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Tank- und Siloreinigung Fahrbinde : Eigene Abwasseranlage entwickelt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Tank- und Siloreinigungs-Unternehmen aus Fahrbinde hat mit Partnern aus Wissenschaft und Technik erfolgreich kooperiert

von
erstellt am 11.Jul.2017 | 20:30 Uhr

Dampfschwaden durchziehen die Anlage auf dem Werksgelände in Fahrbinde. Ein polnischer Lkw erfährt hier gestern Nachmittag eine Tankinnenreinigung. „Er hatte vermutlich Öl geladen“, beobachtet Jan Neumann das Geschehen aus nächster Nähe. „Speditionen kommen mit ihren Fahrzeugen zu uns, um dievorher mit Lebens- und Futtermitteln gefüllten Tanks reinigen zu lassen“, umschreibt der 50-jährige den Service seines Unternehmens. „Die Reinigungszeit ist unterschiedlich, es dauert je nach Ladung von 15 Minuten bis zu einer Stunde. Milch geht es etwas schneller, Schokolade dauert etwas länger“, lächelt Jan Neumann. Er ist Inhaber der Firma TSclean Tank- und Siloreinigung, die in Fahrbinde, dem größten und modernsten der drei Standorte, gegenwärtig ihre Kapazität erweitert. Gemeinsam mit der Hochschule Wismar und der Rotaria GmbH, einem Anlagenbauer aus Rerik, hat das Fahrbinder Unternehmen eine Abwasseraufbereitungsanlage entwickelt und umgesetzt. „Das Projekt der TSclean Tank- und Siloreinigung ist ein herausragendes Beispiel für die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft aus unserem Land. Hier wurde eine Herausforderung aus der täglichen Unternehmenspraxis aufgegriffen, gemeinsam mit Partnern an einer Lösung gearbeitet und ein innovatives, praxisfähiges Produkt entwickelt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 182  000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen des Unternehmens auf 710  000 Euro.

Die neue Anlage ermöglicht, die Abwässer für eine energetische Verwertung aufzuarbeiten. Sie werden in einem Faulturm zu Biogas, das für die Erzeugung von Prozessdampf genutzt wird. Nach Angaben der Firma sollen dadurch etwa die Hälfte der Energiekosten eingespart, der zeitliche Reinigungsaufwand reduziert und die verfügbare Menge an Prozessdampf gesteigert werden.

Die Abwasseraufbereitungsanlage ermöglicht kürzere Reinigungszeiten der Tanks. Das gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, mehr Kunden in kürzerer Zeit zu bedienen. So werden durch die Unternehmenserweiterung 17 Arbeitsplätze gesichert und drei neue Jobs geschaffen.

Die Auftragslage ist gut, zu seinen Kunden gehören Speditionen aus ganz Deutschland, aber auch aus vielen europäischen Ländern. „Termine gibt es direkt nicht. Die Tanklaster fahren bei uns auf den Hof, ganz spontan und ohne Anmeldung“, lächelt Jan Neumann.

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