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Kleines Fest in Ludwigslust : Ein Beil im Rucksack

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Vorfall sorgte am Rande des Kleinen Festes für Unruhe. Rechtliche Prüfung läuft

von
erstellt am 21.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Ein Mann mit einem Haushaltsbeil hatte am Rande des „Kleinen Festes im Großen Park“ für Unruhe gesorgt. Jetzt ist der Fall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden. Sie werde nach Aussage von Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust, rechtlich bewerten, ob möglicherweise ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorliegt – auch wenn ein Beil eigentlich nicht unter das Waffengesetz fällt.

Pfefferspray und Beil sichergestellt

Ein Besucher des Festes hatte den Mann an jenem Freitag im Bereich der Schlossbrücke gesehen, als dieser das Beil aus seinem Rucksack holte und damit eine Flasche Bier öffnete. Der Gast informierte Feuerwehrkameraden, die in der Nähe zur Absicherung der Anreise zur Veranstaltung standen, über seine Beobachtung.

„Die Feuerwehrleute gaben die Information an unsere Beamten weiter“, erklärte Gilbert Küchler. Schnell seien mehrere Beamte vor Ort gewesen, weil die Polizei die Großveranstaltung mit rund 9000 Besuchern je Abend ohnehin mit erhöhter Präsenz begleitet hatte.

Als die Polizei an der Schlossbrücke ankam, saßen der Mann und sein männlicher Begleiter auf einer Steinmauer am Rande der Brücke. „Sie kamen dann auch direkt auf unsere Einsatzkräfte zu, ließen dabei den Rucksack allerdings an der Brücke zurück“, berichtet Gilbert Küchler. Ein Beamter holte den Rucksack. Als die Polizeibeamten ihn durchsuchten, stießen sie sowohl auf das beschriebene Haushaltsbeil als auch auf Pfefferspray. „Beides wurde zur Gefahrenabwehr sichergestellt“, erklärt Gilbert Küchler. Außerdem wurde der Mann mit aufs Revier genommen und befragt. „Er gab an, dass Beil dabei gehabt zu haben, um sich verteidigen zu können, falls ihn jemand angreife“, so der Revierleiter.

Auch wenn es nicht verboten ist, in der Öffentlichkeit ein Beil bei sich zu haben, könnte die Sache für den Mann, der der Polizei bereits wegen Körperverletzung bekannt ist, ein Nachspiel haben. „Es gilt zu klären, wie es rechtlich zu bewerten ist, dass jemand in der heutigen Zeit im Umfeld einer Großveranstaltung mit einem Haushaltsbeil auftritt“, so Gilbert Küchler. Dass der Mann am Rande einer Großveranstaltung so aufgetreten ist, seine Aussage und seine Vorgeschichte führten in dieser Kombination auch zur Entscheidung der Polizei, die zur Gefahrenabwehr beschlagnahmten Gegenstände – Beil und Pfefferspray – zunächst nicht wieder herauszugeben.

 

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