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Ludwigsluster Tageblatt

16. Dezember 2017 | 15:57 Uhr

Ludwigslust : Duale Ausbildung vor dem Start

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG) und Erzieherausbildung Thema einer Veranstaltung mit Ministerin Stefanie Drese

von
erstellt am 05.Aug.2017 | 12:25 Uhr

Prominenter Besuch in der Fritz-Reuter-Grundschule Ludwigslust. Sozialministerin Stefanie Drese hatte auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Dirk Friedriszik auf ihrer Sommertour auch in Ludwigslust Station gemacht.

Die Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG) und die damit verbundene Erzieherausbildung standen im Mittelpunkt der Gesprächsrunde mit Schulleitern, Kommunalpolitikern, Verwaltungsmitarbeitern, Kita-Leiterinnen, Pädagogen und Erziehern.


MV gehört mit zu den bundesweiten Vorreitern


Mit der im Juli vom Landtag beschlossenen 5. Gesetzes zur Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes ist der Weg frei für den Start der neuen dualorientierten Ausbildung von Kita-Erzieherinnen und -Erziehern bereits zum Schuljahr 2017/18. „Wir schaffen zügig ein auf den frühkindlichen Bereich spezialisiertes, ergänzendes Ausbildungsangebot und sind da mit den Ländern Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt bundesweit Vorreiter“, sagte Sozialministerin Stefanie Drese. „Das ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in unseren Kitas. Und das ist keine Schmalspurausbildung, sie hat einen hohen Praxisanteil.“

Die Ministerin zeigte sich überzeugt, dass der neue Ausbildungsgang „Staatlich anerkannte/r Erzieher/in für 0- bis 10-Jährige“ sowohl für Schulabsolventen und Umschüler als auch für Einrichtungsträger hoch attraktiv ist. „Die Auszubildenden erhalten eine Ausbildungsvergütung und haben von Anfang an eine enge Bindung zu ihrer Kita. So gewinnen wir Fachkräfte, die sich mit ihrer Einrichtung identifizieren und gern und lange dort verweilen“, betonte Drese. Es gibt auch viele Quereinsteiger, die sich dafür interessieren, darunter sind auch viele Männer. Dirk Friedriszik kann das selbst bestätigen: „Vor kurzem kam ein junger Mann zu mir ins Wahlkreisbüro und gab mir seine Bewerbung ab, mit der Bitte, diese weiterzuleiten.“


100 Anmeldungen liegen bereits vor


Sehr positiv stimmen Ministerin Stefanie Drese die bereits rund 100 Anmeldungen zum Start der Ausbildung. „Sie werden nach drei Jahren fachlich hochqualifizierte und praxiserprobte Erzieherinnen und Erzieher für Krippe, Kindergarten und Hort sein, die ihren Platz in unseren Kitas finden werden“, sagte Drese. Die Ministerin geht davon aus, dass dieses Angebot nach drei Jahren eine bundesweit anerkannte Ausbildung ist. Die sehr gute Qualifizierung müsse sich nach Ende der Ausbildung auch in der gleichwertigen Entlohnung niederschlagen. Es sei deshalb richtig, so die Ministerin, dass Landesregierung und Landtag die Gleichwertigkeit beider Erzieherausbildungsgänge noch einmal ausdrücklich betonen und damit die Position der Gewerkschaften in ihren künftigen Verhandlungen zur Durchsetzung einer entsprechenden tariflichen Eingruppierung stärken.

Ludwigslust Bürgermeister Reinhard Mach hätte es sich gewünscht, dass es nicht nur für die duale Ausbildung mit praktischem und theoretischem Teil, sondern auch für die Vollzeitausbildung eine Ausbildungsvergütung geben würde. „Denn für viele Familien ist es eine große Schwierigkeit, ihre Kinder finanziell zu unterstützen, wenn sie die Schule verlassen.“


Grundqualifizierung verankert


Mit der Änderung des KiföG gelingt nach Ansicht der Ministerin zudem eine moderate Ausdehnung des Fachkräfteangebots, ohne das hohe Qualitätsniveau in der Kindertagesförderung zu gefährden. „Ich freue mich, dass im Beratungsverlauf eine kindheitspädagogische Grundqualifizierung für künftige Kita-Fachkräfte, die nicht aus den klassischen Berufsfeldern kommen, verankert worden ist. Diese umfasst mindestens 250 Stunden sowie ein achtwöchiges Praktikum“, verdeutlichte Drese. Den Auszubildenden werden erfahrene Mentorinnen und Mentoren zur Seite gestellt.

Die Ministerin dankte zum Abschluss all denjenigen, die sich an der fachlichen Debatte um die neue Erzieher-Ausbildung für die 0- bis 10-Jährigen sachlich beteiligt und sie mit Leben erfüllt haben.

Ein Kompetenzzentrum ist an der Uni Rostock angesiedelt dass dieses Projekt begleitet. „Wir wollen das Projekt mit dem Engagement aller zu einem Gewinnerprojekt machen“, so Dirk Friedriszik. „Geben Sie uns Rückmeldungen und Informationen, wie das Vorhaben anläuft. Sie sind erfahrene Erzieherinnen, geben Sie Ihr Wissen weiter an die neuen Auszubildenden“, wandte sich der SPD-Politiker an die Teilnehmer der Gesprächsrunde.

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