnerung an die Einhaltung der Anschnallpflicht im Mittelpunkt der Aktion, die von der Verkehrswacht Ludwigslust anlässlich des Schuljahresbeginns initiiert wurde.

„Wir arbeiten eng mit den Kindereinrichtungen zusammen“, sagt Melanie Wegendorf. „Wenn sich Schwerpunkte ergeben, kommen wir auch nochmal, um dann richtig zu kontrollieren“, so die Beamtin. Für diesen Morgen bleibt es erstmal beim moralischen Zeigefinger. Wer sich nicht richtig verhält, bekommt einen roten Zettel in die Hand gedrückt. „Strafmandat aus Kinderhand“ steht darauf. Fabienne, Ingrid, Nane und Jan-Luca mit gelber Warnweste und Mütze von gleicher Farbe sind es, die die Zettel aushändigen. Wer erhält schon gern von Vierjährigen den Hinweis, sich doch lieber richtig zu verhalten. Da meldet sich schon mal das Gewissen. Hoffentlich auch bei jener Mutter, die mit ihrem Kind auf dem Schoß hinterm Lenkrad vorgefahren kommt.

Von der Wirkung solcher präventiver Maßnahmen ist Karin Rühlicke von der Verkehrswacht zutiefst überzeugt. Sie erinnert sich noch heute an ein Erlebnis von vor 25 Jahren, als ein Vater vor lauter Scham über sein Fehlverhalten der Kindereinrichtung 50 D-Mark gespendet hat. „Uns geht es bei dieser Aktion darum, dass die Kinder richtig angeschnallt sind und auch einen Kindersitz haben. Natürlich können auch Fragen an uns gestellt werden. Es gibt auch Fragen, die wir als Verkehrswacht nicht beantworten können. Deshalb ist die Polizei mit vor Ort“, so Karin Rühlicke.

Kita-Leiterin Petra Keil findet die Aktion toll. „Unsere Kinder fahren später mit dem Bus zur Schule nach Kummer. Da ist es wichtig, dass man weiß, wie man sich richtig verhalten muss“, so die Kita-Leiterin. Viele Kinder auf dem Lande seien mit dem Fahrrad unterwegs und müssten deshalb ebenfalls richtiges Verhalten kennen. Weil die Kita „Spatzennest“ so viel für die Prävention tut, hat sie vor zwei Jahren den Schulweg-Orden bekommen. Diese Auszeichnung vergibt die Landesverkehrswacht zusammen mit Partnern. Und so ist es kein Wunder, dass gestern Morgen die positiven Beispiele am Ende überwiegen.

Denise Heck aus Krenzliner Hütte kommt mit ihren beiden Kleinen vorgefahren. Der fünfjährige Jan-Luca und die vierjährige Julina sind angeschnallt in ihren Kindersitzen. „Wir haben das von Anfang an mit den Kindern geübt. Jetzt schnallen sie sich schon selbst an. Wegen der Sicherheit eben. Im letzten Jahr hat sich das ausgezahlt. Da hatten wir einen Autounfall, weil uns jemand reingefahren war. Das Erste, was die Kinder gesagt haben, war: ,Gut, dass wir angeschnallt waren, Mama‘“, berichtet die junge Mutter. Auch Björn Schulze aus Groß Krams bringt seinen Sohn Claas sicher in die Alt-Krenzliner Kindereinrichtung und bekommt dafür ein dickes Lob von allen Beteiligten.

Polizeibeamte sind gestern überall in der Region unterwegs. In Grabow, Dömitz und Rastow sind es die Kontaktbeamten, die ein Auge auf den Schulbeginn haben. In Ludwigslust zeigen Streifenbeamte Präsenz. „Überwiegend blieb es bei mündlichen Verwarnungen“, so Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion. In Rastow an der Schule habe sich aber das Problem des falschen Parkens gezeigt, so dass in einem Fall sogar ein Knöllchen fällig war. Die Polizei wird ihre Kontrollen in den nächsten Tagen fortsetzen.

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