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Ex-Truppenübungsplatz Vielank : Ein bisschen Heide reicht nicht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Vielanker fordern auf Einwohnerversammlung: Weitere Bereiche des einstigen Übungsplatzes öffnen und Quaster Tag ermöglichen

von
erstellt am 27.Jan.2017 | 20:30 Uhr

Karten mit farbig unterlegten Flächen werden per Beamer an die Wand im Saal des Vielanker Brauhauses geworfen. Mehr als 50 interessierte Einwohner der Gemeinde Vielank waren der Einladung des Amtes Dömitz-Malliß zu dieser Einwohnerversammlung gefolgt. Vielanks Bürgermeisterin Christel Drewes hätte sich zwar noch eine größere Resonanz gewünscht. Aber die gekommen waren, konnten aus erster Hand von kompetenten Fachleuten hören, wie es aktuell um die Situation des ehemaligen Truppenübungsplatzes und das Areal der Alt Jabeler und Leussower Heide bestellt ist.

Andreas Wolters stellt die Ergebnisse der Historisch Genetischen Rekonstruktion (HGR) vor, die belegen, welche Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lübtheen mit Kampfmitteln belastet und welche frei sind. Er vertritt an diesem Abend die Eigentümerin des Platzes, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). „Eigentlich sollte diese Einwohnerversammlung schon im März vergangenen Jahres stattfinden, aber die Ergebnisse der HGR haben wir erst Ende Oktober begonnen. In den Randbereichen im Süden des Areals, wo wir uns jetzt befinden, gibt es große Flächen, die auf der Karte grün markiert sind. Wo sich laut HGR der Kampfmittelverdacht nicht bestätigt hat. Bei den bräunlich-orange unterlegten Flächen ist eine mögliche Kampfmittelbelastung vorhanden.“

Die grün gekennzeichneten Bereiche werden jetzt nach und nach freigegeben. Die befestigten Wege, die angelegt sind, können betreten werden.

Schwerpunkt der weiteren Arbeit der Bima ist es jetzt, im Falle eines Waldbrandes für die Sicherheit der umliegenden Ortschaften zu sorgen. „Wir beginnen jetzt stichprobenartig mit der technischen Erkundung im Bereich des ehemaligen Marinearsenals im Bereich Jessenitz. Untersucht wird, welche Munition es gibt und welcher Art diese ist. „Wichtig dabei ist, bei einem Feuerwehreinsatz in einer Entfernung von 1000 Metern zum Ortsrand die Fläche sicher zu machen“, so Andreas Wolters. Eine Konzeption für eine Testfeldberäumung soll bis Herbst 2017 vorliegen, so Robert Molitor, Chef des Munitionsbergungsdienstes. Zugleich erläutert er die erste Idee der Bundesforst, im Auftrag der Bima Wege anzulegen, um diese Flächen betreten und erlebbar machen zu können.

Bislang seien 900 Hektar freigegeben worden, so Ronny Schult, Leiter Fachbereich Ordnung und Bürgerservice des Amtes. „Der größte Teil der freigegebenen Flächen liegt bei uns im Amtsbereich Dömitz-Malliß, in den Ortschaften des Gemeinde Vielank.“ Die ersten Betretungsverbote aufzuheben, sei ein Anfang, so Burkhard Thees, Amtsvorsteher des Amtes Dömitz-Malliß. „Wir wollen, dass es weiter vorangeht, wir auch zum Quaster Gedenktag wieder fahren können.“ Ein ehemaliger Revierförster aus Alt Jabel sagte, dass er es gut finden würde, wenn die Leute wieder den Quaster Tag an Ort und Stelle begehen könnten. 25 Jahre wäre er hier im Revier tätig gewesen und nie sei etwas vorgefallen. Dem stimmte auch Irmgard Wolf zu, die sich ebenso wieder ein Gedenken für die Ortschaft Quast wünscht - dort, wo der Gedenkstein steht. „Seit 14 Jahren sind wir da reingefahren und nie ist etwas passiert. Und mit einem Mal dürfen wir das nicht.“ Dafür setzen sich auch Heiko Bäuch und Sylvia Lemke ein, beide sind Gemeindevertreter in der Gemeinde Vielank und Stellverteter von Bürgermeisterin Christel Drewes. „Wir wollen das auch“, sagte Robert Molitor. „Wir tun, was wir können, um weitere Flächen wieder begehbar zu machen. Die Bereitschaft aller ist da, dass auch der Quaster Tag wieder stattfinden kann.“ Sylvia Lemke: „Wir wollen an das Amt einen Antrag stellen, wenn wir mit dem Kremser die Ringstraße oder andere Wege in der Heide befahren wollen.“ Heiko Bäuch unter großem Beifall: „Ich möchte Sie alle einladen zum nächsten Quaster Tag!“

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