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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 04:25 Uhr

Ludwigslust : Eigenheimgebiet in der Garnison

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wirtschaftsausschuss der Ludwigsluster Stadtvertretung wägt Stellungnahmen für Gebiet von 40 Grundstücken ab

von
erstellt am 09.Sep.2016 | 18:26 Uhr

Wo sich hinter dem Ludwigsluster Lindencenter noch eine Brachfläche erstreckt, die zu einem kleinen Teil auch zum Parken genutzt wird, soll sich das Bild in den kommenden Jahren komplett ändern. Hier entsteht das Bebauungsgebiet LU27 – rund 40 Eigenheime mit jeweils 550 bis 800 Quadratmeter Grundstücksfläche. Das Thema stand auf der Tagesordnung des Ausschusses für Wirtschaft, Standentwicklung und Verkehr der Stadtvertretung.

Bereits im April hatten die Vorentwurfsunterlagen öffentlich ausgelegen. Behörden und Bürger konnten ihre Einwände vorbringen. Diese wird die Stadtvertretung nun abwägen und in einen Entwurf des Bebauungsplanes einarbeiten. Eine Vorarbeit dazu kam nun bereits dem Wirtschaftsausschuss zu.

Das Besondere an diesem Gebiet: In der Nähe führt die Bahnstrecke vorbei, auf der unter anderem die IC-Züge zwischen Hamburg und Berlin fahren. Deshalb wollte Ausschussmitglied Folker Roggensack wissen, ob zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen erforderlich seien. Diese seien in den Planungsunterlagen bereits berücksichtigt, unter anderem durch eine Lärmschutzwand, so der beauftragte Architekt Wolfgang Bürger.

Ein anderes Thema ist die Wärmeversorgung. Fernwärme soll wegen der Vorgaben des Trinkwasserschutzes in dem Gebiet nicht möglich sein. Eine behördliche Aussage, die Ausschussmitglied Torsten Hinrichs umtreibt. Ihm geht es um die Kosten für die Häuslebauer, und er regte darum an, die Fernwärmeversorgung noch einmal zu prüfen.

Diskussionsschwerpunkt waren auch die Vorgaben für die Formgebung der Gebäude. Im Norden des Bebauungsgebietes entsteht ein Mischgebiet. Es nimmt die Formgebung des Lindencenters auf. Hier soll auch dreigeschossige Bebauung mit flacher Dachform möglich sein.

Etwa da, wo die Helene-von-Bülow-Straße einen Knick macht, bis hin zur Garnisonsstraße, wird sich das allgemeine Wohngebiet anschließen. Klinkerfassaden sollen hier nicht erlaubt werden. Was Ausschussmitglied Torsten Hinrichs zur Erneuerung seiner Antipathie gegen den „Toskana-Stil“ veranlasste. Er verwies auf die Sichtachse zur Schlossstraße, die deren Klinkerbebauung aufnehmen würde.

Nicht unumstritten bei den Ausschussmitgliedern ist auch die Vorgabe, dass es in dem Wohngebiet ausschließlich weiße bis graue Putzfassaden geben soll. Die Häuser, die in der ersten Reihe, also entlang der Helene-von Bülow-Straße stehen, dürfen auch nicht mit Flachdächern gebaut werden. Weitgehende Einhelligkeit herrschte dagegen bei den grauen bis anthrazitfarbenen Dächern – wegen der farblichen Nähe zu den darauf möglichen Solaranlagen.

Stefan Schiefele, Mitarbeiter für Stadtentwicklung in der Verwaltung, plädierte dafür, den Ludwigsluster Bauwilligen einmal andere Möglichkeiten anzubieten, als das im Sanierungsgebiet, also dem unmittelbaren Stadtkern, möglich sei.

In diesem Zusammenhang kommt die Idee des Wasserspielplatzes der Stadtwerke, die vor Monaten für starke Zustimmung in Ludwigslust fand, wieder in die Diskussion. Die Fläche gehört zwar nicht zum Bebauungsgebiet LU 27, grenzt aber an, weshalb Torsten Hinrichs etwas über den Stand des Projektes wissen wollte. „Hier müssen zunächst Bodenuntersuchungen durchgeführt werden, ob das überhaupt machbar ist“, so die erste stellvertretende Bürgermeisterin Petra Billerbeck.

Die Stadtvertretung wägt nun die Einwände von Behörden ab (von der Öffentlichkeit sind keine eingegangen). Danach werden im Rahmen des Bauleitplanverfahrens die relevanten Unterlagen wieder einen Monat ausgelegt.

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