Dömitz : Ein bisschen Mallorca an der Elbe

Eroberten den kleinen Thron: Lena Palubicki und Bennit Schulz.
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Eroberten den kleinen Thron: Lena Palubicki und Bennit Schulz.

Dömitzer Carneval-Verein feierte seine 60. Session

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17. November 2014, 08:05 Uhr

Der Dömitzer Carneval-Verein (DCC) wird von einem König von Mallorca in der 60. Session seines Bestehens angeführt. In Anlehnung an eine deutsche Schlagergröße vereinnahmte Sonnabend zu nächtlicher Stunde der 41-jährige Dömitzer Silvio Teßmann den Elferrat auf der Bühne und die Narrenschar im Publikum. Ihm zur Seite steht als Prinzessin seine Lebensgefährtin Katja Neumann.

Der gelernte Dachdecker aus der Marienstraße erlebte die Narretei bislang nur aus Sicht des Publikums mit, Hotelfachfrau Katja dagegen gehört zum festen Ensemble der DCC-Elfinnen. Und die hatten zuvor auf der Bühne mit viel Bein und Hüftschwung sowie mit einem Mallorca-Schlager angekündigt, dass sie das Schloss für das neue Prinzenpaar musikalisch bauen werden.

Während der im Verlauf der Prunksitzung als Prinz scheidende Axel Wilck vom DCC-Miteinander beflügelt seine Insignien weitergab, kullerten bei seiner Prinzessin Karin am laufenden Band die Tränen. Dieser Abschied fiel ihr schwer. Daran änderte auch nicht die Tanzzugabe der Prinzengarde zu Ehren des Prinzenpaares der 59. Session.

Auf den Thron des Kinderprinzenpaares stiegen die Dömitzer Kinder Bennit Schulz und Lena Palubicki. Der elfjährige Prinz und seine ein Jahr jüngere Angetraute hielten gleich eine Grußrede wie die Großen.

Die Festsitzung bot insbesondere Show-Tänze, die durch Choreografie und Ausführung für Begeisterungsstürme im bestens besetzten Saal sorgten. Das gilt auch schon für den Nachwuchsbereich, wo Silvia Wilkens und Anja Palubicki als Leiterinnen die Fäden ziehen.

Die Funkengarde und ihr Tanzpaar ernteten frenetischen Applaus, nachdem sie wohl die bislang anspruchsvollste Show zum Atemlos-Hit präsentiert hatten. Erfolg hat aber auch seinen Preis. Die tatsächlich atemlosen Garde-Mitglieder und auch andere Tanzgruppen kamen um Zugaben nicht herum.

Imposant setzte sich die Prinzengarde in Szene. Ihr Einzug als ägyptischer Tross der Antike durch den Saal zur Bühne war schon Höhepunkt genug. Was folgte, war eine Choreografie voll gekonnt dargebotenem Pop-Tanz. Mit einem Hoch auf die Völkerfreundschaft kündigte Zeremonienmeister Michaelis, der übrigens im zehnten Jahr dieses Amt ausfüllte, die Showtanzgruppe „Möter“ an. Die Tänzer kamen derart in Wallung, dass ihre künstlichen Vollbärte direkt über die Nase bis an die Augen und wieder zurück rutschten. Die DCC-Gesangsgruppe trat diesmal als Trio auf. Ihr Lied „Immer locker vom Hocker“ wurde zum Hit des Abends und war nach dem Finale noch öfter zu hören.

Mit ihrem Hit „A.L.D.I.“ und in eindeutiger Kostümierung landete die Bremi-Tanzgruppe ebenfalls einen karnevalistischen Volltreffer. Das Publikum schunkelte und sang den veränderten Text des 1978er Hits der „Village People“-Melodie mit.

Silvia Schulz brachte mit ihrer Weihnachts-Silvester-Stressgeschichte das Publikum erst langsam in Fahrt, erntete dann aber stürmischen Applaus als sie erklärte, wie man Sauerkraut zu Weihnachten durchaus auch als Lametta nutzen kann, um es zu Silvester wieder als Beilage für ein Essen zu servieren. Dieser Bütt einen drauf setzten Kathleen Scheper und Silvana Rieken-Benda mit einer Parodie auf Bauernschläue.

Die Art ihres mit Pointen gespickten Zwiegesprächs über einen mit tierischen Ausscheidungen manipulierten Schwangerschaftstest und haarsträubenden Lösungsvorschlägen für ein Kreuzworträtsel ließ bei den meisten Zuhörern vor Lachen die Tränen rollen.

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