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Ludwigsluster Tageblatt

27. Juli 2017 | 10:52 Uhr

Ludwigslust : Eidechse bremst Häuslebauer

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Stadt muss auf Areal an der Helene-von-Bülow-Straße nach dem Kriechtier suchen lassen.

Wie viele Eidechsen leben eigentlich auf dem Areal an der Helene-von-Bülow-Straße hinter dem Lindencenter? Was nach einer banalen Frage klingt, hat für die Stadt Ludwigslust nicht unerhebliche Folgen. Die möglicherweise dort lebenden Kriechtiere sind ein Grund dafür, dass die Erschließung des neuen Wohngebietes noch immer nicht begonnen hat – und in diesem Jahr auch nicht mehr beginnt. „Wir hoffen jetzt, dass wir mit der Erschließung im kommenden Frühjahr anfangen können“, erklärt Jens Gröger, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Tiefbau. Mit einem weiteren Jahr Verspätung. Ein zweiter Grund für die aktuelle Verzögerung ist der Lärmschutz.

Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) hatte die Stadt aufgefordert, den Lärmschutz für das Wohngebiet noch einmal zu überprüfen. „Es geht um die Frage, ob die aktuelle Frequenz der Züge mit den Zahlen von 2005, als die vorhandene Lärmschutzwand gebaut wurde, übereinstimmt“, so Gröger. Vom Ergebnis der Analyse hänge ab, ob der vorhandene Lärmschutz ausreicht oder weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Auch mit den Eidechsen wird sich – einer Auflage der Naturschutzbehörde folgend – ein Fachmann beschäftigen. Im Juni zählt er die Tiere mithilfe von dunklen Platten, die auf dem Areal ausgelegt werden. Anschließend müssen die gewonnenen Daten ausgewertet und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. All das verzögere das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes LU 27 „Helene-von-Bülow-Straße“ um ein Dreivierteljahr, weil die Planunterlagen anschließend in eine dritte Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit gehen müssen. „Schade, dass diese Hinweise erst in der zweiten Offenlegung kamen“, bedauert Jens Gröger.

Nachdem anfangs von einem Erschließungsbeginn im Jahr 2016 die Rede war, sollte es dann zumindest in diesem Frühjahr losgehen. „Die Genehmigungsplanung ist fertig, die finanziellen Mittel stehen im Haushalt bereit“, so Gröger. Und auch interessierte Bauwillige gebe es. Doch Kaufverträge konnten sie mit der Stadt noch nicht abschließen. „Das können wir nicht machen, solange wir noch keine Planungssicherheit haben und ihnen nicht sicher sagen können, ab wann sie bauen könnten“, so der Verwaltungsmitarbeiter. Für das Wohngebiet auf ehemals militärisch genutzten Flächen, das die Stadtvertreter bereits 2011 auf den Weg gebracht hatten, ist es nicht die erste Verzögerung. Auch die erneute Untersuchung des Baugrundes auf Waffen, Munition und Reste davon hatte schon Zeit gekostet.

Wenn im nächsten Jahr die Bagger an der Helene-von-Bülow-Straße loslegen, soll es ganz schnell gehen. „Wir erschließen in mehreren Abschnitten und befestigen zunächst drei 100 Meter lange Stichwege mit Schotter“, erklärt Jens Gröger. „Das sollte nicht so lange dauern.“ Und dann könnten endlich die privaten Bauherren ran.

 

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erstellt am 20.Mai.2017 | 05:05 Uhr

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