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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 20:20 Uhr

ludwigslust : Eigenheimstandorte fest im Blick

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Planungsbüro Bürger aus Schwerin stellte Vorentwurf für den Ludwigsluster Bebauungsplan LU 27 „Helene-von-Bülow-Straße“ vor

von
erstellt am 31.Jan.2015 | 07:00 Uhr

Stadtvertreter Torsten Hinrichs setzt mehr auf den klassischen Stil als auf Toscana-Häuser, das sei nicht sein Ding. Sein Nachbar auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr, Folker Roggensack, hätte aber auch nichts gegen Neues in der Wohnbebauung. Ob traditionelle Eigenheimvarianten oder moderne Bauformen - es gäbe verschiedene Möglichkeiten, das sich im Eigentum der Stadt befindende Areal im Bebauungsplan LU 27 „Helene-von-Bülow-Straße“ auf vielfältige Weise zu beleben.

Die Details des Vorentwurfs stellte der Schweriner Architekt Wolfgang Bürger vor. Es handelt sich um ein sieben Hektar großes Plangebiet, gelegen in der Flur 7 der Gemarkung Ludwigslust. Begrenzt wird es nördlich durch unbebaute Flurstücke sowie die baulich genutzten Flurstücke Wasserturmweg 4 und 14/2. Östlich wird das Gebiet begrenzt durch die Bahnstrecke Hamburg-Berlin, südlich durch die Straßen „Am Marstall“, „Garnisonsstraße“ sowie durch ein unbebautes Flurstück. Westlich wird das Areal durch die „Christian-Ludwig-Straße“ sowie die „Helene-von-Bülow-Straße“ begrenzt. Die Stadtvertretung der Stadt Ludwigslust hatte in ihrer Sitzung am 11. September 2013 einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit der Bezeichnung LU 27 „Helene-von-Bülow-Straße“ gefasst. Am Donnerstagabend gaben nun die Mitglieder des zuständigen Fachausschusses dem Vorentwurf ihre Zustimmung.

Im Ergebnis eines Workshops 2014 zur städtebaulichen Zielstellung war im Ergebnis deutlich geworden, dass die Befragten eher zu einzeln stehenden Eigenheimen tendieren, kaum oder kein Interesse an Reihenhäusern und ebenso wenig am Geschosswohnungsbau haben. Neben der Eigenheimbebauung sind auch zwei- bis dreigeschossige Häuser als Geschäftsgebäude möglich, die Grünflächen könnten den Bewohnern für Sport und andere Freizeitaktivitäten zur Verfügung stehen. Auch das Zebef, dessen Motocross-Gelände sich dort befindet, habe Interesse gezeigt, sich an das Wohngebiet anzuschließen. Die Grundstücksgrößen sind im B-Plan nicht festgelegt, wohl aber das Erschließungssystem. Eine Versorgung mit Fernwärme wäre bislang im Gespräch. „Wichtig für die Entwicklung des Standortes ist der Lärmschutz, hier hat die Stadt ein Gutachten erarbeiten lassen“, so Planer Wolfgang Bürger und wies in der Skizze des B-Planes auf die verschiedenen Lärmpegelbereiche hin.

Die Hauptlärmquelle liege bei der Eisenbahntrasse, hier seien nach Aussage des Planers passive Lärmschutzmaßnahmen an der Außenhaut der Gebäude notwendig. Es ist ein attraktiver Standort, aber das Plangebiet sei auch wegen der verschiedenen Lärmeinflüsse problematisch. Eine Beräumung des Areals durch den Munitionsbergungsbetrieb habe vor längerer Zeit stattgefunden, so Wolfgang Bürger, aber wenn es dann imZuge der Bebauung 3,50 Meter tief in die Erde gehen sollte, dann müsse eine entsprechende Untersuchung der Munitionsbergungsspezialisten noch stattfinden. Auch stehen die Ergebnisse der artenschutzrechtlichen Untersuchungen des Planungsgebietes noch aus, aber hier sehe der Planer keine Bedenken auf das Projekt zukommen.

Bürgermeister Reinhard Mach warf in der Diskussion ein, dass er von Interessierten schon vor längerer Zeit gefragt worden sei, ob es in Ludwigslust nicht möglich wäre, auch mal anders zu bauen, modernere Bauformen zu realisieren. „Möglich ist das schon, man muss das aber unter der Frage der Vermarktbarkeit betrachten“, so der Ludwigsluster Verwaltungschef.

Der vom Planungsbüro erläuterte Vorentwurf 2015 stellt den Anfang eines längeren Diskussionsprozesses dar. „Heute könnte hier der mögliche Vorentwurf in eine erste Beteiligungsrunde mit Behörden und Trägern öffentlicher Belange münden“, so Wolfgang Bürger. Einer Genehmigung des Landkreises bedarf es nicht. Bis Ende des Jahres wäre ein Satzungsbeschluss möglich, so der Planer, aber das sei sportlich gedacht, weil man bei diesemProjekt erst am Anfang stehe.

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