Neustadt-Glewe : Edelstahl aus der Lewitz

Manfred Prösler testet die Dichtigkeit eines Mischtrichters.
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Manfred Prösler testet die Dichtigkeit eines Mischtrichters.

Dockweiler AG liefert Rohrsysteme in die ganze Welt / Familiengedanke wird im Unternehmen groß geschrieben

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30. März 2014, 18:09 Uhr

Für den Laien sieht es aus wie ein ganz normales Stahlrohr, das gebogen ist. Doch nicht so für Christian Behrens. Mit geübtem Blick prüft er das Edelstahlrohr und befindet: „In Ordnung.“ Behrens ist Vorstand der Dockweiler AG in Neustadt-Glewe. Das Unternehmen ist einer der weltweit führenden Anbieter von Edelstahlrohrsystemen unter anderem für die Halbleiter- und Pharmaindustrie sowie Firmen der Biotechnologie.

In den 1950-ger Jahren als Handelsunternehmen (Haushaltwaren) in Hamburg gegründet, entwickelte sich Dockweiler später zu einem der führenden Anbieter von Edelstahlrohrsystemen mit Hauptsitz in Oststeinbek bei Hamburg. Dieser Hauptsitz zog in den 1990-er Jahren dann aus Expansionsgründen nach Neustadt-Glewe. Christian Behrens: „Es gab bereits damals eine Partnerschaft zwischen beiden Städten. Der Inhaber entschloss sich, den Sitz nach Neustadt-Glewe zu verlegen.“

Für die Entscheidung gab es neben der Partnerschaft mehrere weitere Gründe. „Der Standort bietet mit dem unmittelbaren Anschluss an die A 24 zwischen Berlin und Hamburg eine hervorragende Logistik. Beide Flughäfen sind von hier gut erreichbar, ebenso für den Wassertransport die Seehäfen, wie Hamburg und Bremerhaven. Dazu gibt es auf dem Firmengelände ein gutes Umfeld für mögliche Erweiterungen“, erklärt Vorstand Behrens.

Inzwischen gibt es im Standort Neustadt-Glewe fünf Produktionshallen. Hier arbeiten 160 Beschäftigte fest, dazu kommen je nach Auslastung bis zu 40 Leiharbeiter. Im vergangenen Jahr erzielte Dockweiler in Neustadt-Glewe 32,5 Millionen Euro Umsatz, für 2014 werden 34 Millionen angestrebt. Neben Neustadt-Glewe gibt es noch zwei weitere Niederlassungen in Großbritannien undHolland sowie Vertriebsgesellschaften in rund 30 Ländern weltweit.

Christian Behrens: „Wir haben Kunden rund um den Erdball. Da ist es wichtig, nahe an ihnen dran zu sein. Die Kundenbeziehung ist ein sehr bedeutendes Gut für ein Unternehmen. Wir haben hier in Neustadt fast 20 Mitarbeiter, die den Vertrieb abdecken.“

Seit 2013 ist das Unternehmen auch in Thailand präsent, unterhält dort u. a. ein Verkaufsbüro und eine Fertigung. „Von dort aus können wir den stetig wachsensen und für uns strategisch wichtigen asiatischen Markt bedienen“, sagt Christian Behrens.

Dockweiler fertigt hochqualitative Rohrsysteme für so sensible Branchen wie die Halbleiter- und Pharmaindustrie. Deshalb kommt es hier auf höchste Qualität an. In den Edelstahlrohren darf praktisch auch nicht das kleinste Staubkörnchen zurückbleiben, geschweißte Teile erhalten ein Zertifikat, damit der Kunde weiß, dass alles seine Richtigkeit hat. Deshalb erfolgt die Endverarbeitung vieler Teile u.a. in einem abgeschotteten Reinraum mit eigener Belüftung. Die Mitarbeiter hier arbeiten in speziellen Schutzanzügen, um eine Verunreinigung des Materials zu verhindern. Vor ihrem Versand in alle Welt werden sensible Rohrsysteme luftdicht verpackt. Jeder 10. Mitarbeiter bei Dockweiler arbeitet übrigens in der Abteilung Qualitätssicherheit.

„Unsere Kunden können sicher sein, dass sie hochqualitative Produkte erhalten“, erklärt Vorstand Behrens. Ein Großteil der Produkte entsteht nach Kundenzeichnungen. Christian Behrens erläutert: „Der Kunde zeichnet uns die gewünschten Teile oder Systeme auf, erklärt, wofür sie genutzt werden sollen, und wir liefern wunschgemäß.“ 75 Prozent des Umsatzes aber bestreitet Dockweiler aus Lagerbeständen. Und so liegen im riesigen Lager zum Beispiel Tausende Rohre und T-Stücke, die jederzeit geliefert werden können. „Wenn ein Kunde heute anruft und ein bestimmtes Teil verlangt, kann es morgen auf der Baustelle sein“, sagt Vorstand Behrens.

Integriert in die Dockweiler-Produktion ist übrigens das Elektropolierwerk der benachbarten Firma Henkel, das entsprechende Polierarbeiten an DW-Produkten ausführt.

Ein Motto bei Dockweiler lautet: Hier möchte man gerne arbeiten. Dazu trägt das Unternehmen durch verschiedene Maßnahmen bei. So gibt es das wöchentliche Unternehmerfrühstück, an dem Leitung und Beschäftigte gemeinsam teilnehmen. Groß wird auch der Familiengedanke geschrieben. So gibt es für jedes Baby, das Beschäftigte bekommen, 2000 Euro Begrüßungsgeld. Bis zum 10. Lebensjahr des Kindes kann die Mutter bei gleichem Gehalt eine Stunde weniger arbeiten. Zur Zeit machen zehn Mütter von dieser Regelung gebrauch. „So können sich die Mütter mehr um die Kinder kümmern und diese Stunde zusätzlich für sich und ihre Familie nutzen“, so Christian Behrens.

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