Straßen in Ludwigslust : Eichenallee bleibt Eichenallee

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Ludwigsluster Ortsteile Techentin, Kummer und Glaisin lehnen die Änderung doppelter Straßennamen kategorisch ab.

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15. März 2018, 21:00 Uhr

Glück dem, der „Am Forsthof“ in Glaisin, im Picher Weg in Kummer oder in der Techentiner Straße in Techentin wohnt. Diese Straßennamen gibt es jeweils nur einmal in Ludwigslust und den fünf Ortsteilen. Ganz im Gegensatz zum Beispiel zur Eichenallee oder Mühlenstraße, die es sowohl in Techentin als auch in Glaisin gibt. Eine Situation, die so bereits seit 2005 existiert. Durch eine Aufforderung des Innenministeriums, dass die Stadt Ludwigslust sich mit diesem Problem befassen soll, hat es die Frage nach einer Umbenennung der doppelten Straßennamen in den Ortsteilen Techentin, Kummer und Glaisin nun aber wieder auf die Tagesordnungen der Ortsteilvertretungen geschafft.

„Aber nicht bei uns“, lautete die klare Antwort der Techentiner Ortsteilvertreter auf ihrer jüngsten Sitzung zum Thema Änderung der Straßennamen. Laut Innenministerium könne aufgrund der Dopplungen eine Gefahr entstehen. „Nämlich dann, wenn Feuerwehr, Rettungswagen oder Notarzt ausversehen in die falsche Mühlenstraße fahren“, erklärte Bürgermeister Reinhard Mach auf der Sitzung. Zwar sei bei der Stadt bisher noch kein Vorfall dieser Art bekannt, man möchte dem Schlimmsten jedoch vorbeugen. „Oft geht es in solchen Situation um Sekunden und Minuten. Und da soll es dann doch nicht am Straßennamen scheitern“, so Mach.

Die doppelten Straßen in Ludwigslust

• Ludwigslust: Lindenstraße, Kanalstraße, Gartenstraße

• Techentin: Schulstraße, Mühlenstraße, Eichenallee

• Kummer: Gartenstraße, Schulstraße

• Glaisin: Eichenallee, Mühlenstraße, Lindenstraße, Kanalstraße


Ähnlich wie die Techentiner äußerten sich auch die Glaisiner und Kummeraner auf ihren Sitzungen in dieser Woche. „Wir in Glaisin lehnen die Änderung der Straßennamen in allen Ortsteilen ab“, erklärte Ortsteilvorsteher Holger Friel auf SVZ-Anfrage. Man habe das Anliegen des Innenministeriums zwar verstanden. „Allerdings gab es seit der Eingemeindung vor 13 Jahren hier kein Problem, und wir sehen einfach keinen Handlungsbedarf“, so Friel. Udo Jauert, Ortsteilvorsteher in Kummer, erklärte auf Anfrage, dass man auch dort gegen eine Änderung sei. „In unserem Protokoll steht, dass wir keinen Handlungsbedarf sehen. Dieses Problem war bisher noch nie eins und ist es auch jetzt nicht.“ Probleme mit der Post habe es aufgrund der doppelten Straßennamen allerdings schon gegeben. „Unsere Pakete landen oft in der Mühlenstraße in Glaisin. Das ist zwar lästig, aber nicht weiter schlimm“, erklärte Marita Jahnke, Mitglied der Ortsteilvertretung Techentin.

Besonders die Frage, welcher Ortsteil dann seine Straßennamen behalten dürfe, beschäftigte die Mitglieder. „Es gibt zum Beispiel die Überlegung, nach der Einwohnerzahl der Straßen zu entscheiden“, erklärte Reinhard Mach. Demnach würden die Straßennamen in Techentin erhalten bleiben. „Wenn es wirklich geändert werden muss, dann sollte diese Entscheidung fair ablaufen und nicht zum Nachteil der Ortsteile gegenüber der Stadt Ludwigslust. Dann müsste man mit den betroffenen Einwohnern sprechen und Kriterien festlegen“, so Udo Jauert. Eine Idee seinerseits sei zum Beispiel, eine der Schulstraßen in Techentin bzw. Kummer in Schulweg umzubenennen. „Wo die Schule steht, sollte auch im Straßennamen erkennbar sein.“

Für Holger Friel stellt sich die Frage nach einem solchen nächsten Schritt gar nicht. „Es wird nicht so kommen und fertig. Dieses Thema hatten wir schließlich schon in den vergangenen vier Jahren in den Ortsteilvertretungen.“

Bürgermeister Reinhard Mach nutzte die Ortsteilvertretungen, um das Meinungsbild einzufangen. „Ich habe mit diesen Reaktionen gerechnet, und sie waren in allen drei betroffenen Ortsteilen gleich.“ Seine Hoffnung sei, dass aufgrund der Dopplungen im Ernstfall nie ein Mensch zu schaden kommt. Als nächster Schritt werden die Stellungnahmen der Ortsteile in die Stadtvertretung eingebracht.

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