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Ludwigsluster Tageblatt

22. Oktober 2017 | 01:13 Uhr

Gorlosen/Grabow : Drogen in Fuchsbau versteckt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Goa-Party in Wanzlitz: 44 Anzeigen wegen Besitzes illegaler Rauschmittel

von
erstellt am 10.Jun.2014 | 20:45 Uhr

„Aufgrund der Kontrollergebnisse bedarf dieses Ereignis einer Nachbereitung, darunter auch mit dem Veranstalter.“ Das sagte Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust, heute gegenüber SVZ. Er meinte damit die Goa-Party über Pfingsten bei Wanzlitz. Denn was die Polizei feststellen musste, war teilweise erschreckend: 31 kontrollierte Fahrzeugführer standen unter Drogeneinfluss, zwei Autofahrer waren alkoholisiert (1,37 bzw. 0,9 Promille Atemalkoholwert). Bemerkenswert, dass von den 31 ertappten Kraftfahrern unter Drogeneinfluss etwa ein Drittel aus Dänemark stammt. Insgesamt gab es 44 Strafanzeigen wegen Besitzes von illegalen Rauschmitteln. Die Polizei geht indes von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. Die Vermutung liegt auch deshalb nahe, weil zahlreiche Beamte ab Sonnabendnachmittag keine Kontrollen mehr durchführten, sondern nach einem Vermissten suchten.

Die Polizei war täglich mit rund 30 Beamten im Einsatz und kontrollierte fast 600 Fahrzeuge. Insgesamt nahmen rund 4000 Personen an dem Event teil. „Hinsichtlich der Drogendelikte ist das, was wir vermutet haben, leider eingetreten“, konstatierte Küchler.

Bereits vor Beginn der Goa-Party hatte die Polizei mit Spürhunden das Gelände um den Veranstaltungsort abgesucht und insgesamt ein halbes Kilo Drogen (u. a. Amphetamine und Cannabis) entdeckt. Küchler: „Die Drogen waren in zwei kleinen Tierhöhlen, möglicherweise ein Fuchsbau, im Wald versteckt.“

Ausdrücklich kritisierte Gilbert Küchler den Veranstalter im Hinblick auf den zwei Tage lang vermissten Jugendlichen (SVZ berichtete). „Der Veranstalter war nicht in der Lage, die Teilnehmer per Lautsprecheranlage zu informieren und um Hinweise zu bitten.“ Wie Polizei-Hauptkommissar Björn Klöckner, einer der Teamleiter bei der Suche, sagte, war der offenbar unter dem Einfluss harter Drogen stehende 16-Jährige völlig dehydriert und hätte die Nacht zu Dienstag wohl nicht überlebt. „Er litt offensichtlich unter Verfolgungswahn, wollte nicht gefunden werden und wechselte immer wieder sein Versteck“, so Klöckner. Den Verletzungen am Körper nach – der Jugendliche trug zuletzt nur noch Shorts – dürfte er sich zeitweise sogar in dichtem Unterholz verkrochen haben. Selbst nach dem Auffinden versuchte er trotz seines hilflosen Zustandes noch, den Sanitätern wegzulaufen.

 

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