Kremmin : Eichen und Erlen neu gepflanzt

Ersatzaufforstung für den A14-Bau: Arbeiten auf einem rund 20 Hektar großem Abschnitt zwischen Weselsdorf und Warlow abgeschlossen

svz.de von
16. Dezember 2013, 07:00 Uhr

Zu den Bauabschnitten in Mecklenburg-Vorpommern, in die das Forstamt Ludwigslust mit Sitz in Kremmin mit eingebunden ist, gehören als Verkehrseinheit VKE 6 ein rund neun Kilometer langer Abschnitt von der Anschlussstelle Karstädt bis zur Anschlussstelle Ludwigslust-Süd. Im Bereich des VKE 7 umfasst das einen rund 16 Kilometer langen Abschnitt von der Anschlussstelle Ludwigslust-Süd bis zum Autobahndreieck Schwerin.

„Aktuell ist der Stand so, dass wir als Forstamt im Bereich des VKE 7, vom Autobahndreieck Schwerin bis zur neuen Anschlussstelle Grabow, mit den Ausgleichsmaßnahmen beschäftigt sind“, sagt Forstamtsleiter Dr. Holger Voß im Gespräch mit der SVZ. „Etwa 95 Hektar sind im Bereich unseres Forstamtes von einer Waldumwandlung betroffen. Was die Ersatzaufforstung betrifft, sind wir schon gut vorangekommen, aber noch längst ist nicht alles geschafft. In die Ersatzaufforstung sind auch Flächen mit einbezogen, die völlig neu angelegt worden sind“, so der Forstamtschef.

Auf rund 220 Hektar (ha) Fläche wird in den Revieren des Forstamtes Ludwigslust im Zuge des Autobahnbaus eine Ersatzaufforstung vorgenommen. Im Forstamt Friedrichsmoor sind es 70,89 ha, im Forstamt Jasnitz beträgt die Fläche 84 ha und im Forstamt Wredenhagen 12,43 ha. Ein ca. 20 ha großer Abschnitt zwischen Weselsdorf und Warlow ist nun fertig geworden. In den letzten Tagen haben vom Forstamt Ludwigslust beauftragte Unternehmen diese Maßnahmen ausgeführt und auch ehemalige landwirtschaftliche Flächen aufgeforstet. Die Mitarbeiter übernehmen dann nicht nur die Pflanzung der Kulturen, sondern auch die Pflege. In dem genannten Gebiet wurden Erle, Eiche, vereinzelt auch Lärche in den Boden gebracht, um dann später als so genannter Vorwald einen Schutz für den Hauptbestand zu bilden.

„Im Abschnitt VKE 7 werden wir auf einer Fläche von rund 100 ha Waldumbau vornehmen. Die vorrangigen Kiefern- und auch Fichtenareale werden ökologisch aufgewertet, indem Laubbäume wie Buche und Eiche, Linden aber auch Kirsche gepflanzt werden“, erklärt Dr. Voß.

Auf rund 86 ha erfolgt im VKE 7 die Wiedervernässung im Bereich Waldwiesen und Erlenwald, auf 106 ha wird die Biotoppflege im Wald umgesetzt und 49 ha Fläche werden in die Wiederherstellung des Waldmantels mit einbezogen, wie Forstamtsleiter Dr. Holger Voß hervorhob.


Pflegemaßnahmen für Grabower Heide dringend notwendig


In diesem Zusammenhang sprach Frank Mahler, im Forstamt für Holzvermarktung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, auch die Ludwigsluster-Grabower Heide an. Diese soll für die Dauer von 25 Jahren als Naturlandschaft erhalten werden. „Hier sind dringend Pflegemaßnahmen notwendig, um die Sukzession, das Nachrücken der Kiefern zurückzudrängen.“ Das Areal des ehemaligen Schießplatzes umfasst rund 100 Hektar, aktuell sind Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes dabei, die Fläche nach gefährlichen Altlasten zu durchsuchen.

Alle bisher im VKE 7 erfolgten forstwirtschaftlichen Arbeiten sind Bestandteil des Sonderprojektes „Neubau der A 14 (Wismar–Magdeburg)“. Für den Waldumbau kommen insgesamt 114,22 ha in Frage, 97,12 ha entfallen dabei auf Flächen in Forstamt Ludwigslust und 17,10 ha auf Gebiete im Forstamt Friedrichsmoor.

Was die Waldbilanz im Abschnitt VKE 7 betrifft, so werden in diesem Bereich auch 86,70 ha Fläche eine Wiedervernässung erfahren, auf 100 Hektar übernehmen die Forstleute des Forstamtes Ludwigslust die Biotoppflege im Wald. Auch die Waldrandgestaltung spielt in diesem Konzept eine Rolle, auf 22,82 ha werden entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Und ganz entscheidend ist dabei auch der Punkt Artenschutz: Auf 284 Hektar werden die Mitarbeiter des Forstamtes auf die Einhaltung der Qualitätskriterien achten.

Zu den Aufgaben der Forstamtsmitarbeiter aus Ludwigslust gehören beim Thema Artenschutz auch das Aufstellen von insgesamt 90 Nisthilfen für Fledermäuse und 40 Nisthilfen für Vögel. Alles in allem stellen die mit dem A14-Bau-Projekt verbundenen Arbeiten auch eine große waldbauliche Herausforderung für die Forstleute dar.

Für die Landesforst, zu dem das Forstamt Ludwigslust als Einrichtung gehört, ergeben sich als Auftragnehmer im Zuge der A14 vielfältig zu lösende Aufgaben, die Artenschutzmaßnahmen, z. B. Fledermausschutzwälle und Laichgewässer, Ersatzaufforstungs- und Umbaumaßnahmen sowie Holzeinschlag und Trassenrodung umfassen. Es werden Einnahmen bis zu 10 Millionen Euro erwartet.

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