Fotoausstellung 1899 : Ehepaar Möller brachte dem Hoffotografen Glück

Aufnahme aus dem Jahre1899: Emma und Rudolf Möller aus Stuck angefertigt vom Hoffotograf Ferdinand Esch aus Ludwigslust.
Aufnahme aus dem Jahre1899: Emma und Rudolf Möller aus Stuck angefertigt vom Hoffotograf Ferdinand Esch aus Ludwigslust.

Auf der Fotoausstellung in Hamburg im Jahre 1899 wurde er dafür prämiert/ Vers auf die Stucker Bauern

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14. März 2016, 15:00 Uhr

Stuck hat im Laufe der Jahrhunderte eine wechselvolle Historie erlebt, darüber gibt auch die Geschichtsschreibung Auskunft.

Als die Reformation Mecklenburg erreichte, wurden die großen Güterbesitzungen des Klosters 1556 verweltlicht (Säkularisation). Zugleich wurde Eldena Sitz eines Mecklenburgischen Amtes. Als Amtsgebäude diente das alte Klostergebäude. Seinerzeit zählten zum Amt: Malk, Bockup, Conow, Grebs, Karenz und Probstwoos. Dazu kamen die Dörfer Göhren, Stuck, Grittel, Liepe, Bresegard, Glaisin, Malliß und Krohn. Ein großer Teil des Amtes Eldena ging 1864 an das Amt Dömitz über.


Beim Feiern das ganze Dorf auf den Beinen


Das Amt Grabow und Amt Eldena fusionierten 1795 und legten den Sitz in Grabow fest. Das Amt Grabow/Eldena umfasst laut Mecklenburgische Vaterlandskunde von Wilhelm Raabe aus dem Jahr 1894 insgesamt 10 Kirchen, 27 Schulen, 4 Pachthöfe (sämtliche der Kammer gehörig) und 1 Ziegelei. Am 27. Juli 1950 erfolgt die Eingemeindung der Gemeinden Krohn, Stuck und Güritz nach Eldena. Im Übergabeprotokoll quittiert Bürgermeister Wüstenberg den Erhalt der Akten für Schule, Armenwesen und der Volkszählung.

Wenn es etwas zu feiern gibt, ist das ganze Dorf auf den Beinen. Der Zusammenhalt ist enorm. Das bewiesen die Stucker zum Ende des letzten Jahres, als sie ganz spontan der Firma Georg Koch GmbH Malchin Danke sagen wollten. So etwas hatten die Bauarbeiter bisher noch nie erlebt. In guter Absprache untereinander zauberten sie für alle ein schmackhaftes Abendbrot. Der Jagdpächter Jörg Brassat sponserte das Wildgulasch. Die Firma baute den Lückenschluss auf der LO7 zwischen Eldena und Strassen.


Leute aus Hamburg fanden hier Unterschlupf


Während des II. Weltkrieges wurde Hamburg bombardiert. Viele Menschen verloren ihr Leben, andere vielfach ihr Dach über den Kopf. Wer Verwandte auf dem Lande besaß, flüchtete zu ihnen. Manch einer suchte aber auch Unterschlupf bei irgendeinem Bauern und arbeitete für Kost und Logis. Eine Frau weilte über längere Zeit auf dem Bauernhof Krull. Sie lernte während ihres Aufenthalts die weiteren Bauern kennen und begann einen Vers zu dichten, welcher lautet: „Krull mit sienen beslagenen Wagen. Franck’ künn doch noch düller jagen. Möller mit sien Eierrad. Cordt föhrt all’ de Poggen tau Stadt. Schmädt kickt oewer den’n hogen Tun. Arndt hett farwt sien Büx ganz brun. Schröder kloppt heel breet den’n Speck. Böttcher hüppt giern oewer sien Heck. Steinkopp russelt in dat Stroh. Brockmöller deit dat äbenso. Wiechmann mit sienen langen Dägen, kann Höffler mit oewer’t Water fägen.“ Diesen „Snicksnack oewer die ollen Stucker Buern“ nahm Hans Ulrich Thee als Verfasser der Stucker Chronik für die 700-Jahr-Feier in diese mit hinein.

Alte Bilder erzählen ebenso Geschichten: Rico Möller aus Stuck ist im Besitz einer wunderschönen und wertvollen Aufnahme. Sie zeigt seine Urgroßeltern Emma und Rudolf Möller. Der Hoffotograf seiner Hoheit des Herzogs Paul Friedrich zu Mecklenburg fertigte es an und wurde auf der Fotoausstellung in Hamburg im Jahre 1899 dafür prämiert.

Eine Aufnahme des alten Wohnhauses von Rudolf Möller zeigt die wunderschöne Architektur von Bauernhäusern, in welchem Mensch und Tier unter einem Dach lebten. Rudolf Möllers Enkel Egon riss Anfang der Sechziger Jahre das Bauernhaus ab und errichtete ein neues modernes Gemäuer.

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