Neustadt-Glewe : Dudelsack-Klänge auf der Burg

Zur Dudelsackmusik von Ralf Gehler tanzen die Mädchen und Jungen wie einst die Leute auf dem Hofe. Fotos: andreas münchow
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Zur Dudelsackmusik von Ralf Gehler tanzen die Mädchen und Jungen wie einst die Leute auf dem Hofe. Fotos: andreas münchow

Ralf Gehler vom Zentrum für Traditionelle Musik aus Schwerin beim Weihnachtsbasteln für Kinder in Neustadt-Glewe

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04. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Dudelsack-Klänge auf der Burg, eine ziemlich ungewöhnliche Flöte und ein Stück Holz, das seltsame Geräusche verursacht: Wo sonst Neustadt-Glewes Stadtvertreter den Haushalt, Bauvorhaben oder sonstige Pläne diskutieren, geht es derzeit musikalisch zu, haben Kinder das Sagen. In der Hofstube ist nämlich das traditionelle Weihnachtsbasteln angesagt. Und das läuft in diesem Jahr ganz anders ab als von früher gewohnt.

An diesem Vormittag ist die Klasse 2a der Neustädter Grundschule mit Lehrerin Heike Schulz auf der Burg. Begrüßt werden sie von Ralf Gehler, dem Leiter des Zentrums für Traditionelle Musik am Museum für Volkskunde in Schwerin-Mueß. „Wir machen heute eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Musik und Instrumente, von der Steinzeit bis in die Gegenwart“, sagt Gehler und verrät: „Mein Lieblingsinstrument ist der Dudelsack. Mit dem wurde auf dem Hofe schon vor 500 bis 600 Jahren gespielt.“ Zu den Klängen des Dudelsacks dürfen die Kinder dann auch wie einst unsere Vorfahren auf dem Hofe tanzen.

Dann erfahren die Kinder, was es mit dem Horn auf sich hat. „Damit haben die Menschen in der Steinzeit Signale gegeben, wenn zum Beispiel Gefahr drohte“, berichtete Ralf Gehler. Dass es gar nicht so einfach ist, erfahren die Schüler dann, als sie selbst ins Horn blasen dürfen. Alle staunen, dass bei der kleinen Mily besonders laute Signale aus dem Instrument kommen. „Ich hab’ einfach tief Luft geholt und dann in das Horn geblasen“, lacht Mily. Lennox findet das eingangs erwähnte Schwirrholz super. „Damit haben die Schamanen früher gespielt, wenn sie mit Geistern gesprochen haben“, weiß der Achtjährige.

Ebenso wie das Schwirrholz bestaunen die Kinder auch die anderen Instrumente, die Ralf Gehler mitgebracht hat: Die Flöte aus dem Knochen eines Schwans, das Akkordeon oder auch das Banjo. Gebastelt wurde übrigens auch. Unter Anleitung von Ralf Gehler bauten die Kinder Stabkastagnetten, die Klänge erzeugen können.

Wie in den Vorjahren, beteiligen sich die Vorschulkinder aus den Kindergärten sowie die ersten bis vierten Klassen der Neustädter Grundschule noch bis Mitte dieser Woche am Weihnachtsbasteln, dass in diesem Jahr nun erstmals kein reines Basteln mehr ist.

„Ich dachte, nach 15 Jahren müssten wir mal etwas anderes machen und kam auf den Gedanken mit der Musik“, sagt Museumsleiterin Britta Kley, die das Weihnachtsbasteln von Beginn an organisiert. Offenbar hat sie es richtig getroffen, denn Klassenleiterin Heike Schulz findet: „Gut ist auch, dass die Kinder Interessantes erfahren und sich viel bewegen.“ Schulleiterin Susanne Heering: „Die neue Art des Weihnachtsbastelns kommt richtig gut an.“

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