Dömitz : Ein Blick ins alte Zuhause

Kinder und Mitarbeiter kamen mit den Besuchern ins Gespräch.
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Kinder und Mitarbeiter kamen mit den Besuchern ins Gespräch.

Awo-Kinder- und Jugendhaus in Dömitz öffnete seine Türen / Gespräche mit ehemaligen Bewohnern und Nachbarn

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23. September 2017, 07:00 Uhr

Nicole Botzler kann sich noch ganz genau an ihre Kindheit in Dömitz erinnern, erkennt sogar den alten Boden im ehemaligen Spielzimmer wieder. Vor 29 Jahren lebte sie im heutigen Awo-Kinder- und Jugendhaus und nutzt beim Tag der offenen Tür die Möglichkeit, ihr altes Zuhause zum ersten Mal wiederzusehen. Auch Nachbarn, Sponsoren und Geschäftspartner kommen an diesem Tag, um hinter die Fassade des Hauses zu blicken und mehr über das Leben der Kinder und Jugendlichen zu erfahren.

Gemeinsam mit Ehemann und Tochter erkundet Nicole Botzler die Villa und schwelgt in Erinnerungen. 1988 kam sie mit ihrer älteren Schwester nach Dömitz, zuvor lebten sie in Ludwigslust. „Aber dann ging es nicht mehr mit unserer Mutter. Erst war ich natürlich traurig, schließlich war ich erst acht Jahre alt. Aber wenn ich heute an die Zeit zurück denke, habe ich nur schöne Erinnerungen“, erklärt die dreifache Mutter. So zum Beispiel an den Versuch, mit zwei anderen Bewohnern nach Ludwigslust abzuhauen. „Da war ich vielleicht neun Jahre alt. Wir kamen auch bis nach Ludwigslust, dort wartete allerdings schon der Bus des Heims auf uns“, so Nicole Botzler. Noch heute treffen sich die 37-Jährige und andere ehemalige Bewohner und Erzieher, um über die alten Zeiten zu sprechen. „Und ich war immer neugierig, wie es heute hier aussieht. Als ich von dem Tag der offenen Tür erfahren habe, stand fest, dass ich herkommen muss.“

Auch Rita und Helmut Behrens aus Wittenberge kamen nach Dömitz, um sich die Häuser der Awo anzuschauen. „Unsere Enkelin Luisa arbeitet hier im „Kleinen Haus“. Die Anlage gefällt uns gut und es ist schön, dass die Kinder ihr eigenes Reich haben“, so Rita Behrens. Im „Kleinen Haus“ lebt auch Fabian. Der Zwölfjährige kam vor drei Jahren nach Dömitz. Am Tag der offenen Tür betreut er eine Spielstation mit einer Torschusswand, außerdem führt er interessierte Besucher durch die Häuser. Ein Halt darf dabei auf keinen Fall fehlen: Das neue Kaninchengehege. „Das wurde gerade noch rechtzeitig fertig und die beiden Kaninchen haben wir aus Polz geholt. Leider haben sie noch keinen Namen“, erklärt Fabian.

Im Rahmen eines Projektes wurden die beiden Langohren angeschafft. „Das sind die ersten Haustiere hier bei uns. Die Kinder kümmern sich um sie, dafür haben wir gemeinsam einen Fütterungs- und Putzplan erstellt“, erklärt Erzieherin Sabrina Winter. Das Fachwissen für den Gehegebau stammt von der Reimer Holz und Platten GmbH aus Tewswoos, die gemeinsam mit den Kindern den neuen Auslauf bauten.

Hausleiterin Anke Laschtowitz ist froh über die zahlreichen Besucher und das Interesse an dem Haus. „Wir sind offen für alle Besucher und wollen zeigen, dass hier gelebt wird.“ Mit den vielen Geschenken, die an diesem Tag für die Kinder und das Haus zusammen gekommen sind, habe sie nicht gerechnet. „Von der Devk in Ludwigslust haben wir Gewinne für unsere Spielstationen bekommen, von der Sparkasse in Dömitz Spielzeuge und einen Scheck und auch unsere Nachbarn haben für uns zusammengelegt. Das ist einfach nur toll“, so Anke Laschtowitz. Im Vordergrund stehe für sie jedoch, dass die Kinder einen aufregenden Tag hatten und ihr Zuhause stolz präsentieren konnten.

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