Grabow : Ehrenamtskarte als Impulsgeber

Meinungsaustausch zum Thema Ehrenamt fand in Grabow in verschiedenen Arbeitsgruppen der 2. Fachwerkstatt zum bürgerschaftlichen Engagement statt.
Meinungsaustausch zum Thema Ehrenamt fand in Grabow in verschiedenen Arbeitsgruppen der 2. Fachwerkstatt zum bürgerschaftlichen Engagement statt.

2. Fachwerkstatt zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements im ländlichen Raum fand im Schützenhaus Grabow statt

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15. November 2017, 19:00 Uhr

„Rund 43 Prozent aller Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, das sind etwa 600 000 Männer und Frauen, engagieren sich ehrenamtlich. Diese Menschen sollen in Zukunft durch Vergünstigungen eine besondere Anerkennung bekommen. Mit der Ehrenamtskarte würde ihr Einsatz auf besondere Art gewürdigt und es wäre gut, wenn sie auch in MV kommen würde“, so Jan Holze. „Der Landtag beschäftigt sich heute damit und wenn dafür gestimmt wird, wäre Mecklenburg-Vorpommern das 13. Bundesland, das solch eine besondere Form der Ehrung anbieten würde. Das wäre nach der Gründung der Ehrenamtsstiftung in MV vor zwei Jahren nun der nächste Schritt. Und es müsste dann ein erfolgversprechendes Konzept für die Umsetzung erarbeitet werden“, sagte der Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern gestern Mittag am Rande einer Veranstaltung im Schützenhaus Grabow. Hier trafen sich nun nach der Auftaktwerkstatt in Berlin für zwei Tage ehrenamtlich Engagierte aus dem ganzen Bundesgebiet zur 2. Fachwerkstatt zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in ländlichen Gemeinden. „Wir haben gezielt Leute eingeladen, die sich diesem Thema verschrieben haben, vom Ehrenamtskoordinator einer kleinen Gemeinde bis hin zum Vertreter des Städte- und Gemeindetages“, so Jan Holze. Unter dem Motto „Zusammenleben vor Ort – Gemeinsam.Demokratisch.Engagiert“ diskutierten die Werkstattteilnehmer in mehreren Arbeitsgruppen, tauschten Erfahrungen und Meinungen zum Thema Ehrenamt aus. In der Workshopphase „Land-Café“ ging es um das Verhältnis von Verwaltung und Zivilgesellschaft, um Handlungslogik, um Interessen und Zwänge unterschiedlicher Akteure.

An einer Info-Tafel hingen orangefarbene Zettel. „Bürokratie hemmt Engagement und belastet die Verwaltung – Bürokratie ändern!“ „Vom Ehrenamt zu freiwilliger Leistung, wie kann man Perspektive der Kommunalpolitik ändern? Nur mit engagierten Bürgermeistern!“ „Nur durch Stärkung der kleinsten Einheit haben unsere Dörfer Zukunft!“, „Ehrenamtlich engagierte Bündnisse und Verwaltung – wie kann man Augenhöhe herstellen?“ Diese und weitere Forderungen kamen in den Runden der einzelnen Thementische im Schützenhaus zur Sprache. Die Liebe zum Wohnort, die Verbindung zum Dorf und der Stadt machen das ehrenamtliche Engagement doch erst aus. „Wir haben uns in den Arbeitsgruppen über die Erfolgsfaktoren für Engagement im ländlichen Raum verständigt. Über die Vielfalt der Möglichkeiten und die Voraussetzungen, die dafür nötig sind. Du musst auch in der Verwaltungsspitze jemanden haben, der das Thema vorantreibt, so wie es der Grabower Bürgermeister vorlebt“, sagte Jan Holze. „Mit dem vielfältigen Engagement ihrer Bürgerstiftung ist die Stadt Grabow eines von vielen guten Beispielen. Deshalb haben wir auch den Veranstaltungsort im Schützenhaus gewählt.“ Hervorzuheben sei auch die Arbeit des Fördervereins Schloss Ludwigslust, der den „Engagementpreis Mecklenburg-Vorpommern“ 2017 bekommen habe. „Gestern Nachmittag gab es noch die Gelegenheit zu einer Führung durch das Barockschloss Ludwigslust. Und auch der kleine Rundgang durch Grabow unter Führung von Museumsleiterin Hannelore Huth und Bürgermeister Stefan Sternberg war sehr unterhaltsam und informativ“, ergänzte Jan Holze.

Stefan Sternberg, der selbst in einer Arbeitsgruppe seine Erfahrungen mit der Grabower Bürgerstiftung und ehrenamtlichem Engagement darlegte, freut sich natürlich, Gastgeber sein zu dürfen. Die 2. Fachwerkstatt in der bunten Stadt an der Elde fand in Kooperation mit der Ehrenamtsstiftung MV, mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement und dem Deutschen Städte- und Gemeindetag statt. Stefan Sternberg dazu: „Ich fand es sehr lehrreich zu hören, wie sich andere auf den Weg machen, um bürgerschaftliches Engagement in den Vordergrund zu stellen. Und ich bin natürlich stolz, dass sich die Organisatoren Grabow als Tagungsort ausgewählt haben.“

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